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Enrico Caruso - Biografie: Seine Stimme, seine Karriere und sein Leben

  • peter
  • vor 3 Tagen
  • 12 Min. Lesezeit
Biografie Johann Sebastian Bach

Auch über 100 Jahre nach seinem Tod gilt Enrico Caruso für viele als Goldstandard des modernen Tenor. Alle seine nachfolgenden Tenor Kollegen beriefen sich auf ihn, Gigli, Björling, del Monaco, Pavarotti, Domingo und Kaufmann.


Caruso gelang eine einzigartige Tellerwäscher Karriere und gegen aussen gab war er stets ein Strahlemann. Stimmt dieses Bild?

Wer war Enrico Caruso und welche Orte und Menschen haben ihn geprägt. Eine biografische Annäherung an den Jahrhundert Künstler aus Italien.



 


Enrico Caruso - Biografie





Kindheit und Jugend


Auf diesem Foto sehen Sie das haus der Familie Caruso . Enrico Caruso, mit Taufname Errico kam am 25. Februar 1873 zur Welt. Zur Legende Caruso gehört, dass behauptet wird, dass seine Mutter Anna 20 Kinder zur Welt gebracht hatte, tatsächlich waren es sieben und Errico war das dritte.

Der Vater war ein Angestellter Handwerker und die Familie hatte trotz eher ärmlicher Umstände keine materielle Not leiden.

Zwei Personen müssen für die musikalische Entwicklung hervorgehoben werden. Zum einen der Chorleiter der Kirche Chiesa di Sant'Anna alle Paludi. Er erkannte das Talent von Enrico, nahm ihn im Chor auf und förderte ihn.

Zum anderen die Schwester des Hausarztes der Familie, die Enrico half den neapolitanischen Dialekt beim Singen der liturgischen Texte abzugewöhnen.


Die Stimme des Knaben muss sehr schön geklungen haben, denn dank der Förderung wurde Enrico in der Kirche zum Solisten. Daneben gab es noch weitere Ausbildner, die temporär geholfen haben und Enrico zeigte viel Geschick und Talent die Anregungen aufzunehmen.

Daneben erlernte Enrico wie sein Vater den Beruf des Mechanikers.

Als er fünfzehn Jahre alt war, starb seine Mutter zu Hause während er im Gottesdienst sang. Sie hatte ihn stets zum Singen in der Kirche ermuntert und Caruso betonte später, dass Ihr Andenken eine wichtige Motivation war den Beruf des Sängers aufzunehmen.

Mit siebzehn Jahren versuchte er sich als Sänger durchzuschlagen. Und zwar nannte man diese jungen Sänger „Scugnizzi“, was soviel heisst wie Strassenkinder. Sie verdienten Ihr Geld dass sie gegen Bezahlung in Cafes, in den Strassen oder an Festen napolitanische Lieder sangen.



Ein professioneller Sänger hörte ihn in einem Cafe neapolitanische Lieder singen und vermittelte ihn dem Gesangslehrer Guglielmo Vergine. Dieser gab dem mittellosen Enrico nun in den nächsten Jahren professionellen Unterricht mit der Bedingung, dass 25% der zukünftigen Gagen währen der nächsten Jahre an ihn fliessen sollten.


Mit 21 Jahren wurde Enrico ins Militär eingezogen. Caruso war darum bemüht jeden Abend seine Stimmübungen durchzuführen. Ein in der Nähe lebender kunstsinniger Adliger erfuhr vom begabten Rekruten und ermöglichte, dass Caruso nach einem Monat aus dem Militärdienst entlassen wurde. An seiner Stelle leistet sein jüngerer Bruder Giovanni den Militärdienst, den ihn 4 Jahre später in den abbessinischen Krieg führen würde. Enrico war seinem Bruder ein Leben lang dankbar für dieses Opfer.



Beginn der Karriere – das verückte Jahr 1895


Als Caruso am Beginn seiner Karriere stand, stand die italienische Oper inmitten zweier ungemein fruchtbaren Jahrzenten. Die Geschichte dieser beiden Jahrzehnte wurde massgeblich durch die Verlagshäuser Ricordi und Sonzogno beeinflusst.

