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Der Freischütz von Carl Maria von Weber- ein Opernführer: Handlung, Musik, Wissenswertes

  • peter
  • vor 16 Stunden
  • 9 Min. Lesezeit
Biografie Johann Sebastian Bach

Der Freischütz gilt neben Wagners «Meistersinger von Nürnberg» als die deutsche Nationaloper schlechthin. Von Weber zeigt sich als genialer Theaterdramatiker und Schöpfer großartiger Melodien und trug mit diesem Werk entscheidend zur Verklärung der deutschen Romantik bei. Webers größte Stärke (und er hatte viele) ist seine Eingebung für Melodien, und aus wenigen Opern sind so viele Melodien ins Liedgut gegangen wie aus dem Freischütz.



 



Der Freischütz von Carl Maria von Weber



URAUFFÜHRUNG: Berlin, 1821 LIBRETTO: Johann Friedrich Kind, basierend auf den Geschichten aus dem Gespensterbuch von Apel.

DIE HAUPT PERSONEN: Kuno, fürstlicher Erbförster (Bariton) - Agathe, seine Tochter (Sopran) - Ännchen, eine junge Verwandte (Sopran) - Kaspar, ein Jägerbursche (Bariton) - Max, ein Jägerbursche, Verlobter der Agathe (Tenor)


AUFNAHME EMPFEHLUNG: EMI mit Rudolf Schock, Elisabeth Grümmer, Lisa Otto, Karl Christian Kohn unter der Leitung von Joseph Keilberth und dem Chor der Deutschen Oper Berlin und den Berliner Philharmoniker oder DG mit Peter Schreier, Gundula Janowitz, Edith Mathis, Theo Adam unter der Leitung von Carlos Kleiber und der Staatskapelle Dresden.



Handlung


1. AKT: (Vorspiel) Ein Schuss fällt. Der Bauer Kilian hat den Schiesswettbewerb gewonnen und das Volk bejubelt ihn. Max wird von den Dorfbewohnern verspottet, weil er, der Jäger, den Schiesswettbewerb nicht gewonnen hat. (Vittoria…schaut der Herr mich an als König) Als es fast zum Streit kommt, erscheint der Erbförster Kuno und schlichtet. Er ist der Vater von Agathe, die Max heiraten will.

Für die Heirat stellt Kuno eine Bedingung: Max muss den Probeschuss bestehen. Es handelt sich um eine vom Fürsten befohlene Tradition, dass Anwärter für die Erbförsterei diese Probe bestehen müssen. Max ist verzweifelt, denn seit einigen Wochen hat ihn das Glück beim Schießen verlassen.

Er hat Angst, dass eine fremde Macht Gewalt über ihn hat. (O lass Hoffnung dich beleben) Das Fest beginnt und die Dorfbewohner tanzen einen ausgelassenen Walzer. Doch Max ist verzweifelt, die Angst beim Probeschuss zu versagen und die Angst, dass fremde Mächte überhandgenommen haben ergreift ihn. (Durch die Wälder, durch die Auen)

Der Jäger Kaspar nötigt Max mit ihm zu trinken und verhöhnt ihn. Max will gehen, bleibt aber als Kaspar ihm andeutet, dass er ihm helfen könne. Er gibt Max ein Gewehr und lässt ihn auf einen entfernten Adler schießen.

Tatsächlich trifft Max den Vogel und Kaspar behauptet, dass er mit einer Freikugel geschossen habe. Max weiß, dass man dem Teufel seine Seele im Tausch gegen die Kugeln verkauft. Max will sie haben und Kaspar erklärt ihm, dass diese Nacht die Freikugeln in der Wolfsschlucht zu bekommen seien. Kaspar triumphiert, er hat ein Opfer gefunden.


2. AKT: Im Forsthaus sind die jungen Frauen am Spinnrad. Agathe wartet auf Max. Sie ist beunruhigt. Als das Bild des Ahnen Kuno runterfällt, wird sie von einer dunklen Ahnung erfasst. (Schelm, halt fest) Ännchen versucht Agathe mit einem Lied aufzumuntern.

