Rom – Reiseführer für Oper und Klassik
- peter
- 16. Juli
- 7 Min. Lesezeit

Rom – Reiseführer für Oper und Klassik
Besuchsziele mit Bezug zur klassischen Musik und Opernkunst. Lernen Sie spannende Ideen und Hintergrund-Informationen kennen.
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KONZERTSÄLE UND OPERNHÄUSER
Teatro all-opera di Roma
Das Römer Opernhaus ist ein renommiertes Haus, das aus dem Jahr 1880 stammt. Es war der Ort einiger Uraufführungen wie Cavalleria rusticana, Tosca, l’amico Fritz oder Iris (mit Caruso). Es beherbergt 1700 Sitzplätze und ist Opern- und Ballett Aufführungsstätte.
Teatro dell opera di Roma

Uraufführung der Cavalleria rusticana: Im Teatro Costanzi erfolgte 1890 vielleicht die grösste Sensation der Operngeschichte. Unter der Anwesenheit der musikbegeisterten Königin Margerita aber vor halbleerem Saal erfolgte im Rahmen Sonzognos Wettbewerb die Uraufführung des Stücks des völlig unbekannten Komponisten.
Als das Stück vorbei war, musste Mascagni sechzig Mal vor den Vorhang treten und die Dauer der Ovationen entsprach in etwa der Aufführungsdauer des Einakters. Am nächsten Tag war Mascagni eine Berühmtheit und rasch trat das Werk seinen Siegeszug um die Welt an, den es bis heute beibehalten hat.

Terme di Caracalla
Wo die drei Tenöre sangen: Spätestens seit der Aufführung der “drei Tenören” (Pavarotti, Domingo, Carreras) 1992 in den römischen Termen kennt man diesen Freilicht-Spielort. In diesen historischen Termen werden im Sommer Freiluft – Konzerte und Opern aufgeführt. Die Bühne und die Sitzplatz-Kapazität sind sehr gross.

Teatro Argentina
Uraufführung des “Barbiere di Siviglia”: Das Argentina hatte die Ehre, die Bühne für eine der berühmtesten Uraufführungen der Operngeschichte gewesen zu sein, der Tumult der Uraufführung vom 20. Februar des «Barbiere» wurde zur Legende. Mehr dazu weiter unten im Exkurs.

Dieses Theater befindet sich an der Stelle, wo sich einst das riesige Theater des Pompeius befand, in dem Julius Cäsar 44 v. Chr. getötet wurde. Das Teatro Argentina wurde im 18. Jahrhundert erbaut und steht noch immer im Glanz des 19. Jahrhunderts und ist in der heutigen Zeit Stätte von Musik- und Sprechtheater und gehört zu den Teatri di Roma.
Accademia Nazionale di Santa Cecilia
Die Accademia Nazionale di Santa Cecilia gehört zu den weltweit ältesten Musikinstitutionen und wurde durch den heiligen Stuhl initiiert.
Die Akademie gewann früh an Ansehen, dank Persönlichkeiten wie Arcangelo Corelli, Alessandro und Domenico Scarlatti, Niccolò Jommelli, Baldassare Galuppi und Pasquale Anfossi mit ihr verbunden waren.
Im 19. Jahrhundert öffnete sich die Accademia für Tänzer, Dichter, Musikhistoriker, Musikinstrumentenbauer und Musikverleger.
Das Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia und der Chor wurden 1908 gegründet.

Freiluftbühne Cavea:

Die Accademia entwickelte sich von einem musikalischen Liceo zu einem Konservatorium und beherbergt heute auch eine Schauspielschule. Seit 2008 unterhält die Akademie zudem ein Musikinstrumentenmuseum namens MUSA.
KIRCHEN
Sixtinische Kapelle
Mozart notiert das Miserere: In der berühmten Kapelle hörte Mozart das Miserere von Allegri. Dieser 9-stimmige Choral durfte nur in der Karwoche in der Sixtinischen Kapelle erklingen und es war unter Androhung der Exkommunikation verboten, eine Kopie des Musikstücks anzufertigen.
Kaum ein Romreisender ließ sich dieses Erlebnis in der Karwoche entgehen. Mozart hörte sehr aufmerksam zu und schrieb, zurück in seinem Quartier, die Noten aus dem Gedächtnis auf Papier ab, praktisch ohne Fehler. Nach einem zweiten Besuch wurden noch kleine Fehler korrigiert.
Madonna del Rosario
Liszt freundet sich mit dem Papst an: An diesem Rückzugsort arbeitete Liszt unter anderem an seinem Christus Oratorium. Der einflussreiche Pius IX besuchte ihn hier und Liszt spielte ihm Kompositionen vor. Der Papst seinerseits soll aus Bellinis «Norma» vorgesungen haben. Aus dieser Begegnung entwickelte sich eine länger dauernde Beziehung und Liszt besuchte Pius IX mehrmals auf Castel Gandolfo.
Die Kirche ist hinter dem Vatikan und mit öffentlichen Verkehrsmitteln etwas schwieriger zu erreichen. Das Kirchenäussere mit seiner doppelten Treppe ist sehr beeindruckend, die Kirche aber nur sonntags geöffnet. Franz Liszt hielt sich ab 1863 für fünf Jahre im Kloster auf, was auf einer Gedenktafel an der Umfassungsmauer unterhalb des Kircheneingangs vermerkt ist.
San Giovanni in Laterano
Händels aufsehenerregendes Konzert in der beeindruckenden Kirche: 1707 soll Händel ein aufsehenerregendes Konzert in der Laterankirche gegeben haben. Die Laterankirche als das älteste Kirchengebäude in Rom, eine der vier päpstlichen Kirchen und die Kirche des Bischofs von Rom (Personalunion des Papstes). Die Kirche ist überwältigend und ein Besuch ist sehr empfehlenswert.