Giuseppe Verdi schrieb seine Alterswerke und Puccini stand am Beginn seiner fulminanten Karriere. Diese beiden grössten Fische standen bei Ricordi unter Vertrag, Verdi schon seit 50 Jahren.

Doch dem Verleger Ricordi war in den achtziger Jahren ein starker Konkurrent erwachsen. Der Verleger Sonzogno hatte begonnen, mit einem Wettbewerb für junge Komponisten vielversprechende Zukunftshoffnungen an sich zu binden. Bei Puccini hatte diese Strategie nicht geklappt, aber bei Mascagni mit seiner Sensationsoper „Cavalleria rusticana“ sehr wohl und Sonzogno konnte mit dieser Oper 1889 einen gigantischen Erfolg erzielen. Bereits wenige Jahre später konnte Sonzogno nachdoppeln, als Ruggiero Leoncavallo mit Pagliacci einen überraschenden Megahit landete und war nun auf Augenhöhe mit Ricordi.


Um seine wachsende Anzahl von Werke besser zu verwerten, begann Sonzogno Opernhäuser pachten. In Neapel hatte er das das Teatro Mercadante übernommen, wo Nicolas Daspuro in seinem Auftrag die Geschäfte führte. Carusos Lehrer Vergine konnte ein Vorsingen beim Daspuro erwirken.


Caruso hatte kurz zuvor in der Provinz seine Feuertaufe in einer kleinen Opernaufführung von in der Cavalleria rusticana bestanden, und er hoffte nun seinen Schüler beim einflussreichen Sonzogno-Theater zu platzieren.

Als der Tag des Vorsingens kam, war Caruso extrem nervös. Er konnte Tempi nicht halten und er patzte mehrmals bei hohen Tönen. Er verliess das Theater unter Tränen.

Diese Begebenheit war der Auftakt für ein verrücktes Jahr. Zuerst konnte Caruso in einer Aufführung in der Provinz überzeugen und bekam so ein Engagement in Caserta, wo er innert weniger Wochen 3 Opern einstudieren musste, 2 davon waren neu. Das brachte ihm ein weiteres Engagement in Neapel ein, wo er in Faust offensichtlich brillierte und ein Engagement für die anstehende Saison in Kairo bekam.

Dort warteten ein halbes Dutzend Bühnenwerke, die er noch nicht kannte und die Legende sagt, dass er in Manon seine Bühnenpartnerin im Vierten Akt bat so zu stehen, dass sie den Klavierauszug verdeckte, von dem Caruso ab dem Blatt sang.

Weitere Engagements folgten in Sizilien und Caruso musste so innerhalb von 16 Monaten ein Dutzend Rollen erlernen, welches er nur dank seines fantastischen Gedächtnisses leisten konnte.



Caruso erbobert den Norden I: 3 wichtige Begegnungen


Die erste wichtige Begegnung war die mit dem Verleger Edoardo Sonzogno , der auf Rat

Daspuros, Caruso nach Mailand rief. Und zwar ans Teatro lirico, das Sonzogno als Konkurrenz zur Scala neu gepachtet hatte.

Bevor er nach Mailand kam, nahm er in Livorno ein Engagement für Verdis Traviata an … und verliebte sich in die verheiratete Prima donna und Bühnenpartnerin.

Carusos Auftritt als Alfredo wurde vom Publikum sehr positiv aufgenommen und der Theaterdirektor wollte für die kurzfristig anberaumte Boheme im Livorner Theater Caruso engagieren, der sich als Unbekannter mit einer lächerlich tiefe Gagen akzeptieren wollte. Puccini, der sehr darauf bedacht war, dass die Sänger seiner Opern der Rolle gewachsen waren, war vorsichtig und verlangte, dass Caruso ins nahe Torre del Lago kommen sollte, um vorzusingen. Das passierte auch und Caruso sang in Puccinis Haus Che gelida manina begleitet vom Komponisten.


Der Rest ist Legenda, am Ende des Vortrags sagte der sichtlich bewegte Komponist: Wer hat Dich gesandt, Gott ? Chi t’ha mandato, Dio?

