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ANDREA CHENIER von Umberto Giordano - ein Opernführer: Handlung, Musik, Wissenswertes

  • peter
  • 15. Aug.
  • 10 Min. Lesezeit
ANDREA CHENIER von Umberto Giordano - ein Opernführer: Handlung, Musik, Wissenswertes
ANDREA CHENIER von Umberto Giordano - ein Opernführer: Handlung, Musik, Wissenswertes

AUFNAHME EMPFEHLUNG: EMI mit Maria Callas und Mario del Monaco unter der Leitung von Antonino Votto und dem Chor und Orchester der Mailänder Scala. Als Alternative bietet sich auch die Aufnahme Luciano Pavarotti und Montserrat Caballé an unter der Leitung von Riccardo Chailly (DECCA).



Handlung der Oper "ANDREA CHENIER"


Turandot von Giacomo Puccini- ein Opernführer: Handlung, Musik, Wissenswertes

 


Steckbrief ANDREA CHENIER von Umberto Giordano


URAUFFÜHRUNG: Mailand, 1896


LIBRETTO: Luigi Illica, basierend auf der historischen Figur des André Chénier.


DIE HAUPT PERSONEN: Andrea Chénier, Schriftsteller und Poet - Gérard, Diener der Gräfin Coigny und Staatsanwalt - Maddalena, Tochter der Gräfin von Coigny - Roucher, Freund von Andrea Chénier - Bersi, Zofe der Maddalena.


AUFNAHME EMPFEHLUNG: EMI mit Maria Callas und Mario del Monaco unter der Leitung von Antonino Votto und dem Chor und Orchester der Mailänder Scala. Als Alternative bietet sich auch die Aufnahme Luciano Pavarotti und Montserrat Caballé an unter der Leitung von Riccardo Chailly (DECCA).




AUFNAHME EMPFEHLUNG: DECCA, Luciano Pavarotti, Joan Sutherland, Montserrat Caballé und Nicolai Ghiaurov unter der Leitung von Zubin Metha und dem London Philharmonic Orchestra und dem John Aldis Choir
AUFNAHME EMPFEHLUNG: EMI mit Maria Callas und Mario del Monaco unter der Leitung von Antonino Votto


Handlung


a) Kurzhandlung:


Der Dichter André Chénier verliebt sich während der Französischen Revolution in Madeleine, die auch vom Lakaien Charles Gérard geliebt wird,


Gérard schliesst sich später der Revolution an und wird Ankläger der Revolutionären Jakobiner.


Als Chénier auf der Proskriptionsliste steht und schliesslich zum Tode verurteilt wird, bereut der inzwischen mächtige Gérard vergeblich seine Anklage und versucht, ihn zu retten. Madeleine erkauft sich durch Bestechung einen Platz an Chéniers Seite, und beide besteigen gemeinsam den Karren zur Guillotine.



b) Detail Handlung


1. AKT:


Frankreich, im Jahr 1789 im Schloss einer Gräfin. Es laufen die Vorbereitungen zu einem Ball. Neben vielen Adligen ist auch der Schriftsteller Andrea Chénier eingeladen. (Questo azzurro sofà) Der Diener Gérard hasst die Aristokraten, ist aber heimlich in Maddalena, die Tochter der Gräfin verliebt. (Il giorno intorno)


Die in einem engen Mieder eingeschnürte Maddalena ist in Erwartung des Balles. (Soffocco, moro tutta chiusa) Die Gäste erscheinen und eine Theatergruppe führt eine Schäferszene zur Unterhaltung auf. (O Pastorelle, addio) Auf dem Ball hat Maddalena Chénier mit Worten über die Liebe provoziert. Dieser verteidigt die wahre Liebe und gibt seiner Verachtung über den Adelsstand Ausdruck, der sich nicht um das Elend des Volkes schere. (Un di all azzuro) Gérard hat heimlich hungernde Bauern herbestellt, die in den Saal eindringen und betteln. Die Gräfin lässt sie hinauswerfen, worauf Gérard lautstark den Dienst im Schloss quittiert.


2. AKT:


Fünf Jahre später. Frankreich wird durch Robbespierre regiert und ist zu einem Polizeistaat geworden. Maddalena konnte die Säuberungen überstehen, begleitet von der treuen Dienerin Bersi, die sich als sogenannte «Merveilleuse» (Prostituierte) verdingt. Sie wird von einem «Incroyable» (einem Spitzel) argwöhnisch beobachtet, währenddem ein Henkerskarren mit zu Tode verurteilten vorbeifährt.


