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Arie DER HÖLLE RACHE aus Die Zauberflöte von Wolfgang Amadeus Mozart

  • peter
  • 21. Juli
  • 4 Min. Lesezeit
Arie DER HÖLLE RACHE aus Die Zauberflöte von Mozart (ein Opernführer)
Portrait der Arie DER HÖLLE RACHE aus Die Zauberflöte von Wolfgang Amadeus Mozart


Die tieftraurige Arie gehört zu den Höhepunkten der Zauberflöte. Mozart schrieb in der Partitur der Singstimme praktisch keine Anweisungen, so dass die Sängerin einen erheblichen Spielraum bei der Interpretation hat.



Die Zauberflöte von Wolfgang Amadeus Mozart


Wenn Sie mehr zur Zauberflöte hören möchten finden Sie hier eine Opernführer Doku:


Die Zauberflöte von Mozart (ein Video Doku)


Die Arie DER HÖLLE RACHE aus Die Zauberflöte:

Handlung & Analyse



Handlung


Die Königin der Nacht erfährt, dass Tamino sich um die Aufnahme in Sarastros Bund bemüht, statt ihre Tochter Pamina aus seinen Händen zu befreien. Sie ist außer sich. Sie erzählt Pamina, dass ihr verstorbener Mann Sarastro den Sonnenkreis übergeben habe und damit die Macht erhalten habe. Sie fordert ihre Tochter auf, Sarastro umzubringen und ihm den Sonnenkreis zu entwenden.

Analyse


Diese Arie wird oft als «Rachearie» bezeichnet. Sie ist mit mörderischen Schwierigkeiten gespickt und führt die Stimme in die äußersten Regionen des Stimmbereichs. Bei dem hohen Ton F handelt es sich um den höchsten Ton, der im Opernrepertoire gesetzt wurde. Nur wenige Soprane können diese Arie regelmäßig singen, ohne dass ihre Stimmen Schaden nehmen. Eine zusätzliche Schwierigkeit besteht darin, dass die Koloraturen in hohen Stimmlagen schwer zu singen sind.


Mozart hat die Arie in d-Moll gesetzt, welches in seinen Werken nur äußerst dramatischen Szenen vorbehalten ist (z.B. in Mozarts Requiem). Die Orchestereinleitung besteht lediglich aus einem forte d-Moll Akkord des ganzen Orchesters, der die düstere Atmosphäre gleich von Anfang definiert.


Im aufgeregten Sprechgesang beginnt die Königin und kommt gleich auf den Punkt: ihre Tochter soll Sarastro umbringen. Bald schon verliert sie vor Aufregung ihre Sprache und eine erste Staccato Kette wiederholt ein hohes C. Da dieses im d-Moll Gefüge eine Septime darstellt, gibt sie der Königin eine unruhige Note:



Notentext der Arie DER HÖLLE RACHE Staccato Passage
Notentext der Arie DER HÖLLE RACHE Staccato Passage


Mozart steigert den Wahnsinn der Königin, und sie erreicht in virtuosen Sprüngen das hohe F:



Notentext der Arie DER HÖLLE RACHE Hohes F
Notentext der Arie DER HÖLLE RACHE Hohes F


Bald schon wartet die nächste Schwierigkeit auf die Sängerin: Die Triolen sind sehr hoch gesetzt und müssen nicht nur in der Intonation, sondern auch rhythmisch perfekt sitzen:


Notentext der Arie DER HÖLLE RACHE Triolen
Notentext der Arie DER HÖLLE RACHE Triolen


Mozart bietet uns mit der Stelle „hört, hört, hört!“ nochmals eine Überraschung. Bilden die ersten Töne den Beginn eines Dreiklangs, komponierte Mozart statt des erwarteten A ein B, das den Hörer erschaudern lässt.


Notentext der Arie DER HÖLLE RACHE Hört
Notentext der Arie DER HÖLLE RACHE Hört


Den Abschluss macht wieder der von Hass geprägte Sprechgesang.