Es ist Nacht, Agathe kann nicht schlafen.

Sie betet in der mondhellen Nacht, dass Max bald zurückkehren möge. (Wie nahte mir der Schlummer … Leise, leise, fromme Weise)

Endlich kommt Max. Doch statt der Trophäe hat er den toten Adler in der Hand. Er behauptet noch einmal fort zu müssen, um einen Hirsch zu holen, den er in der Wolfsschlucht geschossen habe. Agathe versucht ihn zurückzuhalten, doch Max verlässt das Haus. (Wie? Was? Entsetzen!)

Kaspar ist daran mit Steinen einen Kreis zu legen. Unsichtbare Geister besingen das kommende Opferritual und Kaspar ruft Samiel, den Teufel an. Er will ihm Max als Beute geben, um sein eigenes Leben zu verlängern. Er will die Kugeln für Max gießen, deren siebte dem Bösen gehört. Max erscheint und hilft ihm in einer dämonischen Zeremonie die Kugeln zu gießen.

Ein Sturm kommt auf, der bei jeder Kugel grösser wird, bis Samiel bei der siebten Kugel erscheint und der Spuk plötzlich ein Ende hat. (Wolfschluchtszene)


3. AKT: Es ist der morgen des Hochzeitstages. Agathe ist als Braut geschmückt. Sie hat einen Alptraum gehabt und gibt ihrem Vertrauen zu Gott Ausdruck. (Und ob die Wolke verhülle) Ännchen versucht die quälenden Gedanken ihres Alptraumes zu verscheuchen. (Trübe Augen) Die Brautjungfern kommen mit dem Brautkranz.

Zum Schrecken aller ist im Korb kein Kranz, sondern ein Totenkopf. (Wir winden Dir den Jungfernkranz)

In einer Schenke sitzen Ottokar und Kuno mit den Jägern. (Was gleicht wohl auf Erden / Jägerchor) Im Beisein des Fürsten ist es Zeit für den Probeschuss. Max soll auf eine weiße Taube schießen. Als er anlegt, erscheint Agathe rufend. Max schießt und verfehlt die Taube. Kaspar und Agathe gehen zu Boden.

Alle denken Max habe seine Braut erschossen, doch Kaspar wurde tödlich getroffen. Dieser verflucht sterbend den Himmel und Samiel. Der Fürst lässt die Leiche Kaspars in die Wolfsschlucht werfen und Max gesteht seine Sünde.

Ein Eremit bittet für Max um Vergebung und Max wird ein Probejahr gewährt, nach dem er Agathe heiraten dürfe. Mit einem Schlusschor endet das Stück.



Kommentar


Die Geschichten des Gespensterbuches: Basis des Librettos bilden die Geschichten aus dem Gespensterbuch von Apel. Weber verschlang das Buch förmlich und fasste schon früh den Entschluss, die Geschichtensammlung als Stoff für eine Oper zu verwenden. Er beauftragte Johann Friedrich Kind, ein Schriftsteller und ehemaligen Mitschüler von Apel, ein Libretto zu erstellen.


Eine Oper des Genres des Singspiels: Der Freischütz gehört der Gattung des Singspiels an. Das deutschsprachige Singspiel stammt aus dem 18. Jahrhundert. Es wurde im 19 Jahrhundert durch das leuchtende Dreigestirn der drei Schlüsselopern des Singspiels weiterentwickelt: es handelt sich um die drei Opern «Die Zauberflöte» von Mozart, Beethovens «Fidelio» und dem «Freischütz» von Carl Maria von Weber.

Die Abgrenzung zu der italienischen Oper wird häufig über die Verwendung von gesprochen Dialoge des Singspiels gegenüber den Rezitativen der italienischen Oper, und dem liedhaften des Biedermeiers gezogen.

Der Biedermeier ist eine Kulturepoche des deutschsprachigen Raums (manchmal auch als Frühromantik bezeichnet), dessen Merkmal der Rückzug der Kultur in das Private ist, (was oft als hausbacken disqualifiziert wird). Schubert ist ein weiterer Vertreter dieser Epoche.