Bersi ist auf der Suche nach Chénier. Chénier hat erfahren, dass er auf einer Liste von Staatsfeinden steht. Sein Freund Roucher rät zur Flucht. Er hat einen Pass besorgt, doch Chénier will vorher noch eine Unbekannte treffen, mit der er seit einiger Zeit im Briefkontakt steht. (Credo a una possanza arcana) Roucher warnt, beim Brief könnte es sich um eine Falle handeln. (Calligrafia invero femminil!)


Unweit von Ihnen erscheint Gérard. Der Spitzel ist bei ihm. Gérard gibt ihm die Beschreibung einer Frau, die er sucht. Bersi wird heimlich vom Spitzel beobachtet, als sie Chénier beim Treffpunkt findet. Sie kündigt ihm das Erscheinen einer Dame an. Roucher warnt und sieht seine Befürchtungen durch das Erscheinen der «Merveilleuse» bestätigt, doch Chénier will mit der Dame sprechen. Es dunkelt ein und eine Patrouille zündet die Lampen auf der Brücke an. (Non mi saluti?)


Maddalena taucht in den Kleidern einer Näherin auf. Der Spitzel hat sie erkannt und folgt ihr. Nun trifft sie Chénier und gibt sich als die Frau zu erkennen, die ihm die Briefe geschrieben hatte. Chénier erkennt sie zuerst nicht. Als sie die Kapuze abzieht, erkennt Chénier die Tochter der Gräfin.


Sie hat ihre Familie verloren und fürchtet nun um ihr eigenes Leben. Chénier bietet seine Hilfe an und die beiden gestehen sich ihre Liebe. (Ora e soave) Mittlerweile ist Gérard vom Spitzel informiert worden und ist herbeigeilt. Er gerät mit dem für ihn Fremden in ein Duell, während Roucher mit Maddalena entkommt. Gérard wird verwundet, lässt aber Chénier laufen, als er erkennt, dass es sich um den Dichter handelt, dem er am besagten Ballabend zugehört hatte.


3. AKT:


Ein paar Monate später. Gérard erfährt von der Verhaftung Chéniers. Er hofft jetzt auf seine Chance Maddalena zu bekommen und bereitet trotz Gewissensbissen die Anklage gegen Chénier vor, von dessen Schuld er innerlich nicht überzeugt ist. (Nemico della patria) Magdalena trauert um das Schicksal ihrer Eltern, die in den Wirren der Revolution umkamen. Sie sucht Gérard auf und bittet ihn Chénier freizulassen.


Gérard gesteht Maddalena seine Liebe und Maddalena bietet ihm darauf eine Liebesnacht an, wenn er Chénier freilässt. (La mamma morta) Chénier steht vor Gericht. Mit einer flammenden Rede verteidigt er sich. Ja, er sei ein Soldat gewesen, dessen Waffe die Feder war. Doch die Verteidigung hilft ihm nicht, er wird zum Tode verurteilt. (Si fui soldato)



4. AKT:


Chénier und Roucher sitzen im Kerker und warten auf ihre Hinrichtung. Er liest Roucher seine letzten Verse vor, die ihnen den Abschied erleichtern sollen. (Come un bel di di maggio) Mit Hilfe von Gérard hat sich Maddalena in die Zelle schleichen können, um mit Chénier zu sterben. Die beiden versichern sich Ihrer ewigen Liebe und werden umschlungen auf dem Karren zum Schafott geführt. (Vicino a te)



Kommentar


Geschichte und Uraufführung:


Giordano war als junger Komponist einige Jahre bei dem Verleger Sonzogno unter Vertrag, als der ihn mit den Worten «er sei völlig talentlos» wegjagte.

Edoardo Sonzogno
Edoardo Sonzogno


Der völlig mittellose Giordano war verzweifelt und bat seinen Freund, den damals bekannten Komponisten Franchetti zu vermitteln. Sonzogno, der gleichzeitig Direktor der Scala war, gab dem mittellosen Giordano nochmals eine Chance. Luigi Illica schrieb ihm 1894 ein Libretto zu einer Geschichte über den französischen Dichter André Chénier.

Luigi Illica
Luigi Illica

Nun zog Giordano zu Illica nach Mailand und begann unter erbärmlichen Verhältnissen zu komponieren. Zeitweise lebte und komponierte er im Lagerraum eines Beerdigungsinstituts, in dessen oberen Stockwerken Illica wohnte.

