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Die Entführung aus dem Serail von Mozart - ein Opernführer: Handlung, Musik, Wissenswertes

  • peter
  • 28. Juni
  • 11 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 4. Aug.

Biografie Johann Sebastian Bach

Mozart sollte für Kaiser Joseph II ein Singspiel schreiben, der die Dominanz der italienischen Oper in Wien mildern wollte. Er erfüllte seinen Wunsch und schrieb das erste wirklich bedeutende Werk für dieses Genre. Gleichzeitig sprengte er die Formen des Singspiels und schrieb eines seiner Meisterwerke. Die Entführung wurde einer seiner größten Erfolge in einem sonnigen Abschnitt seines Lebens.




 


Die Entführung aus dem Serail von Mozart


a) Kurzhandlung:


Belmonte will seine Braut Konstanze, die mit ihrer Zofe Blondchen und dem Diener Pedrillo aus dem Palast des Bassa Selim befreit werden soll, aus der Gefangenschaft retten.


Mit Pedrillos Hilfe gelingt es, den Wächter Osmin betrunken zu machen, doch die nächtliche Flucht der beiden Paare scheitert, und alle werden vor den Bassa gebracht. Als sich herausstellt, dass Belmonte der Sohn seines grössten Feindes ist, verzichtet der Bassa auf Rache und lässt die Gefangenen grossmütig frei.



b) Detail Handlung




URAUFFÜHRUNG: Wien, 1762 LIBRETTO: Gottlieb Stephanie der Jüngere, basierend auf Christoph Friedrich Bretzners «Belmonte und Constanze, oder: die Entführung aus dem Serail».

DIE HAUPT PERSONEN: Bassa Selim, Türkischer Pascha (Sprechrolle) - Osmin, Palastaufseher des Bassa (Bass) - Belmonte, spanischer Edelmann (Tenor) - Pedrillo, Belmontes Bediensteter und Aufseher über die Gärten des Bassa (Sopran) - Konstanze, Geliebte des Belmonte (Sopran) - Blonde, Zofe der Konstanze (Sopran).

AUFNAHME EMPFEHLUNG: Keine spezifische Empfehlung.


Handlung

1. AKT: Ein Platz vor dem Palast des Bassa. (Ouvertüre) Konstanze ist von Seeräubern gefangen worden und zusammen mit ihren Dienern Blonde und Pedrillo an den Bassa Selim verkauft worden. Konstanzes Geliebter Belmonte hat dank eines heimlichen Briefs seines Dieners Pedrillo ihren Aufenthaltsort erfahren.


Er steht nun vor dem Palast Bassa Selims und plant sie zu entführen. (Hier soll ich dich denn sehen) Osmin taucht auf. Er ist der Palastaufseher Bassa Selims und hat Blonde, die Dienerin Konstanzes, geschenkt bekommen. Belmonte spricht ihn an und versucht ihn auszuhorchen. Er erfährt, dass Pedrillo im Palast gefangen ist und Osmin eine herzliche Abneigung gegen ihn hat. Der Aufseher ist misstrauisch gegenüber Belmonte und vermutet, dass er gekommen ist, um Frauen aus dem Serail zu stehlen. (Verwünscht seist du samt deinem Liede) Belmonte verlässt den Platz und Pedrillo taucht auf.


Durch seine Arbeit in den Gärten konnte er die Gunst von Selim gewinnen und will sich mit wieder mit Osmin vertragen, doch es gelingt ihm nicht, die Feindseligkeit des Aufsehers zu beschwichtigen.


Als Osmin den Platz verlässt, kommt Belmonte zurück und erkennt Pedrillo. Sein Diener erzählt ihm was vorgefallen ist. Belmonte fällt aus allen Wolken, als er erfährt, dass Konstanze im Harem des Selim gelandet ist. Pedrillo beruhigt ihn, und versichert, dass noch nichts passiert sei. Belmonte hält ein Schiff zur Flucht bereit und erzählt seinem Diener von seinem Entführungsplan.


