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Tosca von Giacomo Puccini- ein Opernführer: Handlung, Musik, Wissenswertes

  • peter
  • vor 19 Stunden
  • 11 Min. Lesezeit
Biografie Johann Sebastian Bach

Liebe, Tod und Terror. Alles steckt in dieser Oper. Puccini kreierte drei große Rollenportraits, die mit packenden Duetten und berühmten Arien «Tosca» zu einer der meistgespielten Opern machten.


 


Tosca von Giacomo Puccini



Liebe, Tod und Terror. Alles steckt in dieser Oper. Puccini kreierte drei große Rollenportraits, die mit packenden Duetten und berühmten Arien «Tosca» zu einer der meistgespielten Opern machten.


URAUFFÜHRUNG: Rom, 1900 LIBRETTO: Giuseppe Giacosa und Luigi Illica, basierend auf Victore Sardous «La Tosca».

DIE HAUPT PERSONEN: Floria Tosca, berühmte Schauspielerin - Cavaradossi, Kunstmaler und Geliebter Toscas - Scarpia, Polizeichef von Rom - Angelotti, entflohener Häftling und Bruder Toscas

AUFNAHME EMPFEHLUNG: EMI mit Maria Callas, Tito Gobbi und Giuseppe di Stefano unter Victor de Sabata und dem Chor und Orchester der Mailänder Scala.


Handlung

1. AKT: In einem italienischen Polizeistaat im Jahr 1800. Der politische Gefangene Angelotti ist entflohen. Auf der Flucht tritt er in eine Kirche. Seine Schwester Attavanti, die bekannte Schauspielerin, hatte heimlich einen Schlüssel zur Kapelle gelegt und weibliche Verkleidung zur Flucht deponiert. Der Kirchenmaler Cavaradossi betritt die Kirche. (Ah finalmente) Cavaradossi malt in der Kirche ein Madonnenbild. Er hat es mit den Zügen Toscas und einer zweiten, unbekannten Schönen versehen, die öfters die Kirche besucht. Er ist in Gedanken an seine Geliebte Floria Tosca. (Recondita armonia) Nun bemerkt er den Flüchtling. Er kennt Angelotti und teilt seinen Hass auf Scarpia, den Tyrannen und Polizeichef Roms. Er gibt ihm seinen Esskorb. Angelotti versteckt sich in der Kapelle als er Tosca hört, die Cavaradossi besucht. Dass die Kirche abgeschlossen ist, weckt ihren Argwohn. Vor dem Madonnenbild fragt Tosca, wer die blonde Frau auf dem Bilde sei. Cavaradossi erwidert mit der falschen Beiläufigkeit des sich schuldig fühlenden Mannes, es sei die Maddalena. Im jähen Erkennen schreit Tosca, dass es die Attavanti sei, ihre Theater-Konkurrentin. (Mario! Mario!) Cavaradossi muss sie beschwichtigen. (Quegli occhi)

Tosca hat die Kirche beruhigt verlassen. Ein Kanonenschuss von der Burg verkündet die Flucht Angelottis. Schnell holt Cavaradossi Angelotti aus dem Versteck und bringt ihn in sein Landhaus in Sicherheit. Der Polizeichef Scarpia tritt in die Kirche und sucht den Flüchtenden. Er findet aber nur noch verdächtige Spuren, unter anderem die Kleider einer Frau. In diesem Moment tritt Tosca ein, die Cavaradossi sucht und auf Scarpia trifft. Dieser erfährt, dass sie die Geliebte von Cavaradossi ist. Geschickt schürt er ihre Eifersucht mit dem Verweis auf die Frauenkleider. Die von Eifersucht zerfressene Tosca macht sich auf den Weg zu Cavaradossis Landhaus. Scarpia triumphiert, er lässt sie von Schergen verfolgen, um so auf die Spur Cavaradossis und Angelottis zu kommen. Scarpia triumphiert, denn Cavaradossi ist der Schlüssel zur Eroberung Toscas. Langsam beginnt sich die Kirche zu den Feierlichkeiten zum Jubiläum der siegreichen Schlacht über Napoleon zu füllen. (Te deum)