Umberto Giordano
Umberto Giordano

Das Werk erarbeitete er in den folgenden zwei Jahren. Als er das fertige Manuskript Sonzogno zustellte, lehnte dessen musikalischer Berater es ab. Giordano war am Boden zerstört und kontaktierte den mittlerweile berühmten Pietro Mascagni, der Komponist der «Cavalleria rusticana».


Dieser konnte Sonzogno beruhigen und dieser akzeptierte das Werk murrend. Zu dieser Zeit war Sonzogno als Leiter der Scala sehr umstritten, da er mit verschiedensten Produktionen viele Misserfolge erleiden musste und befürchtete mit «Andrea Chénier» einen weiteren Flop zu landen. Selbst mit der Erfolgsoper «Carmen» hatte er Schiffbruch erlitten. Die Spannungen zwischen Sonzogno und Giordano stiegen weiter als der Tenor sich weigerte den Part zu singen und ein Ersatz gefunden werden musste. So war die Stimmung bei allen Beteiligten sehr angespannt als der Vorhang sich im März 1896 hob.


Schon die erste Arie musste wiederholt werden und die Aufführung geriet zu einem grandiosen Triumph. Giordano musste zwanzig Mal vor den Vorhang treten und rettete so Sonzogno, welcher überglücklich über die überraschende Wendung war.



Das Libretto:


Luigi Illica nahm das Schicksal der historischen Figur des André Chénier als Basis und erfand eine Liebesgeschichte dazu. Sowohl Roucher wie auch Maddalena und Gérard sind erfundene Personen. Als Illica an der Oper arbeitete, schrieb er im Tandem mit Giacosa gleichzeitig auch an Puccinis «Tosca» und «La Bohème». Während Giacosa der poetische «Verseschmied» war, war Illica der üppige «Geschichtenerzähler». Es ist staunenswert wie viele Handlungen und Szenerien er in den «Andrea Chénier» einbaute: wir sehen das Adelsschloss des Ancien Régimes, das Schäferbild, Straßenszenen im Paris, ein Revolutionsgericht, Kerkerszenen, die Hinrichtungsszene und dazu dürfen wir noch das Dutzend Bühnenrollen hinzurechnen. Seiner Imaginationskraft ist es zu verdanken, dass Umberto Giordano inspirierende Bilder für seine Kompositionsarbeit bekam.


Die Musik:


War es die schiere materielle Not, die Giordanos Schöpfergeist beflügelte? Er bietet dem Hörer eine erstaunliche Zahl von großartigen Melodien, farbigen Szenen und großen Gefühlen. Für alle Szenen und Rollen fand Giordano die passenden Töne und zeigte sich im Alter von 27 Jahren auf dem Gipfel seiner Schaffenskraft. Bis heute haben alle Tenöre und Soprane, die Rang und Namen hatten die attraktiven Partien gesungen. Ein Gesangspaar löste sogar einen berühmt gewordenen Sängerkrieg aus (siehe weiter unten). So wurde dieses Werk zu einer klassischen «Sängeroper», mit allen Vor- und Nachteilen, die das mit sich bringt.




Die schönsten Stellen


Questo azzurro sofà:


Eine kurze orchestrale Einleitung schildert in blumigen Farben die dekadente Üppigkeit des Fests der Adligen während eines Hungerwinters. Verächtlich äußert sich der Diener Gérard über den Adel, spöttisch begleitet von der höfischen Tanzmusik des Orchesters. Im zweiten Teil kippt die Atmosphäre der Musik in eine drohende Stimmung, die das kommende Unheil ankündigt.



Il giorno intorno:


Die Musik ändert sich mit dem Eintreten von Maddalena, Harfen und Bläserklängen begleiten sie. Selbst Gérard, dessen Stimme im Hintergrund hörbar ist, hat sich plötzlich wieder besänftigt.


Soffocco, moro tutta chiusa:


Ein elegantes, höfisches Motiv leitet diese Passage ein, das zusammen mit dem zweiten schönen und beschwingten Tanzmotiv ein wunderbares musikalisches Bild des Ancien Régimes zeichnet.


O Pastorelle, addio:


Ein romantisches Stück mit Frauenchor, von Harfen begleitet.



Un di all azzuro:


Diese berühmte Arie stellt den Tenor vor eine physische Herausforderung. Lange deklamatorische und mächtige Passagen, teilweise in hohen Tonlagen, fordern den Tenor. Die Arie dauert inklusive Rezitativ stolze sechs Minuten.



