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Robert Schumann - Biografie: Seine Orte, seine Musik und sein Leben

  • peter
  • vor 23 Stunden
  • 11 Min. Lesezeit
Biografie Johann Sebastian Bach

Für viele Kunstfreunde ist Robert Schumann der Inbegriff des kreativen und tragischen Romantikers, immer schwankend zwischen Eruptionen der Produktivität und Zuständen tiefster Depression.


Nach einer sonnigen Kindheit musste Schumann in seinem Erwachsenenleben gegen tiefste Widerstände ankämpfen. Das Eheverbot des Schwiegervaters, die ruinierte rechte Hand des angehenden Klaviervirtuosen, die schweren psychischen Störungen und das Scheitern als Musikdirektor in Düsseldorf.


Doch Schumann steckte das alles weg, produzierte himmlische Musik und stieg als Musiks Publizisten zu einer vielgehörten Stimme auf. Er verband Musik und Literatur auf einzigartige Weise und wurde so zu einem der einflussreichsten und prägendsten Musiker des 18. Jahrhunderts.


Wer war Robert Schumann? Welche Orte und Menschen haben ihn geprägt? Eine biografische Annäherung an den Jahrhundert Künstler aus Deutschland.


 



Doku Robert Schumann (Video):

 


Robert Schumann - Biografie




Herkunft und Jugend


Robert Schumann wurde 1810 in dem beschaulichen Städtchen Zwickau im deutschen Sachsen geboren.


Er wurde in eine begüterte Kaufmannsfamilie hineingeboren und wuchs wohlbehütet,

als letztes von fünf Kindern in diesem großbürgerlichen Haus auf.

Seine Kindheit war weitgehend unbeschwert. Die Familie Schuman hatte keine materiellen Sorgen und Robert konnte sich in seiner Jugend seinen zwei großen Leidenschaften widmen: der Musik und der Literatur.


Sein Vater besass einen Verlag und verfügte so über eine gut bestückte Bibliothek, in der Robert viel Zeit verbrachte und sich ein breites literarisches Wissen erwarb.



Das prägende Jugendidol Nr. 1: Jean Paul


Jean Paul war der Dichter, den Robert Schumann in seiner Jugend am meisten verehrte. Dieser Schriftsteller war zu seiner Zeit umstritten, denn seine Art in seinen Romanen groteske Szenen mit epischen Handlungen zu kombinieren war sehr ungewöhnlich.

Robert war angetan von Jean Paul’s romantischer Ader . Der Roman „Flegeljahre“ und dessen beiden Hauptpersonen - zwei Brüder namens Walt und Vult - wurden zum Leitmotiv der bipolaren Persönlichkeit Schumanns.


Robert empfand sein impulsives Inneres wie den unkonventionellen, impulsiven Vult. Er nannte diesen Gemütszustand Florestan. Der kontemplative Teil seines Inneren entsprach dem bodenständigen, schwermütigen Walt und Schumann nannte ihn Eusebius.

Von nun an werden Florestan und Eusebius und ihn seinen Werken und Schriften omnipräsent, zum Beispiel als er sich 20 Jahre später an Clara wendet:


"An Florestan den Wilden,

Eusebius den Milden,

Tränen und Flammen

Nimm sie zusammen

In mir beide

Den Schmerz und die Freude."


Schumann psychische Labilität wird von nun an sein Leben begleiten. Lange war man der Meinung bei seiner psychischen Erkrankung handle es sich um Schizophrenie. Doch seit Beginn dieses Jahrhunderts, als die Krankheitsakten seines Aufenthalts in der Bonner Klinik veröffentlicht wurden, vermutet man mittlerweile eine bipolare Störung.



Berufswunsch Dichter oder Musiker?


In seiner Jugend blieb Robert stets im Zwiespalt, ob er später nun Musiker oder Dichter werden solle. In beiden Fächern brillierte Robert.


Für den Beruf des Dichters sprach, dass der Vater Buch-Verleger war und sogar selbst Bücher schrieb. Von ihm hatte Robert die Passion für die Literatur geerbt, und hatte die Klassiker der Literatur bereits als Kind lieben gelernt. Als Gymnasiast gründete er sogar einen Literatur-Zirkel, wo er gleichgesinnte Schulkollegen um sich scharte.