Wolfsschlucht Szene: eine der größten Neuerungen der Operngeschichte: Der Schluss des zweiten Akts nimmt eine Sonderstellung in der Opernliteratur ein. Die sogenannte Wolfsschlucht Szene ist ein Bruch zum herkömmlichen Singspiel.

Sie dauert 20 Minuten und ist ohne Dialoge gehalten. Sie war zu dieser Zeit radikal neuartig und auch heutzutage staunt man, wie Weber fast schon cineastische «Special effects» (Kirchenglocken, Wind, Donnerschläge, Gespenster etc.) in diese Szene komponiert hat. Weber ist ganz Musikdramatiker und lässt bereits die Weiterentwicklung zu Wagner erahnen. Der Steigerungseffekt von der ersten Kugel bis zur siebten hat eine enorme Suggestionskraft und spricht unsere vom Kino verwöhnte Sinne immer noch auf wundersame Weise an.

Diese Szene ist für jeden Regisseur eine große Herausforderung und Chance, und ist theaterdramatisch eine der großen Szenen der Operngeschichte.


Leitmotive und die Ouvertüre: Leitmotive (oder besser: Erinnerungsmotive) waren nicht die Erfindung Richard Wagners oder Carl Maria von Webers. Bereits vor dem Freischütz wurden Erinnerungsmotive in Opern verwendet.

.Weber hatte bereits in Vorgängeropern diese Technik angewandt und sie im Freischütz noch einmal gesteigert. Bereits in der Ouvertüre hören wir die wichtigsten Motive. Im Abschnitt zur Ouvertüre weiter unten finden Sie Musikbeispiele der wichtigsten Erinnerungsmotive. Die Ouvertüre hat die spezielle Bewandtnis, dass Weber sie bewusst nach dem Kompositionsprozess schrieb.

Er nannte die musikalische Entwicklung des Vorspiels als «den Freischütz in nuce». Tatsächlich lässt sich die Handlung des Freischütz‘ aus der Abfolge der Erinnerungsmotiven nachvollziehen, oder in anderen Worten es ist das «Management Summary» der Oper für den schnellen Hörer.


Der Einfluss auf Wagner: Die aktive Mitwirkung Webers an der Entstehung des Librettos und die Bedeutung, die er der Regie und der Bühnenmalerei beimaß, zeugt von Webers Streben nach einem Gesamtkunstwerk.

Nicht zuletzt die Wolfsschlucht Szene machte einen tiefen Eindruck auf Wagner. Zum ersten Mal war die Natur in einer Oper nicht mehr reine Kulisse. Morgenstimmung, Gewitterszenen und geheimnisvolle Schluchten wirken auf die Figuren ein.

Der Wald wird zum Symbol der romantischen Verklärung, die Wagner Jahre später anspornte nach literarischen Stoffen für seine Opern in den Sagen des deutschen Mittelalters zu suchen. Wagner selbst sprach vom Einfluss des Freischütz‘ auf sein Schaffen.

Wagner hat ausdrücklich den Fidelio und den «den Freischütz» als die Grundlagen der Deutschen Oper genannt. Die Musik von Weber hat er so hoch geschätzt, dass er sich persönlich für die Überführung von Webers sterblichen Überreste von London nach Deutschland einsetzte.


Der sensationelle Erfolg der Uraufführung: Die Uraufführung fand 1821, vier Jahre nach dem Beginn der Arbeiten in Berlin statt. Weber war Kapellmeister der königlichen Sächsischen Oper und dirigierte sein Werk persönlich.

Die Anspannung vor der Uraufführung war groß, denn Weber hatte die Werbetrommel in Berlin kräftig gerührt und die Erwartungen hochgeschraubt. Es wurde ein sensationeller Erfolg und Weber wurde der größte Moment seiner Karriere zuteil. Mit der Oper traf er einen Nerv der Zeit. Nach den napoleonischen Kriegen spürte man ein Erwachen des deutschen Nationalbewusstseins, und die Theaterleitung hatte die Uraufführung symbolträchtig auf den 18. Juni platziert, dem Jahrestag der Schlacht von Waterloo.