2. AKT: Angelotti hatte sich im Ziehbrunnen versteckt und konnte nicht gefasst werden. Scarpia hat Cavaradossi verhaften lassen und verhört ihn, um den Aufenthaltsort Angelottis zu erfahren. Cavaradossi verweigert die Antwort. Scarpia hatte damit gerechnet und Tosca zu sich beordert. Als sie eintritt, entdeckt sie schockiert Cavaradossi. Dieser flüstert ihr zu, das Versteck Angelottis unter keinen Umständen zu nennen. (Dov’è Angelotti) Scarpia lässt Cavaradossi in die Folterkammer bringen und in Hördistanz foltern. Nun bringt er Tosca in sein anliegendes Büro und bietet der schönen Schauspielerin einen Handel an: das Ende der Folter Cavaradossis, gegen die Information wo Angelotti steckt. Doch Cavaradossi und Tosca verweigern eine Antwort. (Orsu parlate) Als die Folter verstärkt wird, gibt Tosca das Versteck Angelottis preis. Der bewusstlose Cavaradossi wird hereingebracht und hört beim Aufwachen mit Entsetzen, dass Tosca das Geheimnis verriet. Da stürmt ein Polizist hinein und berichtet von der Niederlage der Truppen gegen Napoleons Armee. Cavaradossi triumphiert und entlarvt sich als Staatsfeind. Das ist sein Todesurteil.

Scarpia verurteilt ihn zum Tod durch Erschießen am kommenden Morgen auf der Engelsburg. Scarpia bietet Tosca einen neuerlichen Handel an: das Leben ihres Liebhabers für eine Nacht mit ihr. Tosca bietet Geld an, doch Scarpia besteht auf seiner Forderung. (Vissi d'arte) Zum Schein stimmt Tosca zu. Scarpia unterschreibt darauf einen Befehl, dass Cavaradossi am nächsten Tag zum Schein erschossen werden soll mit anschließender Flucht. Nachdem Tosca allein mit Scarpia ist, verlangt sie einen Passierschein, der sie und Cavaradossi sicher aus Rom bringen soll. Als Scarpia den Passierschein ausstellt, sieht Tosca ein Messer. Sie packt es unter ihr Gewand und als Scarpia sich ihr nähert, bringt sie ihn mit dem Messer um. Feierlich legt Tosca Kerzen um den Leichnam des sterbenden Scarpia. Sie flieht aus dem Palast und macht sich auf den Weg zur Engelsburg. (E qual via scegliete)

3. AKT: In der Morgendämmerung auf der Engelsburg. (Io de sospiri) Cavaradossi ist gefangen in einer Zelle und seine Hinrichtung steht bevor. Er hält das Amulett Toscas in den Händen und nimmt Abschied. (E lucevan le stelle)

Der Schließer holt ihn aus der Zelle und bringt ihn zur Kasematte. Dort findet Tosca ihn und erzählt von Ihrer Auseinandersetzung mit Scarpia, und dass sie gekommen ist, um mit einer vorgetäuschten Hinrichtung Cavaradossi zu retten. Cavaradossi ist gerührt vom Heldenmut seiner Tosca. (O dolci mani) Cavaradossi wird zum Ort der Hinrichtung gebracht und Tosca wohnt der vermeintlich gefälschten Hinrichtung bei. Schüsse ertönen und Cavaradossi fällt um. Die Soldaten verlassen den Ort. Die Kugeln der Gewehre aber waren echt und Cavaradossi wurde zum Entsetzen Toscas tatsächlich erschossen. Mittlerweile wurde die Ermordung Scarpias bemerkt und die Soldaten kehren zurück. Tosca bringt sich mit einem Sprung von der Engelsburg um. (Finale)