Für den Beruf des Musikers sprach natürlich sein grosses Talent. Die Eltern erkannten Roberts Potential und förderten ihn.

Zwar erhielt eine fundierte Basisausbildung, doch sein ungeheurers Talent erschöpfte rasch die Möglichkeiten der Lehrer in der Provinz und er blieb in seiner Jugend ein musikalischer Autodidakt.

Dies wird sich später rächen, denn seine Orchesterwerke tragen den, möglicherweise ungerechtfertigen Makel, schwach instrumentiert zu sein, doch lassen wir hier diesen Gelehrtenstreit beiseite.



Zwei Schicksalsschläge


Schumann war sich dieser Schwäche seiner musikalischen Ausbildung sehr wohl bewusst. Es war ihm klar, dass diese Ausgangslage seine künstlerische Entwicklung ernsthaft gefährdete, und sein Vater bemühte sich nun für den 15-jährige um eine Ausbildung bei dem berühmten Komponisten Carl Maria von Weber.

Denn zwei Jahre zuvor konnte er in Zwickauer Gewandhaus den Freischütz von Weber persönlich dirigiert besuchen, und Robert begeisterte sich für den Komponisten.


Die Hoffnung auf Lehrjahre bei Weber zerschlagen sich als von Weber im gleichen Jahr verstirbt. Dies ist ein schrecklicher Schicksalsschlag für Robert, doch der noch größere erfährt er im selben Jahr.


Denn wenige Monate später verstirbt sein geliebter Vater im Alter von 53 Jahren. Robert verliert in ihm nicht nur eine wichtige und geliebte Bezugsperson, sondern auch den Anwalt seiner künstlerischen Ambitionen.

Denn die Mutter und der eingesetzte Vormund entscheiden nach dem erfolgreichen Bestehen des Abiturs, dass Robert das Studium der Jurisprudenz aufnehmen soll.


Jura Student wider Willen


Mit 18 Jahren begab sich Schumann ins 50 km entfernte Leipzig, um das Studium anzutreten. Leipzig war damals die Stadt der Messen, der grossen Buchverlage und das Leipziger Gewandhausorchester ermöglichte Schumann Hörerlebnisse, wie sie er bisher noch nicht erlebt hatte.


Er wurde Mitglied einer Burschenschaft, sein Tagebuch legt Zeugnis ab von einem ausschweifenden Lebenswandel. Schumann interessiert sich nicht für das ungeliebte Studium, nicht die Vorlesungen bestimmen seine Tagestruktur, sondern die Wirtshausbesuche.

Vieles aus seiner Studentenzeit wissen wir aus 65 Briefen an seine Mutter und seinen Tagebuch Eintragungen.


Künstlerisch hatte Schumann zu Beginn seiner Leipziger Zeit Glück, denn der renommierte Klavierpädagoge Wieck nimmt ihn als Schüler. Doch dort reüssiert er nicht, dem Autodidakten fehlt sowohl das handwerkliche des Pianisten wie auch das Wissen um Kompositionstechnik.

So zeitigt das erste Leipziger Studienjahr kaum Fortschritte.



Das prägende Jugendidol Nr. 2: Niccolo Paganini


Schumann ist frustiert und vereinbart mit seiner Mutter einen Neustart in der Universitätsstadt Heidelberg, wo er verspricht sich aufs Jus Studium zu konzentrieren.

Doch auch diese 18 Monaten sind für sein Studium unergiebig, denn seine Gedanken kreisen sich mittlerweile nur noch um Musik. Denn im nahen Frankfurt ist Schumann dem Teufel persönlich begegnet: Niccolo Paganini.

Nun hält ihn nichts mehr im Studium: Schumann will Klaviervirtuose werden. 3 Monate nach dem Konzert schreibt Schumann an seine Mutter: „Folge ich meinem Genius, so weist er mich zur Kunst … Innerhalb von 6 Jahren will ich mit jedem anderen Klavierspieler wetteifern“

Die Mutter ist sich der Sache nicht sicher und schreibt auf Wunsch Roberts an Friedrich Wieck, und will von ihm Wissen ob Roberts Talent zum professionellen Musiker genüge.