Das Werk breitete sich zügig in ganz Deutschland aus, und man erkannte rasch deren Bedeutung für die Entwicklung der deutschen Oper.



Die schönsten Stellen


Vorspiel: Die Ouvertüre ist zu Recht berühmt geworden. Es ist ein Vorzeigestück der deutschen Romantik. Von Weber stellt einige Melodien der Oper vor und lässt die gespenstische Wolfsschlucht Musik vorbeiziehen. Weber war ein begnadeter Kapellmeister und wusste, wie man Stimmung erzeugt.

Der dunkle Ton der tiefen Streicher und der tiefen Hörner erzeugen eine gespenstische Stimmung, die durch geheimnisvolle Paukenschläge gesteigert wird.

Wie im Eingangstext beschrieben, hören wir aus dem Vorspiel die Handlung des Dramas und wichtige Erinnerungsmotive dieser Oper. Das Vorspiel beginnt mit einem drohenden Motiv, welches das kommende Unheil ankündigt:

• Unheilsmotiv

Das Jägermotiv führt den Hörer in die unbeschwerte Welt der Jäger, in deren Ambiente sich die Oper abspielt:

• Jägermotiv

Das Es-Dur des Jägermotivs wandelt sich in die Mollparallele des c-Moll und beschreibt die Gefahr des Dämonischen:

• Dämonmotiv

Die folgende Passage zeigt das Liebesmotiv, das «Gegengift» zum Dämonischen, zurück im Es-Dur:

• Liebesmotiv

Die nächsten Minuten beschreiben die Auseinandersetzung des Guten gegen das Böse (Liebesmotiv und Dämonmotiv). Zum Schluss ertönt das Liebesmotiv in strahlendem C-Dur: das Gute hat gewonnen.


Vittoria…schaut der Herr mich an als König: Vom Spottmotiv begleitet, wird Max von der Menge gekränkt.

O lass Hoffnung dich beleben: Ein schönes zweistimmig geführtes Stück für Tenor, Chor und Horn.


Durch die Wälder, durch die Auen: Das Singspiel war das Genre des Volkes. Opern wie der Freischütz sind romantische Stücke des Biedermeiers, ganz im Sinne der Zeit in welcher märchenhafte Stoffe populär waren.

Die Stücke «Freischütz‘» sind mehr Lieder denn Arien. Sie einfacher gestaltet sind und drücken mehr inneres Empfinden aus als die oftmalig expressive Dramatik der Arie. «Durch die Wälder durch die Auen» ist eines der berühmten Lieder dieser Oper.


Wie nahte mir der Schlummer … Leise, leise, fromme Weise: Agathe stimmt ein Lied an, welches zum Schönsten gehört, was die deutsche Romantik hervorgebracht hat. Es ist ein inniges Gebet in einer vom Mond erhellten Nacht. Sie endet in der ekstatischen Musik der Ouvertüre, als Max schließlich nach Hause kommt.

Die Arie fordert den Sopran. Sie muss im ersten Teil lyrische, aber kristallklare Töne und kraftvolle Linien im zweiten Teil singen. Eine langsame Einführung stimmt uns in die Stimmung der Vollmond Nacht ein. Agathe sehnt sich nach Max, mit einer warmen von Liebe beseelten Stimme singt Agathe die wunderschöne Kantilene „Leise, leise“.

Die Sängerin muss dieses Lied mit der Zuversicht aber auch Zurückhaltung, die ein Gebet erfordert, im perfekten Legato singen. Im zweiten Teil wird der Ton drängender. Hörner künden die Ankunft von Max an. Das Stück geht über in ein Agitato: eine rezitativische Phase wird eingeleitet mit «er ist’s» und es endet mit dem triumphierenden Thema.


Wie? Was? Entsetzen!: Ein schönes Terzett entspinnt sich.


Wolfsschlucht Szene: Die berühmte Wolfschluchtszene (siehe auch den Eingangstext).