Toscas 1. Akt: Prächtige, mit goldenen Decken verzierte Kirche mit riesiger Kuppel. Cavaradossi malt dort seine Madonna im ersten Akt und Angelotti versteckt sich in einer Seitenkapelle. Die Seitenkapelle mit den Frauenkleider Angelottis und die Madonna von Cavaradossi werden Sie nicht finden, da sie nicht existieren, trotzdem ist ein Besuch lohnend.

PALAZZI
Palazzo Colonna
Ein überwältigender Adelspalast der Innenstadt, in dem Händel musizierte. Der Palazzo Colonna ist teilweise öffentlich zugänglich, darunter die berühmte Galleria d’Arte, erbaut im 17. Jahrhundert durch den Kardinal Girolamo Colonna.

Villa d-Este (Tivoli; ausserhalb von Rom)
Franz Liszts Ort der Inspiraton: Franz Liszt war in den kirchlichen Kreisen bestens vernetzt und er lernte den Kardinal Gustav Adolf Kardinal Hohenlohe kennen. Dieser hatte sich für die Restauration der Villa d’Este eingesetzt, ein prunkvoller Palast mit den berühmten Renaissance Gärten und Brunnen. Letztere wurden von aufwändig umgeleiteten Gewässern bewässert.
Liszt besuchte den Kardinal mehrmals in der Villa d’Este und wohnte ab 1869 dort. Dort entstand unter anderem das berühmte «Les jeux d’eau à la Villa d’Este» aus den «Années de pèlerinage». Die Villa d’Este liegt etwa 30 Kilometer ausserhalb von Rom und ist auch der Ort einer weiteren weltberühmten Sehenswürdigkeit, der Villa Adriana.


Mit den Kompositionen seiner Spätjahren verfasste Liszt einige zukunftsgerichtete. Die Komposition des Stücks « Les jeux d’eau à la Villa d’Este» verweisen bereits auf den Impressionismus. Es war auch in Rom, wo Liszt auf den jungen Debussy traf. Liszt besuchte ab und zu die Villa Medici, wo sich die Residenz der Rom-Preisträger befand. Er traf dort 1886 auf Debussy. Debussy äusserte sich später ausdrücklich positiv über die virtuosen Kompositionen Liszt’s.
In der Komposition zu den Wasserspielen sind aber nicht nur impressionistisch perlende Wassergeräusche zu hören, sondern auch Fortissimo-Passagen. Beim Besuch der Brunnen in Tivoli versteht man warum, denn tosende, wasserspeiende Fontänen erwarten den Besucher.
Castel Sant’Angelo (Engelsburg)
Toscas dritter Akt: Jeder Opernliebhaber kennt die berühmte Engelsstatue der Engelsburg, die im dritten Akt der Tosca zu sehen ist. Die Burg hat eine lange und bewegte Vergangenheit, sie begann im 2. Jahrhundert als Mausoleum, diente Päpsten als Wohnort, war die Behausung der berüchtigten Lucrezia Borgia und wurde später zum Verwaltungs- und Gefängnisturm.