Zitternd erwarten Mutter und Sohn Schumann Wiecks Antwort.

Der schreibt zurück, dass er ihn tatsächlich zu einem grossen Klavierspieler machen könne, aber nur wenn er die notwendige Disziplin aufbringe.



Der Virtuosen-Traum platzt


Schumann ist wie ausgewechselt. Plötzlich erscheint die Welt in Rosa. Er darf den Unterricht bei Wieck wieder aufnehmen und übt wie ein Bessessener.

Was nachher passiert ist Legende: Schumann ist unzufrieden mit seinem Fortschritt und behilft sich mechanischer Hilfsmittel. Doch dabei ruiniert er sich seine rechte Hand und der hinzugezogene Arzt diagnostiziert einen gerissenen Muskel des Mittelfingers. Unwiderbringlich.


An eine Karriere als Virtuose ist nicht mehr zu denken.


Der zweite tragische Vorfall betrifft seinen sexuellen Umgang. Wieviele seiner Zeitgenossen infisziert sich Schumann beim Geschlechtsverkehr mit der Syphillis. Im Tagebuch berichtet er „von einer bösen Wunde, die beißende und verzehrende Schmerzen verursacht“.


Die mutmassliche Überträgerin nennt Schumann „Charitas“, eine langjährige Geliebte, möglicherweise handelt es sich um eine Haushälterin Wiecks, das ist aber nicht gesichert.

Wie auch immer, die Syphillis wird später böse Folgen haben.



Schumann wird Komponist


Schumann akzeptiert sein Schicksal und verschreibt sich zum Leben als Komponist.

In den nächsten 10 Jahren schreibt er 23 Werke, alle ausschliesslich fürs Klavier.


Dass Schumann den Verlust der Aussicht auf eine Aufgabe der Virtuosenkarriere so rasch wegstecken konnte, ist angesichts seiner psychischen Labilität erstaunlich.

Denn bereits kurz später erlebt der der 23 erste Psychosen, ausgelöst durch den frühen Tod seines geliebten Bruder Julius.

Er lässt sich ärztlich behandeln und ein Arzt rät ihm zu einer Ehe, um mit Hilfe eines geregelten Lebenswandels die Krise zu überwinden.


Schumann verlobt sich darauf mit Ernestine von Fricken, die zu dieser Zeit wie Schumann eine Schülerin Wiecks ist.

Inspiration für seine Kompositionen holt er sich aus der geliebten Literatur, besonders die Welt seines Jugendidols Jean Paul beflügelt sein kreatives Schaffen.

Zuerst inspieriert ihn das Werk zu seinen Papillons und dann zu seinem ersten grossen Meisterwerk, dem opus Nummer 9 Carnaval, das mit seinem inhaltlichen Programm zum Leitmotiv seiner Jahre als junger Mann wurde.



Ausschnitt Carnaval


Inspiriert von der Karnevalszene von Jean Pauls Roman Flegeljahre lässt Schumann in einem Karnevalsumzug Personen auftreten, die in seinem Leben eine Rolle spielten. Zuerst sei die damalige Geliebte Ernestine von Frick zu nennen, die er im Carneval Estrella nennt.


Sie stammte aus der Ortschaft Asch, buchstabiert A, Es, C, H. Dabei handelt es sich exakt um diejenigen Buchstaben in Schumanns Namen, die in der Tonleiter vorkommen. Schumann nutzte diese Töne als eine Fundus für komponierte Miniaturen die sich thematisch aus dieser Tonfolge bedienen und wies dann diesen Miniaturen einzelne Personen wie beispielsweise Ernestine eines fiktiven Karnevalsumzuges zu.


Neben Ernestine tauchen in diesem Reigen Schumanns Seelenzustände Florestan und Eusebius als Personen auf, Eusebius in einem seelenvollen Adagio, Florestan „passionato mit Oktavenverdopplung“.