Um in den Palast zu kommen, rät Pedrillo seinem Herrn, sich als Baumeister auszugeben, da Architektur das Steckenpferd des Selim sei. Belmonte ist voller Vorfreude auf das Wiedersehen mit Konstanze. (O wie ängstlich, wie feurig klopft mein liebevolles Herz)


Von Janitscharenmusik begleitet, taucht Selim in Begleitung von Konstanze auf. Schnell verstecken sich Belmonte und Pedrillo. Bassa erklärt Konstanze zum wiederholten Male seine Liebe. Er könnte grausam mit ihr verfahren, doch er will, dass sie ihn aus freien Stücken liebt. Seine Geduld neigt sich langsam dem Ende zu, und Konstanze bittet ihn ein letztes Mal um Geduld.


Sie kann ihren Geliebten nicht vergessen, dem sie Treue schwur. (Ach ich liebte, war so glücklich…doch wie schnell schwand meine Freude) Selim gibt ihr noch einen Tag Bedenkzeit und schickt sie verärgert weg. Da taucht Pedrillo in Begleitung von Belmonte auf, und stellt ihn als Baumeister vor.


Selim erlaubt ihm den Eintritt in den Palast und will ihn am nächsten Tag prüfen. Als sie sich zur Pforte begeben, will Osmin sie nicht hineinlassen, doch sie schieben ihn weg und treten in den Palast. (Marsch! Marsch! Trollt Euch fort)


2. AKT: Im Garten des Palasts vor Osmins Wohnung. Blonde erklärt Osmin spöttisch, dass man die Herzen europäischer Frauen nicht damit gewinnt, indem man sie wie Sklavinnen behandelt. (Durch Zärtlichkeiten und Schmeicheln) Osmin ist eifersüchtig auf Pedrillo und droht ihr. Doch Blonde lässt sich von ihm nicht einschüchtern und schickt ihn fort. (Ich gehe, doch rate ich Dir)


Konstanze kommt in den Garten. Sie ist in Gedanken und sehnt sich nach Belmonte. Selim erscheint. Er erwartet, dass Konstanze ihm morgen gehört und ihn lieben wird. Doch Konstanze will eher sterben als sich ihm hinzugeben.


Als Selim ihr droht, zeigt sie sich bereit Qualen zu ertragen, deren Erlösung ihr Tod sein wird. (Martern aller Arten) Als Blonde allein ist, tritt Pedrillo zu ihr und erzählt ihr von der Ankunft Belmontes und ihrem Plan noch diese Nacht mit einem Schiff zu fliehen.


Blonde ist Feuer und Flamme für den Plan. Auch Pedrillo ist bereit, ohne Zaudern die Flucht zu wagen.

Um Osmin auszuschalten, hat Pedrillo ein Schlafmittel in den Wein getan und überredet den Muslimen Wein zu trinken. (Vivat Bacchus) Bald schon wirkt das Schlafmittel. Belmonte tritt hinzu, erblickt mit Freude Konstanze und erzählt ihr vom Fluchtplan. Die beiden Paare sind jetzt wieder vereint. Beide Männer wollen von ihren Liebsten wissen, ob sie treu geblieben sind.


Empört weisen diese die Verdächtigungen zurück. Die beiden Männer entschuldigen sich und die Paare versöhnen sich. (Ach Belmonte, ach, mein Leben)



3. AKT: Es ist Mitternacht vor dem Palast. Belmonte vertraut auf die Liebe, die ihm und Konstanze Kraft gibt, die Flucht zu bestehen. (Ich baue ganz auf Deine Stärke) Pedrillo tritt mit einer Leiter hinzu.


Als Signal an die Frauen singt er eine Romanze und Konstanze zeigt sich am Fenster. Belmonte klettert hoch und führt sie zum Ausgang. Als Pedrillo auch Blonde holen will, erscheint der zu früh aufgewachte Osmin und bemerkt die Leiter. Schnell sind die Ausbrecher gefasst. Osmin triumphiert. (O, wie will ich triumphieren)


Osmin bringt sie zu Bassa Selim. Konstanze ist bereit zu sterben und bittet, das Leben Belmontes zu verschonen. Bassa fordert Rache.


