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Leipzig - Reiseführer Oper und Klassik

  • peter
  • 13. Juli
  • 5 Min. Lesezeit
Leipzig - Reiseführer Oper und Klassik
Bruckners Grab in St. Florian

Leipzig - Reiseführer Oper und Klassik


Besuchsziele mit Bezug zur klassischen Musik und Opernkunst. Lernen Sie spannende Ideen und Hintergrund-Informationen kennen: Leipzig die Stadt von Wagner, Mendelssohn und Bach.


 


Thomaskirche:


Thomaskirche Leipzig
Thomaskirche Leipzig

Aufführungen:

In der Thomaskirche sind regelmässig Musikaufführungen zu erleben, den Veranstaltungskalender können Sie der Website entnehmen. Registrierung ist bei Aufführungen in der Regel Pflicht.


Thomanerchor:

Die Thomaskirche war zu Bachs Zeiten nicht die einzige Wirkungsstätte des Thomanerchors, eines Knabenchors, dessen Tradition bis aufs 13. Jahrhundert zurück. Der Chor umfasste etwas über 55 Schüler, die meistens in 8-er Gruppen aufgeteilt in verschiedenen Kirchen sangen.


Johann Sebastian Bach:

In der Thomaskirche fand unter anderem die Uraufführung seiner Matthäuspassion 1727 statt. Einige der Werke Bachs aus dieser Zeit haben Kirchenlieder von Luther zur Basis. Luther ist in der Kirche auch auf einem Fenster zu sehen, das aus dem Jahr 1889 stammt. Eine Plakette an einer Säule erinnert an die Pfingstpredigt des Reformators im Jahr 1539.


Bachgrab in der Thomaskirche
Bachgrab in der Thomaskirche

Im Chorraum der Kirche befindet sich seit 1950 das Grab Bachs, dessen Gebeine auf Umwegen hierhinkamen. Als Bach gestorben war, wurde er ohne Grabstein im Friedhof der Kirche St. Johannes begraben. Nach der Bachrenaissance des 19. Jahrhunderts, ausgelöst durch Mendelssohn, wollte man seinen Körper exhumieren und in die benachbarte Kirche umbetten. Die einzige Information über den genauen Standort der Grabstelle war die überlieferte Angabe «sechs Schritte geradeaus von der Thüre an der Südseite».


Es gibt eine Kontroverse, ob die exhumierte Leiche wirklich diejenige von Bach ist. Allerdings ist die Tatsache, dass die Leiche sich in einem Eichensarg befand ein wichtiges Argument dafür, da dies damals nur auf 1% der Begräbnissen zutraf. Eine definitive Klärung würde eine DNA-Analyse geben. Die St. Johannes Kirche wurde im zweiten Weltkrieg zerbombt und man musste die Gebeine unter den Trümmern herausholen, um sie schliesslich in der Thomaskirche zu platzieren.



Die bronzene Bachstatue steht vor dem Bachfenster der Thomaskirche. In Zuge der Exhumierung Bachs Leiche im 19. Jahrhundert war ein Abdruck des Schädels gemacht worden, der als Basis für die Gestaltung des Denkmals benutzt wurde. Das Denkmal zeigt Bach beim Dirigieren (dazu das aufgerollte Notenpapier) vor einer Orgel.


Bachdenkmal vor der Thomaskirche
Bachdenkmal vor der Thomaskirche



NIKOLAI KIRCHE



Lutherkanzel in der Nikolaikirche
Lutherkanzel



Johann Sebastian Bach:


Die Nikolaikirche war eine der Wirkungsstätten Bachs, wo viele seiner Werke zum ersten Mal erklangen, beispielsweise 1724 die Johannespassion oder 1734/35 das Weihnachtsoratorium, dazu kommen unzählige Kantaten und Motetten.


Die Nikolaikirche besitzt noch einige von Bach unabhängige Spezialitäten. Zu nennen ist beispielsweise die gotische Kanzel aus der Zeit Luthers, die auch «Lutherkanzel» genannt wird.


Weiters ist der Mittel-Turm aus dem Jahr 1732 zu nennen, in dem bis zum Jahr 1932 ein Türmer gelebt hat.


Zuletzt war die Nikolaikirche auch der Ursprung der DDR-Montagsdemonstrationen, die sich aus den Montagsgebeten der Nikolaikirche entwickelt hatten und zum Ende der DDR führten.




MUSEUM ALTES RATHAUS




Die beiden Bach Gemälde:


Bachgemälde Leipzig
Bachgemälde Leipzig


Eine spannende Geschichte um das Gemälde


Das bekannteste Kunstwerk im Alten Rathaus ist das Porträt des 61-jährigen Johann Sebastian Bach, gemalt von Elias Gottlob Haussmann. Es ist möglicherweise das einzige Bildnis des Komponisten (von einem zweiten Gemälde gibt es Spekulationen), bei dem er für den Maler gesessen hat. Interessanterweise gibt es eine Zweitfassung dieses Gemälde, welche im Zweijahresabstand von der Werkstatt des Malers hergestellt wurde.


