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Felix Mendelssohn- Biografie: Seine Orte, seine Musik und sein Leben

  • peter
  • vor 2 Tagen
  • 10 Min. Lesezeit
Biografie Johann Sebastian Bach

Mendelssohns Einfluss auf die klassische Musik des 19. Jahrhunderts kann nicht überschätzt werden.

In allen drei Gebieten der Musik-Gestaltung tat er aussergewöhnliches:

Er war nicht nur ein genialer Komponist.

Er wurde als ausübender Künstler auch zur Blaupause des modernen Dirigenten. Und er wurde schliesslich zum wegweisenden Förderer der Musik-Ausbildung in Deutschland.

Daneben unterhielt er ein Netzwerk in der Kunst-Elite Europas, die seinesgleichen suchte, trotz den Anfeindungen, die er aufgrund seiner jüdischen Herkunft erdulden musste.


Diese unglaubliche Aufgabenfülle forderte ihren Tribut und führte zu seinem frühen Tod.


Wer war Felix Mendelssohn, welche Menschen und Orte haben ihn geprägt? Eine biographische Annäherung an den Jahrhundert Künstler aus Deutschland.






 


Felix Mendelssohn- Biografie




Geburt in eine grossbürgerliche Familie


Felix wurde 1809 als Erstgeborener in eine wohlhabende jüdische Familie geboren.


Sein Geburtsort war das norddeutsche Hamburg, wo sein Vater im Bankgeschäft zu einem beträchtlichen Vermögen gekommen war.


Auch seine Mutter war in einer grossbürgerlichen Umgebung aufgewachsen. Sie stammte aus einer Fabrikantenfamilie.Väterlicherseits ist noch sein Grossvater Moses zu erwähnen, der ein bedeutender Philosoph war, der aber schon vor der Geburt Felix’ gestorben war.



Jüdische Herkunft, christliche Erziehung


5 Jahre vor Felix’ Geburt kam seine ebenfalls musikalische begabte Schwester Fanny zur Welt.

Die Juden waren in Mitteleuropa stets Anfeindungen ausgesetzt, so entschlossen sich die Mendelssohns ihre Kinder trotz jüdischer Herkunft christlich zu taufen und zu erziehen.

Um dies gegen aussen zu dokumentieren, wurde Ihrem Nachnamen der christliche Name Bartholdy angefügt.



Umzug nach Berlin und weitreichende Ausbildung


Zwei Jahre nach Felix’ Geburt in Hamburg zog die Familie Mendelssohn von Hamburg nach Berlin. Grund waren die Plünderung und Besatzung Hamburgs durch die Franzosen.


Aus gehobenem Bildungsbürgertum Felix’ Talent wurde früh erkannt und er erhielt in jungen Jahren Klavier Unterricht von seiner Mutter Lea, die ihrerseits auch schon Unterricht bei ihrer Mutter genossen hatte.


Interessanterweise hatte diese wiederum Unterricht beim ehemaligen Bachschüler Kirnberger erhalten. So reichten Felix’ musikalische Wurzeln zu Bach zurück, was noch eine wichtige Bedeutung bekommen sollte.


Felix wurde nicht eingeschult, sondern wurde während seiner ganzen Jugend zu Hause unterrichtet.


Hier sehen wir ein Foto der Häuserzeile, der damaligen Neuen Promenade. Einen grossen Raum seiner Ausbildung nahm die breite musikalischen Ausbildung ein, namentlich wurde er in Klavier und Violinen unterrichtet und er lernte Komposition bei seinem wichtigen Lehrer und Förderer Carl Friedrich Zelter.

Zelter scheint eine aussergewöhnliche Persönlichkeit gewesen zu sein. Er hatte ursprünglich den Beruf eines Maurers erlernt. Er stieg dann zum Maurermeister auf und bildete sich parallel zu seinem Broterwerb autodidaktisch als Musiker weiter.


Seine Begabung muss erheblich gewesen sein, da er neben dem Erwerb einer Professur nicht nur Felix Mendelssohn unterrichtete, sondern auch Giacomo Meyerbeer und Otto Nicolai.



Freundschaft mit Goethe


Mit 45 Jahren hatte er Goethe kennengelernt, wurde zu einem engen Freund und führte den 12-jährigen Mendelssohn beim Dichterfürsten ein, wovon etwas später noch die Rede sein wird.


Im selben Jahr lernte Felix Carl Maria von Weber anlässlich der Uraufführung seines Freischütz in Berlin kennen. Diese revolutionäre Oper eröffnete dem jungen Mendelssohn eine neue Perspektive auf die beginnende Periode der deutschen Romantik.