Kommentar

Die verwickelte Geschichte des Librettos: Als Puccini an seiner zweiten Oper «Le vili» arbeitete, lernte er 1889 Sardous Drama «Tosca» kennen. Er fühlte sich inspiriert, den Stoff zu einer Oper zu verarbeiten und wendete sich an seinen Verleger Ricordi, der Illica beauftragte einen Prosa-Entwurf zu machen. Illica kürzte die etwas langatmige, fünf-aktige Geschichte Sardous auf drei Akte zusammen, war aber unglücklich über die profane Vorlage der Geschichte Sardous. Puccini war seinerseits unglücklich über die Geschichte von Illica und so wurde das Projekt fallengelassen. Ricordi bot in der Folge den Stoff Franchetti an, den er als Nachfolger von Verdi aufbauen wollte. Sie gingen sogar zum Meister, der sich sehr positiv über die Grundlage äußerte. Puccini besuchte 1895 eine Theatervorstellung der «Tosca» mit der berühmten Schauspielerin Sarah Bernhard und war wieder Feuer und Flamme für das Projekt. Mittlerweile hatte er die Erfolgsopern «La Bohème» und «Manon Lescaut» geschrieben und Ricordi entschied, den Stoff Franchetti wegzunehmen. Giacosa, der schon die Verse der beiden letztgenannten Opern geschrieben hatte, schrieb den Text und Puccini machte sich an die Arbeit. Wie gewohnt gab es zwischen den beiden manchen Zwist, Puccini hat es seinen Librettisten nie leicht gemacht. Selbst Sardou schaltetet sich ein, der das Libretto gutgeheißen hatte, aber vorschlug die Oper mit einem Sprung Toscas in den Tiber tragisch enden zu lassen. Illica seinerseits schlug eine Wahnsinnszene vor, was Sardou aber kategorisch ablehnte.

Eine Oper für drei Schauspieler-Sänger: Puccini fokussierte die «Tosca» stark auf die drei Hauptrollen, die jede für sich großartige Rollenportraits sind. Beginnend mit Scarpia, den Puccini mit brutalen Harmonien und Deklamationen als Machtmensch, Sadist und berechnenden Lüstling zeichnete, der selbst im Tod noch die besseren Karten hat. Als Gegenstück finden wir Cavaradossi, der als Künstler mit edlen Zügen gezeichnet wurde und einen lyrischen Part mit schönen Arien und Duetten bekommen hat. Während die männlichen Hauptrollen eher «eindimensional» daherkommen (wie in den meisten Opern…) sehen wir von Tosca verschiedenste Seiten. Im ersten Akt erleben wir die kokettierende, eifersüchtige Frau. Im zweiten Akt die dramatische, hasserfüllte, kämpferische und im dritten Akt die zuerst liebende und dann verzweifelte Frau.

Die Musik: Vergleicht man Tosca mit dem Vorgängerwerk «La Bohème» dann staunt man. In Tosca ist nichts mehr von der verspielten Lieblichkeit der «Bohème» zu hören. Die «Tosca» fällt mit harten Akkorden, dramatischen Duetten und einem stetigen Vorhandensein einer spannungsgeladenen Atmosphäre auf. Es ist wohl diejenige Puccinis Oper, die am nächsten zum Verismo steht. Ähnlich wie Verdi für jede Oper eine eigene «Tinta musicale» wählte, plante Puccini die Partituren seiner Opern immer strategisch. Neben den erwähnten Stilelementen nehmen in «Tosca» Leitmotive einen wichtigen Part ein. Bereits in den ersten Takten der Oper hören wir das grelle Motiv des Scarpia, welches neben dem Liebesmotiv zum dominierenden, immer wieder zitierten Element wird. Spätestens seit «La Bohème» war Puccini auch der Komponist der Details. Er begab sich persönlich nach Rom, um den Glockenklang der Engelsburg zu studieren. Er kümmerte sich auch persönlich um den Text des Hirtenjungen im dritten Akt, den er von einem römischen Dichter erstellen ließ, um ihn mit dem Text des korrekten Dialekts zu vertonen.