Calligrafia invero femminil!:


Roucher äußert die Befürchtung der Brief könnte von einer «Merveilleuse» stammen. Das musikalische Motiv, das gleich zu Beginn dazu ertönt, ist sehr kokett. Chéniers Träume einer Begegnung scheinen zu zerplatzen.


Non mi saluti?:


Giordano hat in diesem kurzen Stück zwei schöne Bilder gemalt. Im ersten Teil die Dämmerstimmung und nach dem Dialog im dritten Teil die sogenannte «Ronda» der Wachen, die mit Trommeln begleitet wird.



Ora e soave:


Es ist das ekstatische Duett zweier Seelen, die in der Not ihre Liebe erkennen.



Nemico della patria


Diese Arie und Szene erinnert sofort an den brutalen und eiskalten Scarpia. Kein Wunder, beide Vorlagen stammen aus der Feder Illicas. Sie erfordert einen Bariton mit einer starken, dramatischen Stimme. Der erste Teil der Arie ist düster, der zweite Teil zeigt einen leidenschaftlichen Gérard und sie endet mit einem ekstatischen rallentando auf «tutte le genti amar».



La mamma morta:


Diese Arie der Maddalena besteht aus zwei Teilen. Zu Beginn steht eine bittere Anklage an die Grausamkeiten der Revolution, im zweiten Teil hören wir eine ekstatische Liebeshymne. Die Arie beginnt mit einem einsamen Cello, die «Con espressione» einsetzt. Maddalena beginnt mit zehn auf der gleichen Tonhöhe gewisperten Noten «La Mamma morta», fahl und resignierend. Plötzlich und von Entsetzen erfüllt, beschleunigt sich die Musik und sie sieht vor ihrem Auge das brennende Haus ihrer Familie.


Grauenvoll hört man im fahlen Tremolo der Streicher das Knistern des Feuers. Bei der Erwähnung von Bersi flackert Wärme auf, kurz darauf wandelt sich der Ton wieder in Bitterkeit, dass Bersi ihre Schönheit zu Marke tragen musste, um ihr beiden Überleben zu sichern. Eine einsame Bratsche mit einem schmerzlichen und tröstenden Motiv von vier aufstrebenden Noten leitet in den zweiten Teil über.


Die Stimmung wechselt innerhalb von wenigen Takten. Maddalena singt von ihrer Liebe. Mit einer wunderschönen Passage «nei miei occhi» öffnet sich das Herz förmlich. In der Folge steigert Giordano das Tempo und die Intensität nimmt mehrmals zu und erreicht mit den höchsten Ton H auf «Ah io son l‘amor». Zum Schluss fällt Maddalena wieder in die Resignation des Anfangs zurück mit dem grauenvollen «e vi bacia la morte» (und es küsst dich der Tod).


Wenn Sie den Film „Philadelphia“ kennen, erinnern Sie sich vielleicht daran, wie Tom Hanks Denzel Washington die Szene aus „Andrea Chenier“ – „La mamma morta“ – erklärt, die von Maria Callas gesungen wird.



Si fui soldato:


Es ist die stolze Selbstverteidigung des Chénier. Der Höhepunkt der Arie ist auf dem Wort «Uccidi» («Töten»), er rechnet selbst nicht mehr lebend aus dieser Geschichte herauszukommen.

Come un bel di di maggio: Diese berühmte Arie beginnt in einer Moll-Atmosphäre, eingeleitet von einer unendlich traurigen Klarinette, und wandelt sich zu einer leidenschaftlichen Dur-Ekstase.


Vicino a te:


Selten wurde in einem Duett eine Hitze wie im «Vicino a te» erreicht. 140 Takte glühender Musik durchsetzt mit ekstatischen, hohen Tönen. Videobeispiel siehe weiter unten.





Große Aufnahmen in YouTube



Nemico della patria – Giuseppe Taddei: Hören Sie eine eindrückliche Fernsehaufzeichnung von Giuseppe Taddei, einem großartigen Sänger und exzellenten Schauspieler. Die drei Teile wurden von ihm stimmlich und schauspielerisch exakt und gekonnt gestaltet. Seine stimmliche und schauspielerische Bühnenpräsenz in diesem Stück ist eindrücklich. Video siehe weiter oben.


La mamma morta – Maria Callas: Falls Sie den Film «Philadelphia» kennen, dann erinnern Sie sich vielleicht wie Tom Hanks Denzel Washington die Szene aus Andrea Chenier «La Mamma morta» erklärt, eindrücklich gesungen von Maria Callas. Video weiter oben.