Da gibt sich Belmonte als Sohn des Kommandanten von Oran zu erkennen, der bereit wäre jedes Lösegeld zu bezahlen. Selim realisiert, dass er den Sohn seines schlimmsten Feindes in den Händen hält. Wegen ihm musste er Spanien verlassen, und nun hat er die Gelegenheit zur Rache.


Er ordnet Folter an. Ergriffen nehmen Belmonte und Konstanze voneinander Abschied. Selim ist bewegt und ändert seine Meinung. Er will ein vergangenes Unrecht nicht mit Unrecht vergüten und der großmütige Selim schenkt den vieren die Freiheit. Alle sind vom Edelmut Selims bewegt, einzig Osmin schäumt über den Verlust Blondes. (Bassa Selim lebe lange)




Kommentar


Geschrieben in einer glücklichen Phase seines Lebens:

Der 26-jährige Mozart hatte mit dem Umzug nach Wien und mit der Verbindung zu Konstanze sein Glück im Privatleben gefunden und genoss den Erfolg, den er mit seiner Musik in Wien und Prag hatte.


Die «Entführung» wurde in Wien 1782 uraufgeführt und glänzend aufgenommen. In Prag waren die Reaktionen des Publikums sogar triumphal.

Eine Oper des Singspiels: «Die Entführung aus dem Serail» ist ein Meilenstein des deutschen Singspiels. In Wien dominierte zu dieser Zeit die italienische Oper, deren Hauptvertreter Salieri war. Joseph II regte Mozart an, für das «deutsche National Singspiel» zu schreiben und gab ihm schließlich einen Kompositionsauftrag.


Beim Singspiel handelt es sich um einen schauspielartigen Typus mit volkstümlicher Musik und gesprochenen Dialogen, statt den rezitativischen Dialogen der Opera seria. Mozart verwirklichte mit diesem Werk die Forderung seines Regenten, mehr noch, er schuf eine glänzende Symbiose deutscher und italienischer Singkunst. Joseph II wohnte der Aufführung bei. Er hatte einen etwas altmodischen Geschmack und meinte lakonisch: «Zu schön für unsere Ohren und gewaltig viele Noten, lieber Mozart.» Worauf dieser entgegnete: «Gerade so viel Noten, Eure Majestät, als nötig sind.». Trotz der glänzenden Aufnahme des Werks bekam Mozart die angestrebte Anstellung am Hofe Josephs nicht, er war aber auch zu stolz, um die Stellung zu erbetteln.


Der Librettist:

Der Librettist Gottlieb Stephanie der Jüngere benutzte als Vorlage des Librettos ein Werk, welches 12 Jahre zuvor in London aufgeführt wurde und ein darauf fußendes Theaterstück von Bretzner. Letzteres hatte die Befreiung einer Europäerin aus einem türkischen Harem zum Thema. Stephanie hatte eine bewegte Biografie.


Er war schon in jungen Jahren Soldat geworden und nahm im Alter von sechzehn Jahren bereits am Siebenjährigen Krieg teil und geriet dann 3 Jahre später in Kriegsgefangenschaft. Schließlich wurde er Schauspieler und schrieb Theaterstücke und Libretti. Das Libretto der «Entführung» darf man zwar nicht zur hochstehenden Literatur zählen, war aber gut genug, um den Funken der Inspiration bei Mozart zu zünden. Allerdings bleiben die Figuren bis auf Konstanze eher holzschnittartig und reichen nicht an Da Pontes Rollen-Ikonen wie Don Giovanni, Figaro oder die Gräfin heran.