Uraufführung: 1900 fand die Uraufführung in Rom im Beisein der Königin und weiterer Prominenz statt. Der Erfolg war mäßig, zu ungewohnt war die Brutalität (Kritiker meinten «Banalität») der Musik, gar von «Folteroper» war die Rede. Kurz darauf fand die Erstaufführung in der Mailänder Scala unter der Leitung von Arturo Toscanini statt, die zu einem großen Erfolg wurde und dem Werk seinen ruhmreichen Weg ebnen sollte.


Die berühmte Londoner Fernseh-Aufzeichnung der Callas: Eine Aufführung der «Tosca» im Londoner Convent Garden mündete 1964 zu einer einzigartigen Callas-Manie. «Anfang 1964 erlebte die Musikwelt etwas völlig Unerwartetes: Die Primadonna Maria Callas kehrte auf die Opernbühne des Royal Opera House in London zurück und landete mit ihrer Interpretation der Tosca einen langanhaltenden Sensationserfolg. Nicht einmal die Beatles hatten mehr Presse. Dabei schien Maria Callas' ruhmreiche Karriere längst am Ende, sie selbst zum Mythos geworden zu sein. Denn nicht mehr ihre Stimme, sondern ihre Skandale beherrschten damals die Schlagzeilen. Enttäuscht von ihrer Liebe zum Multimilliardär und Playboy Aristoteles Onassis wollte Maria Callas noch einmal allen zeigen, dass sie den Titel ‚Primadonna Assoluta‘ auch zu Recht trug. Unter der Bedingung, dass Star-Regisseur Franco Zeffirelli die Regie übernahm, erklärte sich die Ausnahmesängerin schließlich bereit, die Tosca zu singen. Ihre Fans stellten sich tagelang vor dem Opernhaus an und verbrachten die kalten Winternächte in Schlafsäcken und auf Klappstühlen, um eine der begehrten Karten zu bekommen und ihren Star noch einmal in seiner Paraderolle zu erleben (Quelle: ORF, Wischmann)». Die Aufführung wurde zum Triumph und Abgesang der Callas. Die BBC zeichnete den zweiten Akt live auf.


Die schönsten Stellen

Ah finalmente: Mit drei gewaltigen Akkorden beginnt die «Tosca» mit einem Donnerschlag: es ist das Motiv des sadistischen Scarpia, den wir erst später zu Gesicht bekommen, aber dessen Schatten schon zu Beginn wie ein Damoklesschwert über dem Stück hängt. Nun treten nacheinander drei Personen auf die Bühne. Jeden dieser Auftritte lässt Puccini mit einem Erinnerungsmotiv begleiten. Zuerst der flüchtende Angelotti (mit einem synkopierten Motiv in ff), dann der Sakristan (mit einem punktierten Motiv) und schließlich Cavaradossi (mit einem kurzen drängenden Motiv).

Recondita armonia: Diese Arie Cavaradossis ist ein Höhepunkt der Oper und wird schon früh im ersten Akt gespielt. Wie schon Verdi machte sich auch Puccini gelegentlich einen Spaß daraus, die notorischen Spätkommer zu bestrafen.

Mario! Mario!: Auch Tosca tritt mit einem Erinnerungsmotiv ein, von Solo Cello und Solo Violine gespielt. Schon bald kontrastieren die drohenden Untertöne Toscas und die schwelgerischen Töne Cavaradossis. Es entspinnt sich eine im Deklamationsstil gehaltene Konversation, immer wieder durch das Orchester mit Erinnerungsmotiven kommentiert.