Die Sängerin der Uraufführung war Mozarts Schwägerin Josepha Hofer. Es heißt, dass Hofer eine besonders bewegliche Stimme mit einem ausgeprägten hohen Register hatte. So schrieb Mozart ihr diese Arie in die Kehle.



Die Arie – der Text von DER HÖLLE RACHE


Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen,

Tod und Verzweiflung flammet um mich her!

Fühlt nicht durch dich Sarastro Todesschmerzen,

So bist du meine Tochter nimmermehr.

Verstoßen sei auf ewig,

Verlassen sei auf ewig,

Zertrümmert sei’n auf ewig

Alle Bande der Natur,

Wenn nicht durch dich Sarastro wird erblassen!

Hört, Rachegötter, hört der Mutter Schwur!




Stimmfach “Dramatischer Koloratursopran”.

Die Rolle der Königin der Nacht ist für einen dramatischen Koloratursopran geschrieben. Der dramatische Koloratursopran muss sowohl die Fähigkeit zur Koloratur als auch die Fähigkeit besitzen, den dramatischen Ausdruck mit einem grossen Stimmvolumen zu beherrschen.




Grosse Interpretinnen der Arie DER HÖLLE RACHE

Edda Moser als Königin der Nacht


Wir beginnen mit der vielleicht besten Aufnahme. Es handelt sich um die Interpretation von Edda Moser aus der Aufnahme von Sawallisch. Hier kocht die Königin vor Wut. Die Staccatos flammen dramatisch auf, wie in keiner anderen Interpretation. In einem Interview der Zeitschrift «Fono Forum» erzählte Edda Moser aus einer Anekdote wie es zu dieser flammenden Interpretation kam:


“Mich hatte man als Königin der Nacht für diese Aufnahme engagiert. Ich kam dann nach München, da sagte mir der Produzent Helmut Storjohann: ‚Es gibt da ein kleines Problem: Frau Sawallisch (die Frau des Dirigenten) möchte Sie nicht als Königin haben.‘ Worauf ich fragte, was Frau Sawallisch mit der Aufnahme zu tun hätte? Daraufhin hat der von mir verehrte Helmut Storjohann gesagt: ‚Wenn die Edda die Königin der Nacht nicht singt, fällt die ganze Produktion aus!‘ Sawallisch hat dann in den sauren Apfel gebissen und fragte mich bei der ersten Sitzung etwas kühl, ob ich mit der ersten oder zweiten Arie anfangen möchte. Ich sagte, ich nehme gerne die zweite. Und in dieser Wut, die ich hatte, weil man mich nicht wollte, habe ich den ganzen Zorn in die Arie gelegt und in einem Take durchgesungen.”

Der Hölle Rache (1) – Moser


Diana Damrau als Königin der Nacht


Die (wahrscheinlich) beste Königin ihrer Generation:




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Weitere grossartige Aufnahmen


Lucia Popp erreicht die hohen Noten mit Leichtigkeit und sie bleibt trotz der Anstrengung leicht und trotzdem expressiv.


Edita Gruberova debütierte mit 24 Jahren in dieser Rolle an der Wiener Staatsoper und sang sie im gleichen Jahr in Salzburg unter Herbert von Karajan. Diese Partie hat sie in unfassbaren fast zweihundert Aufführungen gesungen. Diese Rolle trug ihr in den siebziger Jahre den Beinamen «Königin der Koloraturen ein». Sie singt die Königin leidenschaftlich und doch genau.


Wilma Lipp setzte in den fünfziger Jahre den Standard. Kristallklar und dramatisch.


Joan Sutherland sang auch die Königin. Koloraturen waren ihre Spezialität. Die Tonhöhe wurde jedoch nach unten transponiert.


Eine mitreissende Königin von Patricia Petitbon.


Und als letzte Natalie Dessay in atemberaubendem Tempo, was den Wahnsinn noch verstärkt.




Portrait der Arie DER HÖLLE RACHE aus Die Zauberflöte von Wolfgang Amadeus Mozart


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