Die Aufführung vom 14. August 1897 im Beisein von Puccini wurde ein Triumph. Nach diesem Erfolg begann Ada Giacchetti die Gefühle von Caruso zu erwidern. Bis anhin war die Grossbürgerliche Norditalienerin Ada gegenüber dem provinziellen Süditaliener Errico skeptisch gewesen.

Doch das ganze musste geheimgehalten werden, Ihr Mann durfte nichts erfahren, denn Ehebruch konnte in Italien üble Folgen haben.



Caruso erbobert den Norden II: 2 bedeutende Uraufführungen


Nun führte Caruso der Weg endlich nach Mailand. Ada blieb beim zu Hause beim Ehemann und Caruso musste in Mailand in einer billigen Pension hausen, denn Sonzogno hatte den Tenor für ein Butterbrot engagieren können. Caruso konnte den skeptischen Sonzogno überzeugen und bereits im dritten Monat wurde ihm die erste Uraufführung seiner Karriere anvertraut Cileas „Arlesiana“. Das Publikum war hin und weg und der Komponist erinnerte sich Jahre später:

"Die Erinnerung an dieses Ereignis ist so lebendig in meiner Seele, so einzigartig, dass ich immer noch seine fesselnde Stimme höre als wäre es gestern gewesen." (Il ricordo di quell’avvenimento è così vivo nel mio animo, come cosa unica, che ancora mi pare di sentire la sua voce fascinatrice).


So war es nicht überraschend, dass für die noch wichtigere Uraufführung von Giordanos Fedora vom Folgejahr Sonzogno und der Komponist Caruso für die Tenor Rolle auswählten und die Aufführung unter der Leitung des Komponisten wurde zum Triumph.


Mit diesem Erfolg wurde Caruso wurde zum führenden Tenor Italien und erhielt kurz danach ein Angebot der Oper St. Petersburg als Teil eines Star Aufgebots. Die Russland Tournee, sollte 2 Monate dauern und die Gage betrug statt den mageren mailänder 500 Lire pro Monat satte 6000 Lire, also eine Verzwölffachung des Marktwertes. Und als Sahnehäubchen: Ada Giacchetti war als Sängerin dabei.

Nun löste sich Caruso von Sonzogno und er trat 1900 unter der Leitung von Toscanini zum ersten Mal in der Scala auf. Diesmal klappte es nicht von Beginn an. Caruso musste in der ersten Aufführung trotz gesundheitlicher Probleme singen und Kritik prasselte auf ihn nieder. Auch Toscanini zeigte sich enttäuscht.

Dann aber nahm Caruso die Scala mit „Elisir d´amore“ im Sturm und sogar Toscanini anerkannte:

„Bei Gott, wenn dieser Neapolitaner so weiter singt, wird die ganze Welt über ihn reden“. «Perdio, se questo napoletano continua a cantare così, farà parlare di sé il mondo intero».



Paukenschlag in Neapel


Caruso konnte nun seine Engagements auswählen und sie führten ihn in diesem Jahr unter anderem nach Südamerika.

Stolz konnte der Napolitaner eine Einladung ans seiner Heimatstadt annehmen. Doch der Tenor musste sie nicht mehr durch die Hintertür ins Mercadante betreten, sondern nahm den Haupteingang ins stolze San Carlo.


Was dann am besagten Abend im San Carlo passierte, darüber streiten sich die Geister. Was sicher ist: es war nicht Carusos bester Abend. Die Reaktion des Publikums war lauwarm und die Kritik am wichtigsten Blatt am Folgetag differenziert mit Licht und Schatten.

Caruso war geschockt und beschämt, er glaubte sogar Buhrufe gehört zu haben und es wurde folgender Satz von ihm kolportiert: „Neapel wird mich nie wieder hören! Ich werde nur nach Neapel zurückkehren, um meine liebe Mutter wiederzusehen und um Vermicelli mit Muscheln zu essen!“

Napoli non mi sentirà mai più! Tornerò a Napoli solamente per rivedere la mia cara mamma e per mangiare i vermicelli alle vongole!»