Mit Chopin und Paganini verewigt Schuman von ihm verehrte Künstlerkollegen.

Am einprägsamsten wurde der Marsch der Davidsbündler gegen die Philister:


Die Davidsbündler waren eine fiktive Personengruppe, die sich für die wahre Musik einsetzte. Schumann verachtet das seichte Virtuosentum der Zeit und kämpfte für eine romantische, poetische Musik. Zu diesem Zweck gründet er zusammen mit Gleichgesinnten eine Zeitschrift, und er beginnt sich in diesen Jahren als respektierter und visionärer Musikkritiker einen Namen zu machen.

Die letzte Person, die aus dem Karnevalstreiben erwähnt sein soll, sollte in den nächsten Jahren eine herausragende Rolle in seinem Leben spielen.



Clara


Es ist Clara Wieck, die zu diesem Zeitpunkt 14 Jahre alte Tochter seines Musiklehrers. Er hatte sie bereits als 9-jähriges Mädchen bei seinen Besuchen im Hause der Wiecks kennengelernt und ist in den Folgejahren beeindruckt von ihrer künstlerischen Entwicklung.

Sie ist Wiecks wichtigstes Projekt, denn aufgrund ihres außergewöhnlichen musikalischen Talents will er sie als Klaviervirtuosin bekannt machen.


Robert beginnt Gefühle für sie zu empfinden. In der Folge beendet er seine Beziehung zu Ernestine und es kommt mit der 15-jährigen Clara zum ersten Kuss. Doch Wieck denkt nicht daran, seine Tochter an den unstetigen Schumann zu verschwenden.

Er verbietet Clara kurzweg den Umgang mit Robert und es beginnen fünf schwierige Jahre, in denen sich die beiden nur sporadisch sehen können, denn tut alles um Treffen der beiden zu verhindern.


Robert lässt nicht locker und schreibt unentwegt Musik für sie, die er ihr schickt. Zum Beispiel das wunderschöne Thema aus dem zweiten Abschnitt aus der Kreisleriana.


Nach zwei Jahren verloben sich die beiden heimlich. Trotzdem leidet Schumann unsäglich und die Verlustängste um Clara treiben ihn in Depressionen und nervösen Störungen. In dieser Zeit komponiert er seine grossartige Fantasie in C-Dur, und schreibt an die 18-jährige Clara: „Der erste Satz davon ist wohl mein Passionirtestes, was ich je gemacht – eine tiefe Klage um Dich“.



Heirat mit Clara und kreative Explosion


Die beiden sind so verzweifelt, dass sie nun versuchen die Heirat auf gerichtlichem Wege durchzusetzen.

Wieck führt im Gericht einen brutalen Abwehrkampf. Er verweist auf Schumanns Neigung zur Trunksucht und behauptet, dass der Komponist sich nächtelang in Wirtshäusern herumtreibe, dass er Verhältnisse zu anderen Frauen unterhalte und verweist auf seine schlechte wirtschaftliche Situation.


Schumann kann sich erfolgreich gegen die Anschuldigungen verteidigen und das Gericht erteilt 1840 nach langem Prozess den „Eheconsens“.

Dieser Entscheid löst nun bei Schumann einen gewaltigen Schaffensrausch aus. Das Jahr 1840 wird zu seinem „annus mirabilis“, dem sogenannten Lieder Jahr. 150 Lieder werden es schliesslich sein. Darunter befindet beispielsweise der Liederzyklus Dichterliebe, der neben Schuberts Müllerin und Winterreise der beliebteste überhaupt ist.



Der Inbegriff des Romantischen Musikers


Das vielleicht schönste Schumann Lied das Schumann geschrieben hat, die Mondnacht, stammt aus der Dichterliebe. Niemals haben die Sterne magischer gefunkelt als in der Klaviereinleitung und niemals hat eine Stimme die Seele romantischer in die Ferne entführt als in Schumanns Mondnacht.


Die Mondnacht entführt den Hörer ins Mystische und Übernatürliche. Schumann war fasziniert von diesen Zwischenwelten und war ein Anhänger von spiritistischen Sitzungen, damals war das sogenannte Tischerücken in Mode.