1821 besuchte der 12-jährige Felix Mendelssohn zusammen mit seinem Förderer Zelter den  Dichterfürsten in seinem Haus in Weimar. Zelter war einer seiner wenigen Duzfreunden.



Wunderkind


Der Dichter Ludwig Rellstab war Zeuge der Begegnung und berichtete, wie Mendelssohn den alten Goethe in Entzücken versetzte. Zuerst spielte Mendelssohn mit drei weiteren Musikanten ein  Klavierquartett aus eigener Komposition.


Anschliessend musste er verschiedene Aufgaben mit Improvisationen und vom Blattspiel lösen.


Und zum Schluss nahm Goethe aus einem Packen einen Autographen einer Beethoven Komposition hervor mit dem fast unleserlichen Gekritzel des Komponisten, das Mendelssohn fehlerfrei vom Blatt spielte.


Interessanterweise hatte Goethe 58 Jahre zuvor als 14-jähriger den 7-jährigen Mozart auf dessen Wunderkind Reise in Frankfurt gehört und konnte Mendelssohn nun mit Mozart vergleichen.


Goethe war so begeistert, dass er Mendelssohn einlud etwas zu bleiben. Es wurden schliesslich 16 Tage bis Mendelssohn wieder nach Berlin zurückkehrte.


Die beiden ungleichen Menschen blieben sich bis zum Tode Goethes freundschaftlich verbunden, drei weitere Treffen fanden statt und ein reger Briefwechsel zeugt von der herzlichen Zuneigung der beiden.

Mendelssohn hatte Goethe im sogenannten Juno Zimmer vorgespielt, benannt nach dem Abguss einer Büste, die in diesem Raum steht.

Noch heute kann man das Instrument des Weimarer Flügelherstellers Streicher sehen, auf dem Mendelssohn musizierte.

Mendelssohn wird oft als der Mozart des 19. Jahrhunderts genannt, zu Recht tragen die beiden das Prädikat Wunderkind und beiden starben früh.


Die beiden Wunderkind Karrieren unterscheiden sich aber darin, dass Felix nie Geld verdienen musste, denn das hatten die Mendelssohns ja im Überfluss.


Der junge Felix trat zum ersten Mal als 9-jähriger in einem Kammermusikkonzert auf und zwei Jahre später entwickelte er bereits eine intensive Kompositionstätigkeit.


Bereits mit 12 Jahren komponierte er eine erste Oper. Es ergab sich eine Gewohnheit die neuen Kompositionen von Felix und seiner Schwester Fanny am Sonntagmorgen im Hause der Mendelssohn aufzuführen.


Aus diesen kleinen Sonntag-morgen-Matineen wurden mit dem Umzug in die grosse Villa an der Leipziger Strasse 3 regelrechte Konzerte.


Der vermögende Bankier Mendelssohn und seine Frau engagierten regelmässig Musiker und gar ganze Orchester, um die Werke ihrer Kinder vor mehreren hundert Zuhörern aufzuführen.


Beispielsweise erklang so die Sommernachtsouvertüre des 17-jährigen Felix an diesem Ort zum ersten Mal.

Sein Vater organisierte Felix (und Fannys) Erwachsenwerden mit mehreren Bildungsreisen. Dazu gehörten in jüngeren Jahren eine Schweiz-Reise und eine Italienreise.


Der 16-jährige Felix besuchte Cherubini in Paris. Sein Vater, der Felix’ Karriere strategisch entwickelte, liess sich vom kritischen Konservatoriums Leiter bestätigen, dass sein Sohn das Potenzial zum Komponisten hatte.



Paukenschlag in Berlin und die Bach-Renaissance


Im Alter von 17 Jahren besucht Felix die Universität, komponiert eine zweite Oper und trat 19-jährig als Sänger in die Sing Akademie ein, wo er als 20-jähriger einen Entschluss fasste, der eine  weitreichende Einfluss auf die deutsche Musikwelt haben sollte.

Am 11. März 1829 fand in diesem Gebäude eine der weitreichendsten Musik-Aufführungen der Geschichte statt.


Der zwanzigjährige Felix Mendelssohn führte  mit der Sing-Akademie die Matthäus Passion des mittlerweile beinahe vergessenen Bach auf. Ein Werk welches schon fast 100 Jahre nicht mehr aufgeführt worden war.

Dieses begeistert aufgenommene Ereignis löste eine Bach-Euphorie aus, die bis heute, 200 Jahre später, noch immer anhält.