Die schönsten Stellen


Ouvertüre:

Die Ouvertüre ist ein glänzendes Musikstück. Sie ist dreiteilig aufgebaut und beginnt im Presto mit dem klassischen «türkischen Schlagwerk». Mozart setzte die türkischen Effekte im forte ein und verwendete dazu die ergänzenden Instrumente der Piccoloflöte, Becken, Triangel und Basstrommeln.

100 Jahre vorher hatten die Türken Wien zum letzten Mal belagert und in den Jahren vor der Komposition war alles Türkische en vogue. Der Tenor dieser Mode war eine Mischung aus Spott (das Osmanische Reich hatte sich weitgehend aufgelöst) und Faszination für das Exotische und die Schönheit der maurischen Kultur.


Hier soll ich dich denn sehen:

In seiner Auftrittsarie nimmt Belmonte das Thema des Mittelteils der Ouvertüre auf, Mozart hat es in Dur transportiert. Er schrieb eine hübsche Arie für den Tenor und ermöglicht ihm so einen glänzenden Auftritt.

Verwünscht seist du samt deinem Liede: In der literarischen Vorlage spielt die Figur des Osmins nur am Rande eine Rolle. Der Theatermann Mozart erkannte schnell, dass eine Aufwertung dieser Rolle ihm die Sympathie seines Wiener Publikum einbringen könnte.


Tatsächlich ist der Kontrast zwischen dem aristokratischen Belmonte und dem einfach gestrickten Osmin bestechend und es ist vergnüglich, Osmin zuzuhören, wie er in diesem Duett den (für ihn) fremden und affektierten Belmonte nachäfft.


Ach, ich liebte, war so glücklich…doch wie schnell schwand meine Freude:

Mozart differenziert die Musik des Paars Konstanze / Belmonte auf der einen Seite zu der des Paares des niederen Standes von Blonde / Pedrillo. Die Musik des sozial höhergestellten Paares ist kunstvoller und mit großen Gefühlen ausgestattet. Davon zeugen die Ernsthaftigkeit der Musik, die emotionalen, großen Tonsprünge und kunstvolle Verzierungen. Alle diese Elemente sind in dieser Arie der Konstanze zu hören.


Diese Arie ist technisch sehr heraufordernd, die Koloraturen und vor allem die Tonsprünge erfordern große Singkunst. Mozart schrieb die Rolle der Konstanze für Caterina Cavalieri. Sie soll von hässlicher Gestalt gewesen sein und zudem auf einem Auge blind. Sie war ein Liebling des Wiener Publikums und Mozart war von ihren Koloraturkünsten begeistert. Mozart schrieb für sie vielleicht seine schwierigsten Sing Rolle.


Mozart bestätigte, dass er die Arie in die Kehle der Cavalieri in der Form einer «italienischen Bravour Arie» geschrieben hat.


Marsch! Marsch! Trollt Euch fort:

In dieser Szene entfaltet sich ein vergnügliches Terzett. Mozart schrieb einen kurzen aber umso effektvolleren Aktschluss, um den Applaus des Publikums einzufordern.

Durch Zärtlichkeiten und Schmeicheln: Die Arie der Blonde ist in Singspielmanier geschrieben, doch soll man sich nicht täuschen lassen, Mozart verlangt von der Sängerin (eine klassischen Soubrettenrolle), große Singkunst, welche mit Eleganz vorgetragen werden muss.


Mozart führt zudem die Stimme bis ins hohe E. Das Orchester ist in dieser Nummer lediglich mit Streicher sehr durchsichtig instrumentiert, mit dem Effekt, dass die Stimme «im Schaufenster» steht.


Ich gehe, doch rate ich Dir:

Dieses Duett wurde unter anderem wegen der tiefen Töne der Bassstimme bekannt. Mozart verfügte für die Uraufführung über ein hervorragendes Ensemble, dessen Bass, Ludwig Fischer, «die tiefsten Töne mit Fülle, Leichtigkeit und Annehmlichkeit hervorbringt». Mozart nutzte dies und komponierte in die Partie einige tiefe Töne, in dieser Arie beispielsweise reicht der Tonumfang bis zum tiefen Es.