Ob diese Aussage stimmt oder ihm später von Daspuro in den Mund gelegt wurde ist umstritten, Tatsache ist, dasss Caruso nie mehr in Neapels Opernhäuser auftreten sollte.



Carusos Stimme & historische Aufnahmen in Mailand


Caruso sang nun an allen grossen Opernhäuser Europas und wurde überall gefeiert. Was war der Grund für Caruso Triumphe, wieso war er die Sensation?

Um dieser Frage nachzugehen, hören wir eine Aufnahme seines Tenor Kollegen Fernando de Lucia 1902 an:


De Lucia war ein Vertreter des alten Stils, des klassischen Belcanto. Die Stimme werden leichter geführt, zugunsten der Beweglichkeit aber zu Lasten der Durchschlagskraft.

Hören wir nun dieselben takte gesungen von Enrico Caruso


Zwischen den beiden Interpretationen liegen Welten. Was ist passiert?

Ende der achtziger Jahre hatte Mascagni den Musikalischen Verismo etabliert. Dieser Stil kombinierte realistisches Theater mit roher emotionaler Musik. Der kunstvolle Liedvortrag des Belcanto wurde zugunsten von dramatischen Gesangslinien aufgegeben.


Carusos Aufnahme von la donna e mobile stammt aus den berühmten Mailänder Aufnahmen von 1902. Diese 10 Titel nahm Caruso an einem Nachmittag innerhalb weniger Stunden auf und sie waren die ersten Bestseller der Aufnahmegeschichte überhaupt.


Aufgrund der attraktiven Mittellage war seine Stimme für die Phonographie besonders geeignet, da hohe Stimmen mit ihrem obertonreichen Klang bei der damaligen Aufnahmetechnik deutlich benachteiligt waren.



Caruso wurde der erste Star der Grammophon Geschichte. Er veröffentlichte bis zu seinem Tod ca. 250 Aufnahmen. Alles was er anfasste, wurde buchstäblich zu Gold. Er hinterliess ein Vermögen von 7 mio Dollar, was heute etwa 150 Millionen Euro entspricht.



Ruhm an der New Yorker Met – die ersten Jahre


1904 nahm sein Leben eine entscheidende Wendung. Die New Yorker Metropolitan Opera engagierte den gefeierten Tenor und sie sollte für die nächsten 16 Jahre jeweils in den Wintermonaten seine künstlerische Heimat werden.

Der Leiter der Met hatte zu Beginn bedenken, ob das konservative Publikum den stile nuovo von Caruso goutieren würde. Doch seine Befürchtungen waren unbegründet. Die sogenannten „Caruso nights“ waren stets ausverkauft und wurden zum Markenzeichen der Met und Carusos Abendgage wuchs ins Astronomische.



Ein Italiener in Amerika – Heimwehgesang des Canzone napolitano


New York erlebte in diesen Jahren eine gigantische Immigrationswelle aus Italien. Und die musikverrücketen Italiener waren stolz auf Ihren Caruso, einem Italiener, der es in der neuen Welt zu etwas brachte.

Caruso erinnerte sich nur zu gern an seine Jugendjahre und begann für die Heimweh-Italiener den napolitanischen Canzone des 19. Jahrhunders zu kultivieren, interpretiert mit gehobener Vortragskunst. Zum emblematischen Stück wurde sein unvergessliches Core-ngrato des Emigranten Salvatore Cardillo:


Familienleben mit Molltönen


Mittlerweile hatte Ada 2 Söhne zur Welt gebracht, Rodolfo und Enrico, die nach zwei Figuren in Puccinis Boheme benannt waren.

Er kaufte die Villa Bellosguardo nahe Florenz und die Familie verbrachte die Sommermonate in dieser schönen Residenz.

Zu Adas Leidwesen musste sie erkennen, dass Caruso es mit der ehelichen Treue nicht immer ernst meinte. Vermutlich, aber nicht sicher, war auch Adas Schwester Rina nicht vor Carusos Appetit sicher.