Die «Kopie» aus dem Jahr 1848 war schon seit langer Zeit im Besitz der Stadt Leipzig, nun wurde ihr auch das «Original» aus dem Jahr 1846 von einem Sammler vererbt. Dazu gibt es eine erstaunliche Geschichte: der berühmte britische Dirigent John Eliott Gardiner erzählte, dass das Bild jahrelang im Haus seiner Eltern hing und er es als Kind so täglich sah. Ein jüdisch-deutscher Familienfreund hatte es dort bei den befreundeten Gardiners während des Weltkriegs in Sicherheit gebracht. Der Zufall wollte es, dass derselbe Gardiner 2015 in seiner Funktion als Präsident des Bach-Archivs das Bild als Schenkung entgegennehmen durfte! Nun sind beide Bilder wieder in Leipzig.


Beim Gemälde handelt es sich um ein sogenanntes «Amtsbild», das zu offiziellen Zwecken erstellt worden war und ihn mit Notenpapier (einem Kanon aus dem Jahr 1846) und Kantorenrock zeigt. Zwischen den beiden Bildern sind erhebliche Differenzen sichtbar. Man vermutet, dass das Original einst nicht sachgemäss restauriert wurde. Mittlerweile wurde es nochmals sachte restauriert.


Stadtmodell


Eine weitere «Delikatesse» des Museums ist ein Stadtmodell auf 25 m2, das Leipzig ca. 1800 zeigt, vor der Industrialisierung, das heisst es präsentierte sich etwa so, wie es Bach erlebt hatte.


Stadtmodell Leipzig
Stadtmodell Leipzig






MUSEUM MENDELSSOHN HAUS




Das Mendelssohnhaus wo er von 1845-47 lebte und verstarb, wird seit 1997 als Musiksalon genutzt und ist das einzige Mendelssohn Museum überhaupt. Der Salon wurde originalgetreu nachgestellt und beherbergt viele Memorabilien. Hier finden auch regelmäßig Konzerte statt und sogar auch ein Klavierfestival im Sommer (siehe Website für Programme).




Mendelssohn-Haus-Leipzig
Mendelssohn-Haus-Leipzig



BACH MUSEUM



Das Bachmuseum ist ein informatives Museum mit einem informativen Audioguide und richtet sich an den interessierten Musikliebhaber. Es befindet sich in einem schön restaurierten Renaissancegebäude mit einem kleinen Garten.


Bach Museum Leipzig
Bach Museum Leipzig








SCHUMANN MUSEUM




Schumann Haus Inselstrasse Leipzig
Schumann Haus Inselstrasse:

In diesem historischen Haus lebten Clara und Robert Schuman von 1841 bis 1844. Im Jahr 2019 wurde das Museum neu gestaltet und zu einem interaktiven Museum, an dem auch Kinder Spaß haben können. Mit Klangerlebnissen, Dauerausstellungen und Konzerterlebnissen im historischen Saal deckt das Museum ein breites Spektrum ab. Beiden Künstlern wird Raum gegeben und der Besucher kann ihr gemeinsames Leben und Werk nachvollziehen.




AUERBACHSKELLER


Diese aus dem 16. Jahrhundert stammende Weinstube mit 4 historischen Kellern (Fasskeller, Lutherzimmer, Goethezimmer und Alt-Leipzig) wurde durch Goethes «Faust» weltbekannt. Goethe weilte rund 20 Jahre nach Bachs Tod zwei Jahre in Leipzig und besuchte öfters diesen Weinkeller. So ist anzunehmen, dass Bach, der kein Kostverächter war, sich auch in diesem Keller aufgehalten hatte.



Fasskeller im Restaurant Auerbachkeller in Leipzig
Fasskeller im Restaurant Auerbachkeller in Leipzig



Bachdenkmal vor der Thomaskirche:


Die bronzene Bachstatue steht vor dem Bachfenster der Thomaskirche. In Zuge der Exhumierung Bachs Leiche im 19. Jahrhundert war ein Abdruck des Schädels gemacht worden, der als Basis für die Gestaltung des Denkmals benutzt wurde. Das Denkmal zeigt Bach beim Dirigieren (dazu das aufgerollte Notenpapier) vor einer Orgel.


Bachdenkmal vor der Thomaskirche
Bachdenkmal vor der Thomaskirche



Mendelssohn Denkmal:


Das 1892 errichtete Mendelssohn Denkmal wurde in den Nazi Jahren aus antisemitischen Gründen entfernt und eingeschmolzen. 2008 wurde unter dem Patronat von Kurt Masur eine Nachbildung des alten Denkmals vor der Thomaskirche enthüllt. Sie zeigt den Komponisten auf dem Sockel, mit der Muse der Musik auf der Treppe. Auf der Seite befinden sich 2 Putten und je ein Medaillon, die die weltliche und die kirchliche Musik repräsentieren.


Mendelssohn Denkmal #Leipzig
Mendelssohn Denkmal



FESTIVAL



In Leipzig wurden schon seit über 100 Jahren unregelmässige Bachfestivals abgehalten, daraus hat sich 1999 das sogenannte «Bachfest» als alljährliches Festivalereignis Mitte Juni etabliert. Während einer Woche werden viele Aufführungen (inklusive Rahmenprogramm) an verschiedenen, zum Teil historischen Aufführungsstätten gezeigt. Das Ganze basiert auf einem jährlich neu festgelegten Motto. Höhepunkte sind das Eröffnungskonzert in der Thomaskirche, die hochkarätigen Aufführungen im Gewandhaus und Open-air Veranstaltungen.



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