Und ob die Wolke verhülle: Von einem Solocello begleitet, verströmt der erste Teil dieses Lied die feierliche Stimmung des anbrechenden Tages der Hochzeit. Der zweite Teil ist gebetsartig. Agathe singt über ihr Vertrauen zu Gott, der sie beschützen werde.

Der gläubige von Weber hat dieses Lied innig komponiert und es muss mit einem fast kindlichen Ausdruck gesungen werden. Das Stück endet mit der schönen Stimmung des ersten Teils.


Trübe Augen: Die Rolle des Ännchen ist geschrieben für eine typische Soubrettenpartie, einer leichten Sopran-Stimme in einer komödiantischen Rolle. Von Weber komponierte ihr eine schöne Koloraturarie von einem Solo-Cello umspielt.


Wir winden Dir den Jungfernkranz: Die jungen Frauen singen einen Reigen, der den Weg in das Volksliedgut fand.


Was gleicht wohl auf Erden (Jägerchor): Der berühmte Chor mit den schmetternden Hörner wurde zum Inbegriff der deutschen Romantik.



Große Aufnahmen in YouTube


Durch die Wälder, durch die Auen – Jonas Kaufmann: Kaufmann ist nicht nur ein Meister der Puccini Arie, sondern auch ein begnadeter Liedsänger. Auch in den dramatischen Teilen brilliert er mit seiner dunkel gefärbten Stimme.


Schelm, halt fest – Elisabeth Grümmer / Lisa Otto: Hören Sie das Duett in der Version der famosen Keilberth Aufnahme.


Wie nahte mir der Schlummer - Elisabeth Schwarzkopf: Elisabeth Schwarzkopfs Interpretation ist von einer überwältigenden Intensität und doch Innigkeit.


Wie nahte mir der Schlummer – Elisabeth Grümmer: Elisabeth Grümmer hatte eine warme, innige Stimme. So war die Agathe eine ihrer Parade Rollen. Ihre Interpretation ist anrührend und beseelt - wunderschön.


Und ob die Wolke verhülle – Gundula Janowitz: Hören Sie dieses Lied in Gundula Janowitz‘ Interpretation aus der Kleiber Aufnahme . Ihre Stimme war wunderbar klar, fast gänzlich ohne Vibrato. Diese Eigenschaft lässt das gebetshafte dieser Arie überirdisch schön erscheinen. Eine makellose Reinheit zeichnen diese Interpretation aus.



3 Fun Facts


1. Dem Libretto des «Freischütz‘» wurden immer wieder sprachliche und dramatische Schwächen vorgeworfen, möglicherweise mitverursacht durch die vielen Eingriffe Webers. Als Beispiel darf folgende Verszeile herhalten, die schon beim zeitgenössischen Publikum Heiterkeit hervorrief: «Leid und Wonne ruht in Deinem Rohr».


2. «Bei der Pariser Erstaufführung, die Berlioz betreute, wagte es ein stadtbekannter Kolonialwarenhändler, während Agathes Gebet seinen Unmut herauszuzischen. Kurz danach verstarb der Mann an Völlerei. Und 15 Jahre später, so Berlioz, nach der schicklichen Zeit der Totenruhe, habe er der Pariser Opéra nahegelegt, das Skelett des Krämers anzukaufen – und es als Requisit zu benutzen. ‚Bei jeder Aufführung des Freischütz‘, so lesen wir, ‚in dem Augenblick, wenn Samiel ruft: 'Hier bin ich!', zuckt ein Blitz, ein Baum stürzt krachend um, und unser Krämer, der Feind Weber'scher Musik, erscheint im roten Glanz bengalischen Lichts und schwingt begeistert seine brennende Fackel.» (Quelle: Moderationsmanuskript, SWR 2 Oper, Thomas Rübenacker)


3. Mit diesem Werk hat sich Carl Maria von Weber in den Olymp geschrieben. Vor dem «Freischütz» galten seine Werke als Kapellmeistermusik und Beethoven schaute ihn als zweitklassigen Komponisten an. Nach dem «Freischütz» war alles anders, so soll Beethoven Weber bei einem Zusammentreffen mit den Worten «Da bist Du ja, Du Teufelskerl!» empfangen haben.

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