In diesem kritischen Moment wurde Caruso auch noch ein unglückliches Opfer eines Skandals. Und zwar verklagte eine Frau Caruso wegen eines angeblichen sexuellen Übergriffs im New Yorker Zoo.

Aufgrund seines Reichtums wurde Caruso mehrmals in seiner Laufbahn Opfer von Erpressungen und die Geschichte aus dem Zoo wurde in der Presse genüsslich breitgetreten. Caruso bestreitete die Vorwürfe vehement und Unschuldbsbeteuerungen scheinen glaubhaft, da Caruso von allen Bekannten stets einen integren Charakter beschieden wurde.

Wie auch immer, für Ada war das Fass übergelaufen und sie brannte mit Ihrem Chauffeur nach Südamerika durch und versucht über die nächsten Jahren auf gerichtlichem Weg viel Geld vom Vater ihrer Kindern einzuklagen. Auch diese Schlammschlacht wurde in der Presse genüsslich aufgegriffen.



Die Dreier-Bande erobert die Met


1908 stand die Met vor einem epochalen Wechsel. Der neue italienische Intendant Gatti-Casazza holte seinen Vertrauten Arturo Toscanini als Chefdirigent für das Italienische Fach an die Oper.

Gustav Mahler, der frisch engagierte Chefdirigent für das deutsche Fach strich nach einem Jahr entnervt die Segel und der Siegeszug der italienischen Oper.


Caruso sang nun an der Met ein gigantisches Programm, es war nicht selten, dass er 3-mal pro Woche sang und stets waren seine Abende ausverkauft. Seine Bühnenpartnerin Geraldine Farrar berichtete, wie sie erstmals mit Caruso auf der Bühne stand und ihren Einsatz vergessen habe, weil sie über die Schönheit von Carusos Gesangs zu Tränen gerührt gewesen sei.


Zur Rolle seines Leben wurde der Canio aus Pagliacci. Allein an der Met hat er ihn sagenhafte 116 mal gesungen. Mit den vier unterschiedlichen Solo-Auftritten, die Canio hat konnte er die Bandbreite seiner Bühnenkunst formidabel ausbreiten und mit der Erfahrung seines Liebesleben konnte er sich problemlos und glaubhaft in Canio hineinversetzen.

Seine Aufnahme mit dem berühmten Schluchzen aus Vesti la giubba wurde zu ersten Platte der Aufnahme Geschichte, die über 1 mio mal verkauft wurde.

Vesti la giubba



Puccini kommt an die Met


1909 wurde auch Giacomo Puccini ein Opfer seines Liebesleben und der Skandal um die Affäre Doria Manfredi vertrieb ihn zeitweise nach New York, wo er von den drei Italienern mit offenen Armen empfangen wurde.

Puccini schrieb nun für die Met die Oper „La fanciulla del West“ und schrieb für Caruso die Tenor Hauptrolle des Dick Johnson, was für Caruso ein grossartiger Karrierehöhepunkt bedeutete.

Caruso war bekanntermassen ein hervorragender Karikaturist und niemand war sicher vor Carusos trefflichem Blick und Hand, auch der berühmte Maestro Puccini nicht.



Der Mensch Caruso (Quelle: welt.de)


Was für ein Mensch war Caruso?


Die Nachwelt kennt den Menschen Caruso aus vielen Schilderungen recht genau. Als Zusammenfassung erlaube ich mir eine Schilderung eines Sänger Hamburger Ensembles widerzugeben, der 60 Jahre später seinen Eindruck von Caruso wie folgt beschrieb:

Den ersten Eindruck bechreibt er wie folgt.

„Schon wie er aus der Droschke stieg, modisch elegant gekleidet mit breitkrempigem Hut, weißen Gamaschen, wirkte das wie ein Bühnenauftritt.