Dabei erachtete Mendelssohns Förderer Zelter, das Werk als unaufführbar und wollte die Inszenierung verbieten. Doch Mendelssohn und sein Freund Devrient schafften es, das monumentale Werk mit 200 Aufführenden erfolgreich zu inszenieren.


Mit 20 Jahren verliess er Berlin und begab sich auf seine erste England Reise, wo seine Musik begeistert aufgenommen wurde.


Zwei Jahre später wurde er bitter enttäuscht, dass er die angestrebte Stelle als Leiter der Singakademie nicht bekam und beschloss Berlin den Rücken zu kehren.


Er kehrte in seiner zweiten Lebenshälfte oft nach Berlin zurück, doch sein Lebensmittelpunkt wendete sich andern Orten zu.



Reisen nach England


Zehn Mal besuchte Mendelssohn die britische Insel und es war von Anfang an gegenseitige Liebe, die die Briten und Mendelssohn füreinander spürten. Einzig der Smog und die Grösse Londons setzten Mendelssohn zu.


Bereits bei seinem ersten Aufenthalt als 19-jähriger wurde Mendelssohn gefeiert. Unter anderem stellte er seine erste Sinfonie und die Sommernachtsouvertüre vor.


Eine Anekdote besagt, dass er bei der Rückkehr vom Konzert die Partitur der Ouvertüre in einer Droschke liegen gelassen hatte, woraufhin er sie fehlerfrei aus dem Gedächtnis niederschrieb.

Die Konzertsäle, in denen Mendelssohn in London dirigierte, sind grossenteils verschwunden, einzig die St. Pauls Kathedrale kann noch besichtigt werden, in der Mendelssohn als Orgelvirtuose brillierte.

Besonders eindrücklich muss sein Orgel-Konzert von 1837 gewesen sein, als Mendelssohn Bach spielte und das Publikum die Kirche nicht verlassen wollten.

Erst als die Kalkanten (die Bälgetreter) nach Hause gingen, ging dem Instrument die Luft aus.

Im Sommer verbrachte Mendelssohn einen Aufenthalt in Schottland, der ihm Inspiration für seine Musik gab.


Mendelssohn war besonders eingenommen von der Isle of Staffa. Die aus erkalteten Lavaflüssen entstandenen Säulen und die daraus entstandene Fingalshöhle beeindruckte den Deutschen.

Diese Landschaft, der zu den Hebriden gehörenden Insel, inspirierte ihn zu der sogenannten «Hebriden Ouvertüre».


Das Werk ist gänzlich in Moll gehalten und das Thema der Ouvertüre soll den Wellengang des Meeres darstellen. Sogar Richard Wagner musste dem jüdischen Komponisten zugestehen, ein erstklassiger Landschaftsmaler zu sein.


Mendelssohn traf in England auf viele Berühmtheiten wie Charles Dickens und Queen Victoria, für die er mehrmals musizierte. Queen Victoria und ihr Mann Prinz Albert waren musikliebende Regenten und Felix Mendelssohn sah sie mehrmals.


Die beiden luden oft Künstler zu Auftritten im Buckingham Palace ein, allein Mendelssohn gab im Palast drei Konzerte. An einem privaten Besuch sang Queen Victoria ihm vor und Prince Albert spielte an der Orgel vor.


Queen Victoria vermerkte diesen Augenblick in ihrem Tagebuch und erlaubte Mendelssohn später, ihr die 3. Sinfonie (Die Schottische) zu widmen. Mehrmals führten ihn Konzerte nach Birmingham, in deren spektakuläre Town Hall, wo er unter anderem sein Elias Oratorium uraufführte. Für den Anlass von 1837 komponierte er das virtuose d-Moll Klavierkonzert, mit dem er die Besucher beeindruckte wollte. 


Birmingham hatte damals soeben die spektakuläre Town Hall mit ihrer grossen Orgel errichtet und so wurde die Stadt auch Zeuge der Uraufführung von Mendelssohns vielleicht grösstem Werk:

ein Jahr vor seinem Tod führte er dort zum ersten Mal sein Elias Oratorium auf, deren 300 aufführende Künstler von einem Sonderzug von London nach Birmingham gebracht wurden.



Wechselgefühle in Düsseldorf


Der 2-jährige Düsseldorf Aufenthalt von 1833 bis1835 muss Mendelssohn einiges an Nerven gekostet haben. Seine erste Begegnung mit dieser Stadt am Rhein war allerdings erfreulich verlaufen. Die von ihm im Mai 1833 dirigierte Aufführung am Niederrheinischen Musikfest wurde so bejubelt, dass ihm gleich die Stellung als Musikdirektor angeboten wurde.