Quegli occhi: Beim Übergang ins Duett hören wir das Liebes-Thema, welches in der Folge wiederholt in der Oper zitiert wird:

• Liebesthema

Tre sbirri (Te deum): Mit dem berühmten «Te Deum» bietet uns Puccini eine der packendsten Massenszenen der Operngeschichte. Puccini verwebt dabei verschiedenste musikalische Gedanken: wir hören zwei Kirchenglocken, den lateinischen Gesang einer Prozession, Kanonenschläge und das Solo von Scarpia. Scarpia singt sich in einen Rausch der Eroberungsgelüste, der mit den blasphemischen Worten endet: «Tosca, mi fai dimenticar Iddio!» («Tosca, du machst, dass ich Gott vergesse!»). Darauf stimmt er in den lateinischen Prozessionsgesang ein, welcher mit entlarvenden Tritonus-Akkorden begleitet wird.

Dov’è Angelotti?: Von dramatischen Tremoli der Streicher begleitet, erfolgt das Verhör Cavaradossis.

Vissi d'arte: Mit der Arie «Vissi d'arte» verändert Puccini Toscas Persönlichkeit für den Zuschauer. Aus der oberflächlichen, eifersüchtigen Schauspielerin wird eine Frau, deren Leiden den Zuhörer bewegt. Sie reagiert mit Unglauben. Wieso bestraft Gott sie, die ein frommes Leben führt? Puccini schreibt zu Beginn der Arie «Pianissimo, dolcissimo, con grande sentimento». Mit dem Vers «Sempre con fé» verändert sich die Stimmung und die Sängerin muss in ein wunderschönes, melodiöses und inniges Singen wechseln. In religiöser Stimmung endet das Stück mit dem Höhepunkt des «Perché, perché, Signor» der im hohen B endet.

E qual via scegliete: Nach der Todesszene ertönt eine expressive Streicherszene und dann spricht Tosca den berühmten Satz aus: «E avanti a lui tremava tutta Roma!» («und vor dem da zitterte das ganze Rom einst») und der Akt endet mit ersterbenden Orchesterklängen und Trommelwirbeln.

Io de sospiri: Man hört in einer pastoralen Idylle die Stimme eines vorbeiziehenden Hirtenjungen und die Glocken einer Kirche. Puccini hat diese unschuldige Szene mit viel Hingabe komponiert. Es sind gelegentlich Themen der Oper hörbar, darunter auch das warnende Motiv Scarpias.

E lucevan le stelle: Cavaradossis Hinrichtung steht an, und er erinnert sich mit Melancholie an Tosca. Es ist eine großartige Arie, die in typischem Puccini Stil geschrieben ist; während Cavaradossi im ersten Teil des Stücks eine monotone Passage singt, wird er von einer expressiven Melodie der Klarinette begleitet. Am Anfang der Arie beschreibt Cavaradossi wie die Erinnerungen an Visionen, Gerüche und Gefühle nun wie weit entfernte Sterne funkeln. Puccini gibt dem Sänger die Gelegenheit, diese Gefühle in verschiedene Klangfarben zu tauchen. Die darauf folgende Passage «O dolci baci, o languide carezze», die an vergangene Liebesnächte anspielt, muss mit Wärme und Zärtlichkeit gesungen werden, bis mit «Svani sempre» die dunklen, hoffnungslosen Gedanken dominieren und schlussendlich im «Muoio disparato» die Verzweiflung aus ihm herausbirst. Nach der Arie muss der Tenor laut Anweisung Puccinis in Tränen ausbrechen.

O dolci mani: Mit einem zärtlichen Thema eröffnet Cavaradossi die Szene und rühmt den Mut der Tosca. Diese instruiert nüchtern, dass er bei der Hinrichtung den Tod mimen soll. Doch bald brechen die Emotionen durch und Tosca träumt von ihrer gemeinsamen Zukunft.



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Recondita armonia - Jussi Björling: Björling war einer der grössten Puccini Tenöre. Seine Stimme besaß ein silbriges Timbre und ihre Höhen waren von überragender Qualität.

Vissi d'arte - Maria Callas: Maria Callas war 1953 auf dem stimmlichen Höhepunkt ihrer Karriere. Ihr «Vissi d'arte» hatte den Glanz der Stimme und das Einfühlungsvermögen der Schauspielerin. Victor de Sabatas Einspielung wurde mit ungeheurem Aufwand erstellt und gehört zu den besten Operneinspielungen überhaupt.