Martern aller Arten:

Mozart hat für diese Seelendrama der Konstanze ein überwältigendes Stück geschrieben. Die sogenannte «Martern-Arie» der Konstanze ist eine der schwierigsten Arien der Opern-Literatur. Sie verlangt Kraft für die langen dramatischen Passagen, eine große Koloratursicherheit und einen beträchtlichen Stimmumfang.


Sie führt die Stimme bis ins hohe D. Darüber hinaus ist Durchhaltevermögen von Nöten, denn direkt vor dieser Arie musste die Sängerin bereits eine große Arie singen. Ist die vorangehende Arie «Traurigkeit ward mir zum Lose» in resignativen, hoffnungslosen Ton, so zeigt Mozart Konstanze in der sogenannten «Martern-Arie» als leidenschaftliche, opferbereite Frau.


Dieses 10-minütige Stück ist musikalisch und dramatisch ungemein gehaltvoll und auch schon als «Konzert für Koloratursopran, Solo Instrumente und Orchester bezeichnet worden». Die Arie beginnt mit einer ungewöhnlich langen, ouvertürenhaften Einleitung, in der die Soloinstrumente (Oboe, Flöte, Violine, Cello) farbige Passagen spielen.


Vivat Bacchus:

Diese Weinszene ist eine komödiantische Passage. Osmin hofft, dass Mohammed ein Auge zudrückt und trinkt sich in einen mächtigen Rausch. Musikalisch kombiniert Mozart frech türkische Musik mit einem Hoch auf Bacchus.


Ach Belmonte, ach, mein Leben:

Nun brechen die Emotionen auch musikalisch durch. Mit festlicher Musik beginnt das freudige Quartett. Doch plötzlich wechselt die Tonart in Moll und mit dem Zweifel an der Treue der Frauen zieht ein Schatten über die Szene. Die Frauen können die Zweifel ausräumen, und der Akt endet in aufgeräumter Stimmung.


Ich baue ganz auf Deine Stärke:

Diese sogenannte Baumeister Arie ist mit den vertrackten Koloraturstellen die Anspruchsvollste der vier Arien des Belmonte.


O, wie will ich triumphieren:

Diese Arie ist die schönste Stelle der Partie des Osmins. Ein Glanzstück für einen komödiantischen Bass mit großem Stimmumfang und einer sicheren Tiefe.


Bassa Selim lebe lange:

Ein Schlüsselthema der Oper ist der aufgeklärte Humanismus. Die Türken werden nicht einfach als wilde Horde gezeigt (wie Rossini 30 Jahre später), sondern Mozart und Stephanie zeigen, dass es in jedem Volke Gut und Böse gibt. Mozart endet die Oper mit einem Vaudeville, einem vom Ensemble gesungenen, eingängigen Schlusschor, der die «Moral der Geschicht» präsentiert:

Nichts ist so hässlich als die Rache hingegen menschlich, gütig sein und ohne Eigennutz verzeihn ist nur der grossen Seelen Sache.

Das Finale klingt mit überbordender Musik im Türkenstil aus.



Große Aufnahmen in YouTube



O wie ängstlich, wie feurig klopft mein liebevolles Herz - Fritz Wunderlich: Nicht zum letzten Mal schreibt Mozart ein schönes Stück über ein klopfendes Herz (man vergleiche 10 Jahre später das wunderschöne «Batti o batti bel Masetto» aus dem Don Giovanni), das er im Orchester wunderschön klopfen lässt. Es war eines der Lieblingsstücke Mozarts. Die punktierten Streicher (in Oktaven komponiert) und die schönen Crescendi sind sehr gefühlvoll komponiert.

Hören Sie diese Arie gesungen von Fritz Wunderlich in der Aufnahme von Böhm. Wunderlich galt in den Nachkriegsjahren als der «ideale» Mozart Tenor. Mozarts Tenor Rollen erfordern eine agile und lyrische Stimme, denn sie müssen in der Regel «nur» Gefühle singen, denn die Handlung und deren Dramatik findet in den Rezitativen statt.