Mendelssohn nahm an und begann im September sein Amt aufzunehmen. Die Ambitionen des damals 30’000 Seelen-Städtchens war aber grösser als dessen Mittel. So kam es faustdick für Mendelssohn. Zuerst stritt er sich aufs heftigste mit seinem Co-Intendanten, dem Schauspieldirektor Immermann. Dazu kamen Amateur-Orchestermusiker (Mendelssohn nannte sie dumme Musici»), deren Können nicht den Erwartungen entsprachen, einen Hang zum Prügeln hatten und sehr viel administrative Betreuung kosteten.

Dem nicht genug, standen ihm Chorsänger zur Verfügung, die betrunken zum Dienst erschienen. Die erste Theater-Aufführung, ein Don Giovanni, inszeniert von Immermann und dirigiert von Mendelssohn, wurde zum Skandal.

Das Publikum johlte und pfiff wegen den erhöhten Eintrittspreisen. Mendelssohn tobte, doch bis zum Schluss hörte das Publikum andächtig zu. Mendelssohn hatte bald vom Theater die Nase voll und wandte sich vermehrt der Kirchenmusik zu, deren Pflege auch zum Amt gehörte.


Das Resultat war in dieser Zeit unter anderem die Komposition seines ersten Meisterwerks der Kirchenmusik, dem Paulus Oratorium, welches er 1836 am niederrheinischen Musikfest uraufführte.

So war Mendelsohn froh als ihn ein Angebot aus Leipzig winkte. Er sagte zu und verliess Düsseldorf, dem er aber verbunden blieb und in der Folge noch dreimal zu dem niederrheinischen Musikfest zurückkehrte.



Heirat mit Cécile Jeanrenaud


Frankfurt war schon in frühen Jahren ein häufiges Besuchsziel von Mendelssohn. Er hatte zeitweise neben seinem Voll Amt in Düsseldorf einen Chor in Frankfurt geleitet. Dabei lernte er im Herbst Cécile Jeanrenaud kennen, eine gutaussehende Sopranistin des Cäcilienchors.

Er verliebte sich in sie und bald verlobten sich die beiden. Die Braut stammte aus einer  grossbürgerlichen Familie mit Wurzeln aus Neuchâtel (Schweiz) und wichtigen und vielfältigen Verbindungen zu den besten Kreisen in Frankfurt.


Vor ihrer Heirat absolvierten die beiden ein Vorstellungsprogramm von unglaublichen 163 Visiten bei den Frankfurter Verwandtschaft und Bekanntschaften der Renauds. Anschliessend erfolgte die Vermählung in Frankfurt, danach zogen die beiden nach Leipzig.



Reisen und Malen in der Schweiz


Vier Mal hat Mendelssohn die Schweiz längerer Zeit bereist und dabei vermutlich annähernd eintausend Kilometer zu Fuss hinter sich gebracht. Einer seiner Lieblingsorte war die Zentralschweiz und seine Berge. Zum ersten Mal besuchte Felix den Panoramaberg Rigi als 15-jähriger, wo die Familie den berühmten Sonnenaufgang erleben wollte. Mit Eseln ging es hoch zum Gasthof auf dem Kulm.


Am ersten Morgen war der Himmel noch von Regenwolken bedeckt, doch am zweiten klappte es dann. «Man hätte niederfallen und anbeten mögen» schrieb er seiner 4-Jahre älteren Schwester Fanny in einem Brief.


Fünf Mal bezog Mendelssohn im Laufe seines Lebens Quartier in diesem historischen Hotel. Ein Zimmer ist noch heute nach Mendelssohn benannt, ein zweites wurde nach einem weiteren illustren Gast benannt, Lord Byron. Von hier aus zog Mendelssohn zu den berühmten Bergen des Berner Oberlands. Mendelssohn war ein begabter Zeichner, insgesamt sind von ihm mehr als 300 Kunstwerke erhalten, davon mehrere Dutzende mit Motiven aus der Schweiz.



Familie und Karriere in Leipzig


Mendelssohns erster Auftritt als frischgebackener Gewandhauskapellmeister im Jahr 1835 war triumphal. Der 25-jährige Robert Schumann wurde begeisterter Zeuge seines Antrittskonzerts und die beiden pflegten fortan eine Freundschaft.


Mendelssohns wurde als Musiker und künstlerischer Leiter der Prototyp des modernen Dirigenten. Der Dirigent wurde mit strukturierter Probentätigkeit zur künstlerischen Autorität, er wurde neu mit Taktstock ausgerüstet und versuchte, den Willen des Komponisten umzusetzen. Dabei erregte viel Aufmerksamkeit, dass der mit einem phänomenalen Gedächtnis ausgerüstete Mendelssohn viele der Werke auswendig dirigierte.