Familienleben und Kinderschar


In diesem glücklichen Lieder-Jahr heiraten Robert und Clara in der Schönefelder Gedächtniskirche.

Die beiden sind im siebten Himmel und ziehen in eine schöne Wohnung an der Leipziger Inselstrasse. Sie empfangen dort viele Freunde und Künstler wie Mendelssohn, Berlioz und Liszt und das Hause wird zu einem künstlerischen Salon wo diskutiert und musiziert wird.

Endlich findet Robert das Glück,das er sucht und Clara schenkt Robert in den drei Jahren an der Inselstrasse 2 Kinder, am Ende werden die beiden acht gemeinsame Kinder haben.


Claras eigene künstlerische Karriere tritt etwas in den Hintergrund. Dies entspricht Roberts Erwartung, denn so modern wie Schumann in seiner Kompositionsarbeit war, so traditionell war seine Vorstellung von Ehe. Stets versuchte er Einfluss auf Claras Leben und ihre künstlerische Arbeit zu nehmen.

Dafür wird Clara eine wichtige Ratgeberin für ihren Komponistengatten und kaum ein Werk entsteht, ohne Claras kritische Prüfung.



Der Bruch mit Leipzig und Krisenjahre


Um seine Familie ernähren zu können ist Schumann auf ein gut bezahltes musikalisches Amt angewiesen.

Doch die Hoffnung Nachfolger Mendelssohns am Leipziger Gewandhaus zu werden zerschlägt sich und die beiden beschliessen ins beschaulichere Dresden zu ziehen.


Weil das Haushaltsgeld knapp wird, muss Schumann zähneknirschend Claras Drängen nach einer Pianistinnen-Tournee nachgeben.

Sie führte die beiden 1844 bis nach Russland und ist finanziell sehr erfolgreich. Schumann leidet unter der Rolle als Anhängsel seiner Frau und schlittert noch tiefer in die Krise. Wiederholt musste er während der Reise das Bett hüten und leidet unter schweren Schwindelanfällen.


Zuhause in Dresden vertiefe sich die Depression und es kommen schwere Hörstörungen hinzu.

Irgendwann sind diese schrecklichen Monate vorbei, Schumann fängt sich auf und beginnt für grössere Formen zu schreiben.

In Dresden entstehen unter anderem seine C-Dur Sinfonie, die Oper Genoveva und sein bis heute meistgespieltes Werk, das Klavierkonzert in a-moll.

Clara Schuman spielt in der Uraufführung den Klavierpart und Schumanns Freund Ferdinand Hiller dirigiert das Leipziger Orchester.




Städtischer Musikdirektor in Düsseldorf


1849 ist es endlich soweit, Robert wird mit Hilfe von Hiller das ehrenvolle Amt des städtischen Musikdirektors der Rheinstadt Düsseldorf angeboten. Schumann sagt begeistert zu

und die Familie, die mittlerweile auf 5 Kinder angewachsen ist, zieht ins __ km entfernte Düsseldorf.


Schumann wird vom Orchester und den Musikfreunden herzlich empfangen. Diese positive Wendung mobilisiert die kreativen Kräfte von Schumann und er schreibt seine dritte Sinfonie, inspiriert vom Rhein, der an Düsseldorf vorbei zieht.

Dieses Werk hatte er Anfang November begonnen und er konnte sie bereits 3 Monate später dem Düsseldorfer Publikum präsentieren.

Rheinische


Die Düsseldorfer sind begeistert und bei der zweiten Aufführung verlangen die Zuhörer eine Wiederholung des ganzen Werks.

Nun gilt es den Alltag eines Musikdirektors zu bewältigen. Das Düsseldorfer Amt ist anspruchsvoll, denn Schumann ist nicht nur verantwortlich für das Orchester und für einen Gesangsverein, sondern er muss auch regelmässig Konzerte in zwei Katholischen Kirchen durchführen und er ist zuständig für das jährliche stattfindende Musikfest. Wie zu erwarten, ist das zuviel für Robert, der daneben auch Familienvater ist, noch komponiert und eine gesellschaftliche Funktion innehat.