Martern aller Arten - Edda Moser: Hören Sie diese Aufnahme gesungen von Edda Moser. Moser war eine der großen Mozart-Koloratursoprane der Nachkriegszeit. Sie war eine Sängerin, die sich ihren Rollen kompromisslos hingab und ihre Stimme nie schonte. Die Kraft ihrer Stimme ermöglichte es ihr, nicht nur Koloraturrollen zu singen, sondern auch im dramatischen Fach zu brillieren.

Ihre Aufnahmen der Konstanze und der Königin der Nacht glühten wie eine rote Flamme. Letztere schaffte es sogar als Musiktitel in die Reihe der goldenen Aufnahmen, die das Raumschiff Voyager in die Weiten des Weltraums trug. Die gleichzeitige Agilität und Kraft Ihrer Stimme ist beachtenswert. Hören Sie beispielsweise die Stelle, wo sie das anhaltende C singt und anschließend einen makellosen Triller singt (6:30).


O, wie will ich triumphieren - Kurt Moll: Kesting («Große Stimmen») spricht in höchsten Tönen von Kurt Molls Osmin: „Kurt Molls Osmin ist eines der eindringlichsten Porträts und eine der größten Gesangsleistungen der LP-Ära.» Man hört in dieser Arie in der Aufnahme von Karl Böhm eine großartige Agilität der Stimme (ab 2:09) und den erstaunlichen Stimmumfang, der ihm gestattet mühelos das tiefe D zu singen (2:35).


A che voglio trionfare - Pinza: Hören Sie dieses Stück in einer weiteren, italienisch gesungenen Fassung. Ezio Pinza war der Italiener mit der vielleicht schönsten Bass Stimme, den das Mittelmeerland hervorgebracht hatte.

Geboren 1892, stammte er aus ärmlichen Verhältnissen und versuchte sich unter anderem als Radrennfahrer. Er genoss keine formelle Sänger Ausbildung und konnte keine Noten lesen (dieses Schicksal teilte er mit dem berühmtesten Tenor der dreißiger Jahre, Benjamino Gigli)! Die Aufnahme stammt aus seinen späteren Jahren und genießt Kultstatus.



3 Fun Facts


1. In Osmins Arie «O, wie will ich triumphieren» komponierte Mozart den tiefsten Ton, der in einer bekannten Oper geschrieben worden ist (das tiefe D).


2. Mit dem Entgelt für die Oper konnte Mozart eine Wohnung beziehen und damit die Grundlage für die Ehe mit seiner Frau Konstanze legen. Drei Wochen nach der Uraufführung heirateten die beiden. Ob die Übereinstimmung des Namens seiner Frau und deren der Hauptrolle Zufall sind oder nicht, streiten sich die Experten.


3. Über die Entstehung der «Entführung» wissen wir dank des Briefwechsels Wolfgangs mit Mozart-Senior sehr viel. Wieso Mozart die Rolle des Bassa Selim als reine Sprech-Rolle gestaltete, ist aber bis heute unklar.



Die Biografie von Mozart (Doku):




Die Entführung aus dem Serail von Mozart




Wie lautet die Kurzhandlung der Entführung aus dem Serail?


Belmonte will seine Braut Konstanze, die mit ihrer Zofe Blondchen und dem Diener Pedrillo aus dem Palast des Bassa Selim befreit werden soll, aus der Gefangenschaft retten.


Mit Pedrillos Hilfe gelingt es, den Wächter Osmin betrunken zu machen, doch die nächtliche Flucht der beiden Paare scheitert, und alle werden vor den Bassa gebracht. Als sich herausstellt, dass Belmonte der Sohn seines grössten Feindes ist, verzichtet der Bassa auf Rache und lässt die Gefangenen grossmütig frei.



b) Detail Handlung

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