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NEMICO DELLA PATRIA – eine Arie aus der Oper Andrea Chenier

  • peter
  • 16. Aug.
  • 3 Min. Lesezeit
NEMICO DELLA PATRIA – eine Arie aus der Oper Andrea Chenier
NEMICO DELLA PATRIA – eine Arie aus der Oper Andrea Chenier



Die Arie – Handlung & Hintergrund


Gérard, ein Staatsanwalt der Jakobiner, geriet mit einem Fremden in ein Duell. Gérard wurde verwundet, liess ihn aber laufen, als er erkannte, dass es sich um den Dichter Chénier handelte, den er vor vielen Jahren kennengelernt hatte.


Ein paar Monate später. Gérard erfährt von der Verhaftung Chéniers. Er hofft jetzt durch Erpressung auf seine Chance Maddalena zu bekommen. Er bereitet trotz Gewissensbissen die Anklage gegen Chénier vor, von dessen Schuld er innerlich nicht überzeugt ist.


Analyse


Diese Arie und Szene erinnert sofort an den brutalen und eiskalten Scarpia. Sie erfordert einen Bariton mit einer starken, dramatischen Stimme. Die Arie ist schnörkellos. Dunkle Streicher leiten in eine düstere Stimmung. Ein hoher, schneidender Streicher Einwurf bringt eine unheimliche Dramatik in die düstere Stimmung. Tiefe Streicher und schweres Blech führt in die Arie von Gérard ein. Rezitativisch listet er die Taten auf die Chénier begangen hat:

Notenbeispiel NEMICO DELLA PATRIA – Beginn
Notenbeispiel NEMICO DELLA PATRIA – Beginn

 Allesamt sind sie unbeutend, doch ist seine Anklage: «nemico della patria» (Feind des Vaterlands). Ein grausames Lachen ertönt aus seinem Mund.


Gérard hat aber auch eine menschliche Seite. Im zweiten Teil dominiert eine düstere, resignative Stimmung. Was ist aus seinen Idealen geworden ? Er ist zu einem Mörder verkommen.


Für einen Moment vergisst er die Gewissensbisse und er singt über seien Leidenschaften seiner früheren Jahren. Der dritte Teil zeigt einen leidenschaftlichen Gérard. Dieser Teil startet bereits bewegter (Andante) gewinnt an Tempo und kulminiert in einen schönen forte auf «bracio» und endet mit einem ekstatischen rallentando auf «tutte le genti amar».



Der Text von NEMICO DELLA PATRIA


Nemico della Patria?!

È vecchia fiaba che beatamente

ancor la beve il popolo.

scrive ancora

Nato a Costantinopoli? Straniero!

Studiò a Saint Cyr? Soldato!

Traditore! Di Dumouriez un complice!

E poeta? Sovvertitor di cuori

e di costumi!


Un dì m’era di gioia

passar fra gli odi e le vendette,

puro, innocente e forte.

Gigante mi credea …

Son sempre un servo!

Ho mutato padrone.

Un servo obbediente di violenta passione!

Ah, peggio! Uccido e tremo,

e mentre uccido io piango!


Io della Redentrice figlio,

pel primo ho udito il grido suo

pel mondo ed ho al suo il mio grido

unito… Or smarrita ho la fede

nel sognato destino?


Com’era irradiato di gloria

il mio cammino!

La coscienza nei cuor

ridestar delle genti,

raccogliere le lagrime

dei vinti e sofferenti,

fare del mondo un Pantheon,

gli uomini in dii mutare

e in un sol bacio,

e in un sol bacio e abbraccio

tutte le genti amar!


Stimmfach "Charakter Bariton / Helden Bariton"

Die Rolle des Gérard ist für einen Charakter Bariton geschrieben. Der Bariton vereinigt die Würde des Basses und den Glanz des Tenors (Rietmann). Die Stimme des Charakterbariton ist etwas dunkler als der des lyrischen. Die Rollen des Charakter Baritons werden in der Regel von erfahrenen und gereiften Sängern gesungen.



Grosse Interpretinnen der Arie NEMICO DELLA PATRIA


Taddei


Als erstes hören Sie eine eindrückliche Fernsehaufzeichnung von Giuseppe Taddei, einem grossartigen Sänger und exzellenten Schauspieler. Die drei Teile wurden von ihm stimmlich und schauspielerisch exakt und gekonnt gestaltet. Seine stimmliche und schauspielerische Bühnenpräsenz in diesem Stück ist eindrücklich.


Leonard Warren


Warren hat eine rauhe und metallische Stimme und gibt Gérard eins dramatisches Gesicht. Warren hatte ein exzellente Höhe (er erreichte sogar das C). Damit kann Warren den höher liegenden Passagen des dritten Teils der Arie einen schönen Glanz geben.


Dmitri Hvorostovsky


Hvorostovsky war ein lyrischer Bariton mit einer unverkennbaren, lyrischen Stimme. Seine Arie is etwas gesanglicher und und die hohen Noten sind wunderschön melancholisch und musikalisch.



Peter Lutz, klassikfuehrer.org, der online Opernführer zu der Arie „NEMICO DELLA PATRIA“ aus der Oper Andrea Chénier.

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