E lucevan le stelle – Enrico Caruso: Hören Sie seine einfach großartige Version mit der nachträglich ergänzten Orchesterbegleitung. Seine schönen Ornamente (z.B. auf «languide») und gelegentlichen Vibrati («O dolci baci») bringen große Emotionen in den ersten Teil. Das Ritardando auf «discogliea» ist überwältigend und das «muoio disperato» herzzerreißend. Und das berühmte Caruso-Schluchzen in «tanto la vita» ist das Sahnehäubchen auf dem Kuchen.

E lucevan le stelle - Placido Domingo: Hören Sie und Sehen Sie Placido Domingo in einem «Live-Film», der an den vom Komponisten beschriebenen Originalorten an Originalzeiten gedreht wurde. Mittags in Sant' Andrea della Valle, am selben Abend im Palazzo Farnese und am nächsten Morgen im Castel Sant'Angelo. Die Sänger waren über Monitore mit dem Dirigenten und dem Orchester verbunden, die in einem Konzertsaal musizierten. Cavaradossi war Domingos meistgespielte Rolle (über 200 Mal), welche hervorragend zu Domingos reicher, heissblütigen Stimme passte.


3 Fun Facts

1. «Tosca» gehört zu den blutrünstigsten Opern des Repertoires. Es passieren zwei Selbstmorde und eine Erschießung. Hinzukommt, dass die Hauptdarstellerin einen Mord verübt. So bleibt am Schluss der Oper kein Hauptdarsteller am Leben. Als ob das nicht genug wäre, präsentiert Puccini dem Zuseher im zweiten Akt auch noch eine Folterszene auf der Bühne.

2. Unfälle können in jeder Oper passieren. Doch die gefährlichste von allen ist «Tosca» mit dem Sprung der Hauptdarstellerin von der Engelsburg. Puccini will, dass dieser Sprung inszeniert wird, um den größtmöglichen Effekt zu erzielen. Denn dieser Selbstmord bildet den dramatischen Schluss der Oper. Hören Sie die Liste der drei spektakulärsten Unfälle. Unfall Nummer 1: Die Amerikanerin Elizabeth Knighton hatte die Partie bravourös gemeistert, bis es zum besagten Sprung kam. Beherzt nahm sie Anlauf und sprang durch die Öffnung. Leider war es das falsche Fenster, denn die bereitgestellte Matratze befand sich an einem anderen Ort. Diagnose: doppelter Beinbruch. Unfall Nummer 2: Sarah Bernhard war eine Schauspiel Legende des 19. Jahrhunderts. Als Puccini sie in einer Theateraufführung in der Rolle der Tosca sah, wusste er: er will aus diesem Stoff eine Oper machen. 1905 sprang die Bernhard anlässlich einer Aufführung so unglücklich, dass die Knochen bei der Landung auf der Matratze zersplitterten. Diagnose: Knochenbruch und spätere Beinamputation. Unfall Nummer 3. Die österreichische Sopranistin Martina Serafin sang 2015 die Tosca. Auf die Frage eines Journalisten, was am Schluss passierte, meinte sie: «Ich bin gesprungen, offenbar schlecht gelandet – und plötzlich hörte ich ein Krachen! Ich spürte ein Brennen und blieb am Boden liegen.» Diagnose: Schienbeinbruch, Meniskusriss und Kreuzbandriss.

3. Bei den Proben der Tosca in der Chicagoer Oper nervte die Sopranistin alle mit ihren Diven-Allüren. Die Bühnenarbeiter wollten sich an ihr rächen. Bei der ersten Aufführung legten Sie anstelle der gewohnten Matratze ein Trampolin an den Landeort. Mit dem Resultat, dass die Tosca dem Publikum nach dem Sprung weitere zweimal erschien. Diagnose: Gelächter des Publikums.

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