Mussolini liess den Turm in ein Museum verwandeln, das es bis heute ist. Die Terrasse, wo Puccini und der Dichter Sardou die Erschiessung Cavaradossis spielen, liessen kann betreten werden, der Blick auf Tiber und Petersdom ist atemberaubend, und (der Kenner weiss es ja schon) man erkennt, dass Floria Tosca selbst bei besten Weitsprungkünsten den Sprung in den Tiber nie und nimmer schaffen würde.
Palazzo Farnese
Toscas zweiter Akt: Puccini verlegte das Büro des despotischen Scarpia in den Palazzo Farnese, während Sardou es in seinem Roman in der Engelburg situierte. Den Palazzo Farnese gibt es, er wurde von Alessandro Farnese erbaut, einem Adligen und späteren Papst Paul III. Er ist seit bald 100 Jahren der Sitz der französischen Botschaft, die dort die Botschaft errichtete mit der Auflage sich um die Kunstwerke zu kümmern. Das schönste Renaissance Gebäude Roms ist nur mit Führungen zugänglich.

Monate voraus buchen, Bei Führung Pass mitnehmen.
HÄUSER UND APARTMENT VON KÜNSTLERN
Forum Romanum: Liszts Wohnort
1865 begab sich Liszt in eine komfortable Wohnung im Kloster Santa Francesca Romana. Dieses Kloster liegt im Forum Romanum in der Ecke zum Kolosseum, neben der gleichnamigen Kirche und dem Venus und Rom Tempel. Heute beherbergt dieses Gebäude die Administration des Forums.

Palazzo ruspoli / Residenza Napoleone
Händel lebte zeitweise in diesem zentral gelegenen Stadtpalast von Ruspoli und schrieb unter anderem sein «Ressurezione» hier. Dieser Palazzo war berühmt für seine Marmortreppen. Heute ist das Gebäude teilweise durch ein wunderschönes Boutique-Hotel belegt (Residenza Napoleone) und kann nur während sporadischen Ausstellungen besichtigt werden.
Zeitgenössische Zeichnung des Palazzo Ruspoli:

Villa Medici
Wo die Rom-Preisträger wohnten: Von 1803-1968 veranstaltete das Pariser Conservatoire (daneben auch Institutionen weiterer künstlerischer Richtungen) jährlich einen Wettbewerb, bei dem junge Komponisten ein Werk einreichen konnten. Dem Gewinner winkte ein mehrjähriger Aufenthalt in Rom in der Villa Medici. Zu den Gewinnern dieses renommierten Preises gehörten Komponisten mit klingenden Namen wie Debussy, Massenet, Saint-Saens, Charpentier, Bizet und Gounod.

Heute ist die Villa Medici ein Kunstinstitut, das besucht werden kann mit einem Kaffee- Restaurant. Lage, der Garten und Aussicht über Rom sind herrlich. Es ist nahe der Spanischen Treppe und der Villa Borghese gelegen.
Zugang zum Gebäude nur mit Tour, Tour im Voraus buchen.

HOTELS UND RESTAURANTS
Caffè Greco
Wo Liszt Wagner traf: Dieses Caffè geht bis ins 1760 zurück und hat noch immer den historischen Charme behalten. Es beinhaltet lange Korridore und Räume, wo hunderte Kunstwerke hängen. Es war ein berühmtes Künstlercafé und die Liste der Gäste liest sich wie ein who is who der Künstler des 19. Jahrhunderts. Liszt war öfters hier und soll sich hier mit Richard Wagner getroffen haben.

Grand Hotel Plaza di Roma
Mascagnis verbrachte die letzten 12 Jahre seines Lebens in diesem Luxushotel und verstarb in seiner Suite. Um die Ecke befindet sich in der Via del Corso, in der Nähe des Hotels Plaza, in dem Teil der Straße, der zum Rione Campo Marzio gehört eine Büste Mascagnis, die 1948 platziert wurde und an den berühmten Bewohner erinnert.

Das Hotel beeindruckt mit seinem Platz und der Terrasse. Ein Spaziergang durch das Hotel und ein (nicht billiger) Kaffee auf der schönen Terrasse runden einen Besuch im Stadtzentrum ab.

Ristorante Sibilla, Tivoli
Unweit der Villa Gregoriana befindet sich ein wunderbares Hotel /Restaurant. Das Bauwerk gehört zum archäologischen Areal.

Berühmte Besucher zieren die Gästeliste: von gekrönten Häuptern bis zu berühmten Künstlern.

Der Garten des heutigen Restaurant unter den Säulen ist in vielen historischen Gemälden sichtbar:

Verfilmung der Tosca an Römer Originalschauplätzen
Hören Sie und Sehen Sie Placido Domingo in einem „Live-Film“, der an den vom Komponisten beschriebenen Originalorten gedreht wurde. Mittags in Sant‘ Andrea della Valle, am selben Abend im Palazzo Farnese und am nächsten Morgen im Castel Sant’Angelo. Die Sänger waren über Monitore mit dem Dirigenten und dem Orchester verbunden, die in einem Konzertsaal spielten. Hier auf der Engelsburg.
Rom – Reiseführer für Oper und Klassik




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