Seine angeschlagene Konstitution wird durch den Stress heftig angegriffen. Zeitweise kann er kaum Noten sehen und seine Sprachfähigkeit reduziert sich, sodass die Zusammenarbeit mit dem Orchester für beide Parteien eine Tortur wird.


Clara erkennt, dass die Situation sich rasch verschlimmert und ist oft präsent bei Orchesterproben, wo sie ihren Mann tatkräftig unterstützt. Dies ist gut gemeint, doch letztlich verschlimmert es das Problem nur, da dadurch dringend notwendige Maßnahmen nicht ergriffen wurden.



Begegnung mit Brahms – Schumann erlebt sein letztes Hoch


Im Herbst 1854 besucht der 20-jährige Brahms auf Empfehlung von Joseph Joachim das Ehepaar Schumann. Brahms wurde von den beiden herzlich empfangen und blieb längere Zeit.


Schumann war beeindruckt vom 20-Jährigen und veröffentlichte in der Neuen Zeitschrift für Musik den berühmten Artikel, der Brahms als einen grossen ankündigte.

Dieser Besuch lenkte Schumann von der prekären Situation in seinem Amt ab und führt zu seinem letzten Schaffens-Schub, der ihm nach langer Zeit wieder Kraft für ein grösseres Werk gab.

Es entsteht in wenigen Wochen sein letztes grosses Werk, das Violinkonzert. Allerdings verhindert das Düsseldorfer Komitee die Uraufführung des Werks und es verschwindet für fast 100 Jahre in der Versenkung.


Der grosse Eklat mit dem Orchester und Schumanns Zusammenbruch

Mittlerweile hat sich die Situation im Konzerthaus weiter zugespitzt und endet bei einer Orchesterprobe in einem grossen Eklat:

Der Vorstand ordnet an, dass Robert nur noch seine eigenen Werke dirigieren darf. Dies bedeutet nichts anderes, dass er sein Amt faktisch aufgeben muss.


Schumann ist geschockt, ab Februar 1854 setzen ihm wochenlange akustische Illusionen zu – meist als Musik. . In seinem Wahn fühlte er sich von Geistern umgeben, die ihm teils grässliche, teils wundervolle Musik darboten. Diese Erfahrung verarbeitet er in seinen Geistervariationen


Im Herbst bricht Schumann zusammen. Er begibt sich nachts aus dem Haus und springt in den eisigen Rhein und wird von zwei Fischern aus dem Rhein gerettet.

Auf Wunsch Roberts lässt Clara ihn in eine psychiatrische Anstalt einliefern wo Schumann liebevoll gepflegt wird. Von nun an wird Schumann fast ausschliesslich schriftlich mit der Aussenwelt kommunizieren. Gelegentlich komponiert er in der Anstalt kleine Werke.



Agonie in der Anstalt und Tod


Schumann verbringt 18 Monate in der Anstalt, wo der Zerfallsprozess fortsetzt. Nur Brahms und einige wenige Getreue werden zu ihm vorgelassen.


Zum Schluss verweigert Schumann das Essen. Clara wird zum ersten Mal herbeigerufen, wo sie von ihm Abschied nehmen kann.

Die fortschreitende Syphillys kostet Schuman am 29. Juli 1856 nach 2 Jahren Aufenthalt das Leben. Seine Beerdigung findet ihn Bonn statt.


Clara verbrannte einige Spätwerke Roberts und verschloss andere, von denen sie glaubte, sie könnten das Ansehen des Komponisten beschädigen. Das Violinkonzert beispielsweise taucht erst 1933 wieder auf.


Clara verschleierte auch die Syphilis, die Todesursache Schumanns, aber die Veröffentlichung der Krankenakten 150 Jahre später brachte die Tatsachen ans Licht.

Robert Schumann hätte dies nicht nötig gehabt, denn die Größe seiner Musik spricht für sich.

Die Nachwelt hat ihn angemessen eingeordnet: als einen Großen der Musikgeschichte.



Robert Schumann - Biografie

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