Mendelssohn war zu dieser Zeit der angesehenste Musiker Europas und führte sein Gewandhaus Orchester in den 12 Jahren bis zu seinem Tod zu allererster Güte mit europäischer Ausstrahlung. Unter anderem erfolgte im Gewandhaus die Uraufführung seines e-Moll Violinkonzerts. Mendelssohn förderte junge Musiker wie Schumann oder den Franzosen Berlioz, den er in Rom kennengelernt hatte und zu dem er eine herzliche Freundschaft pflegte.


Bei einem Gastkonzert des Franzosen in Leipzig tauschten die beiden ihre Taktstöcke aus. Mendelssohn erkannte, dass das bisherige Musik-System zu viel Mittelmaß produzierte. Orchestermusiker mussten abends in Gaststätten aufspielen, um ihr Gehalt aufzubessern und die Ausbildung der jungen Musiker wurde dem Zufall überlassen.


So engagierte sich Mendelssohn entscheidend für die Verbesserung der Bezahlung der Orchestermusiker und gründete mit einem Kraftakt sondergleichen mit vier Mitstreitern die Gründung eines Leipziger Konservatoriums.



Hier in Leipzig gebar Cécile fünf Kinder. Sie war eine zurückhaltende Person und hatte so nicht die Rolle der klassischen «Muse» des romantischen Komponisten, sondern gab Felix den Rückhalt, den er brauchte, um sein ungeheures Pensum abzuarbeiten.


Von den drei Wohnstätten Mendelssohn ist die letzte noch erhalten, im Haus an der  Goldschmidtstraße ist heute das Mendelssohn Museum einquartiert.



Geheimnisvolle Liebschaft mit einem Opernstar


Eine geheimnisvolle Beziehung mit der berühmten Opernsängerin Jenny Lind fand 1847 in London ihren Höhepunkt.


Die beiden hatten sich schon 1844 in Deutschland kennengelernt und möglicherweise hatten sich die beiden ineinander verliebt. Der verheiratete Mendelssohn soll ihr heissblütige Briefe geschrieben haben, sogar mit Selbstmord soll er gedroht haben.


So ganz sicher ist es nicht, die Briefe wurden vernichtet. Auf seiner letzten London Reise sah er sie in Convent Garden und (man ist nicht sicher) auch im Belgravia Haus. Mendelssohns Tod kurz später machte der Beziehung ein Ende.

Er blieb trotz der Mehrfach-Belastung als Ehemann, Vater, Künstlerischer Leiter, Dirigent, ausführender Künstler, Konservatoriums-Leiter, reisender Künstler als Komponist unheimlich produktiv.



Erschöpfung, Katastrophe der Schwester, Früher Tod


Mendelssohn kam so in das Hamsterrad des Kunstbetriebs, wofür er in seinen späteren Jahren Tribut zollen musste. Die vierziger Jahre zeigten mehr und mehr einen erschöpften Menschen mit Burn-out Syndrom, das nach dem Tod seiner Schwester Fanny zum Auslöser des frühen Todes wurde.


Im Mai 1847 erreichte ihn auf einer Konzertreise die katastrophale Nachricht des Todes seiner Schwester Fanny. Mendelssohn war wie betäubt, unterbrach alle seine Tätigkeiten und flüchtete auf eine einsame Urlaubs-Reise in die Schweiz. Als er zurückkam, erlitt er in Leipzig Anfang Oktober einen ersten Schlaganfall.

Nach weiteren Schlaganfällen verlor er das Bewusstsein und verstarb am 4. November 1847 im Alter von 38 Jahren in seinem Haus.


Nach einer Trauerfeier in Leipzig wurde sein Leichnam in einem Sonderzug nach Berlin überführt und im Dreifaltigkeitsfriedhof im Familiengrab der Familie Mendelssohn neben seiner geliebten Schwester bestattet. Ein 1892 errichtetes Mendelssohn Denkmal wurde in den Nazi Jahren aus antisemitischen Gründen entfernt und eingeschmolzen. 2008 wurde unter dem Patronat von Kurt Masur eine Nachbildung des alten Denkmals vor der Thomaskirche enthüllt.


Sie zeigt den Komponisten auf dem Sockel, mit der Muse der Musik auf der Treppe. Auf der Seite befinden sich 2 Putten und je ein Medaillon, die die weltliche und die kirchliche Musik  repräsentieren.



Felix Mendelssohn- Biografie

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