„Caruso war ein ständiges Opfer einer Angst zu versagen. Als einziger durfte Caruso sich erlauben, in den Kulissen zu rauchen. Er war übernervös vor Lampenfieber und rauchte beinahe „Kette“. Aber er sang dann eben auch den Bajazzo mit solcher Inbrunst, dass er echte Tränen dabei weinte und Schluchzer echten Kummers hervorbrachte.“

„ In der Seitenkulisse stand Carusos Privatkapellmeister mit der Partitur, jeden Augenblick bereit, seinem Maestro beizustehen.“


Zum Abschluss seines Gastspiels lud er die Sänger zu einem Frühstück ins Restaurant ein und zeigte den Anwesenden, wie man richtig Spaghetti isst.“



Carusos Singkunst


Dass Carusos Erfolg hatte ist nicht nur seiner Stimme zuzuschreiben. Er war auch der Tenore nuovo des Schauspiels. Im 19 Jahrhundert war die schauspielerische Talent eines Sängers unwichtig. Lediglich ein paar einstudierte, hohle Bewegungen waren vonnöten der Rest war Rampensingen.


Caruso veränderte das Rollenbild und wurde zum Sänger-Schauspieler. Dies ist aus heutiger Sicht äusserst erstaunlich da von Caruso nicht bekannt ist, dass er jemals ein Buch in der Hand gehalten hatte. Trotzdem konnte er seine Rolle so gestalten, dass sogar der zuvor skeptische und strenge Richard Strauss nach der Vorstellung bewundert gestand: „Er singt die Psyche der Melodie“.


Kommen wir noch einmal auf Carusos Stimme zurück. Von Hause aus war Caruso ein lyrischer Tenor, der zu Beginn seiner internationalen Karriere vor allem in Opern wie L`elisir d`amore und La Boheme seine besten Seiten zeigen konnte.

Zudem hatte seine Stimme ein grosser Farbenreichtum, üppgies Volumen und eine wunderschöne Mittellage.

Was ihm immer Schwierigkeiten waren die Spitzentöne, er war nicht immer in der Lage ein sauberes hohes C zu singen.


Mehr und mehr begann Caruso dramatische Rollen zusingen und damit veränderte sich seine Stimme. In den letzten Jahren senkte sich seine Stimme gar in dunkle, baritonale Lagen ab.



Gesundheitliche Probleme und plötzlicher Tod


Caruso schonte sich nie. Er war der erste Tenor der in einem Freiluft Stadion für 25.000 Personen sang. Gewisse Kritiker warfen ihm denn auch vor permanent mit viel Druck gesungen zu haben, was möglicherweise den Raubbau an seiner Gesundheit förderte.

1912 begannen sich starke Kopfschmerzen bemerkbar.

Diese Migräneartigen Anfälle sollten ihn nun sein Leben lang begleiten. Caruso litt stark, er liess sie sicher aber nicht anmerken. Oft schluckte er Aspirin, um die die vielen Vorstellungen bis zum Schluss zu singen zu können.

Der Grund für die rasenden Kopfschmerzen waren unklar. Kam es von seinem starken Zigarettenkonsum oder vom permanenten Stress?


1918 heiratete Caruso die 20 Jahre jüngere Amerikanerin Dorothy Benjamin, sie wird die letzte Liebe seines Lebens, denn 2 Jahre später begann Carusos Agonie. Zuerst machten sich starke Zahnschmerzen bemerkbar und dann begann unter Schlaflosigkeit zu leiden.


Zum seinem Unglück wurde er Ende 1920 Opfer eines Bühnenumfalls, als er bei einer Probe von einem herabstürzenden Requisit hart am unteren Rücken getroffen wurde.

Während der Vorstellung eine Woche später spuckt er Blut und sang gestützt von seinen Bühnenpartner zu Ende. Die Aerzte diagnostizieren eine Brustfellentzündung, dies war aber nicht die ganze Wahrheit.

Denn bereits im Februar erlitt er einen Zusammenbruch und die Aerzte pumpten aus einem kollabierten Lungenflüge Eiter. Als er wieder transportfähig war, begab er sich nach Italien wo er in Sorrent, an der Amalfikünste einen Erholungsurlaub antrat.

Doch im Juli erlitt Caruso einen Rückfall und die Aerzte ordneten eine sofortige Operation in Rom an. Daraufhin wurde Caruso nach Neapel gebracht, wo er die Nacht im Hotel Vesuvio verbrachte und im Hotelzimmer verstarb.

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