Si fui soldato: Hören Sie dieses Stück in einer großartigen Interpretation von Luciano Pavarotti.




Come un bel di di maggio – Jussi Björling: Hören Sie diese Szene in einer schönen, fast schon überwältigenden Interpretation von Jussi Björling. Er hat Chenier nie im Opernhaus gesungen. Seine Interpretation überzeugt mit der schönen Linie und dem melancholischen Björling-Timbre.



Vicino a te – Maria Callas / Mario del Monaco: Der Wettkampf, den sich Maria Callas und Mario del Monaco in dieser Oper lieferten, wer in den beiden Duetten lauter singen kann wurde weltberühmt. Hier hören wie das Schlussduett in der Version des Sängerkriegs zwischen diesen beiden einstigen Stars.





3 Fun Facts


1. Als Giordano 1895 seinen «Andrea Chénier» schrieb, war er sein letzter Strohhalm, denn sein Verleger wollte mit ihm eigentlich nicht mehr zusammenarbeiten. Als auch noch der Librettist nach einem hitzigen Wortgefecht die Partnerschaft aufkündigte, zog der verzweifelte Giordano eine Pistole aus der Hose und bedrohte den Librettisten, der dann schwur weiterzuarbeiten. Giordano zeigte ihm darauf die Karton-Pistole und beide brachen in lautes Gelächter aus.


2. Als der Verleger Sonzogno Giordanos eingereichte Oper ablehnte, suchte der Komponist Hilfe bei seinem Freund Pietro Mascagni, der auch bei Sonzogno unter Vertrag war. Als er sich zu ihm begab, war dieser Ehrengast bei der Einweihung einer Straßenbahn in Florenz. Als Mascagni auf der Straßenbahn stehend seinen Freund erblickte, stieg er aus dem Wagen und die Strassenbahn fuhr los. Nach wenigen Minuten versagten die Bremsen und es ereignete sich ein Unfall mit vielen Toten. Möglicherweise hatte Giordano so Mascagni das Leben gerettet.


3. In der Schluss-Szene des vierten Aktes besteigen Tenor und Sopran den Karren, der sie zum Schafott bringt. In einer Aufführung der Wiener Staatsoper sang Luciano Pavarotti die Tenorrolle. Doch der Wagen, der von Garden gezogen wurde, bewegte sich nicht. Pavarotti war zu schwer. In derselben Szene wollte der italienische Tenor Corelli einmal galant seine berühmte Kollegin Montserrat Caballé auf den Wagen heben. Der Hebevorgang misslang. Caballé, eine Sängerin der Gewichtsklasse Pavarottis, blieb wie Blei am Boden.



ANDREA CHENIER von Umberto Giordano



Häufig gestellte Fragen zu ANDREA CHENIER (FAQ)



Welches sind die bekanntesten Stücke aus La Boheme?


Un dì all’azzurro spazio, Credo a un possanza arcana, Ora e soave, Nemico della patria, La mamma morta, Si fui soldato, Come un bel dî di maggio, Vicino a te



Wie ist die Handlung in wenigen Sätzen?


Der Dichter André Chénier verliebt sich während der Französischen Revolution in Madeleine, die auch vom Lakaien Charles Gérard geliebt wird,

Gérard schliesst sich später der Revolution an und wird Ankläger der Revolutionären Jakobiner.

Als Chénier auf der Proskriptionsliste steht und schliesslich zum Tode verurteilt wird, bereut der inzwischen mächtige Gérard vergeblich seine Anklage und versucht, ihn zu retten. Madeleine erkauft sich durch Bestechung einen Platz an Chéniers Seite, und beide besteigen gemeinsam den Karren zur Guillotine.



Welches Stück aus "Andrea Chenier" wurde durch den Film "Philadelphia" bekannt? Wer hat es gesungen?


Wenn Sie den Film „Philadelphia“ kennen, erinnern Sie sich vielleicht daran, wie Tom Hanks Denzel Washington die Szene aus „Andrea Chenier“ – „La mamma morta“ – erklärt, welches von Maria Callas gesungen wird.



Was hat es mit dem Sängerkrieg in "Vicino a te" in sich?


Der Wettkampf, den sich Maria Callas und Mario del Monaco in dieser Oper lieferten, wer in den beiden Duetten lauter singen kann wurde weltberühmt. Hier hören wie das Schlussduett in der Version des Sängerkriegs zwischen diesen beiden einstigen Stars.


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