Frédéric Chopin - Biografie: Seine Orte, seine Musik und sein Leben
- peter
- 26. Juni
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Wie kein Zweiter konnte Chopin in seiner Musik gleichzeitig Sehnsucht, Melancholie und Patriotismus ausdrücken. Er erschuf einen neuartigen Klavierstil und veränderte zusammen mit seinen Freunden Liszt und Schumann das Klavierspiel für immer.
Unzweifelhaft gehört er zu den Grössten, denn er schenkte uns das Schönste was je für Klavier komponiert worden ist. Und die grossen Klavierinterpreten der Klassik des 20. und 21. Jahrhunderts werden an zuallererst an ihren Chopin Interpretation gemessen.
Seine Gesundheitsprobleme begleiteten ihn lebenslang und bereiteten dem romantischen Künstler einen frühen Tod. Er schöpfte aus seiner Zerbrechlichkeit aber auch Poesie und Kraft und Schumann nannte seine Musik „unter Blumen eingesenkte Kanonen“.
Wer war Frederic Chopin und welche Orte und Menschen haben sein Leben geprägt?
Eine biografische Annäherung an den Jahrhundert Künstler aus Polen.
Frédéric Chopin - Biografie
Geburt in Zela Wola
Chopin wurde 1810 in der polnischen Provinz unweit Warschaus geboren. Er kam als Sohn eines Franzosen und einer Polin zur Welt.
Die Eltern waren Angestellte einer Adelsfamilie, der Vater war Hauslehrer und die Mutter Gouvernante. Sie wohnten in einem Seitenflügel des Palastes.
Das Haupthaus steht heute nicht mehr, es fiel einem Feuer zum Opfer. Der Seitenflügel, wo die Chopins wohnten, hatte eine bewegte Geschichte. Er funktionierte als Lagerhaus, als Lazarett und wurde im zweiten Weltkrieg gar von Deutschen besetzt.
Das Haus wurde 1928 von einer Chopin-Gesellschaft gekauft und als Herrenhaus umgebaut und zeigt jedoch nicht mehr das bescheidene Nebengebäude, das die Chopins bewohnten.
Die Inneneinrichtung ging im zweiten Weltkrieg verloren und wurde in der Folge mit Gegenständen des 19. Jahrhunderts wieder bestückt, um die Atmosphäre dieses Jahrhunderts wiederherzustellen.
In dieser Kirche wurde Chopin getauft. Sie liegt idyllisch an einem Flüsschen, 11 km von Żelazowa Wola entfernt und war im 16. Jahrhundert als ein Teil der Befestigungsarchitektur erbaut worden.
Die Familie zog noch im gleichen Jahr der Geburt nach Warschau, wo der Vater eine neue Stelle angetreten hatte.
Kindheit und Jugend in Warschau
Die Familie Chopin liess sich mit dem Erstgeborenen Fréderic
in der polnischen Hauptstadt nieder. Chopins Vater hatte ein zufriedenstellendes Auskommen am Lyceum, wo er, der gebürtige Franzose, als Französischlehrer amtete.
Die Familie wohnte in einem Seitenflügel des Kazimierz Palastes, wo der Vater unterrichtete.
Fréderic, dessen Talent rasch erkannt wurde, bekam eine gute musikalische Ausbildung.
Er begann schon im zarten Alter zu komponieren. Mit sieben Jahren erschuf er seine erste Polonaise und
Im Alter von 8 Jahren spielte er bereits im Palais Radziwill mit einem Klavierkonzert eines polnischen Komponisten auf und wurde als «der polnische Mozart» in den Salons «herumgereicht».
In dieser Kirche spielte der 15-jährige Chopin dem russischen Zar Alexander vor und erhielt einen Brillantring geschenkt.
Er wohnte in seinen letzten Polen-Jahren Im Czapski Palais zusammen mit seiner Familie, ihre Wohnung befand sich auf dem Foto im linken Gebäude im 3. Stock.
Er begann die Arbeit an seiner Etudensammlung die er Jahre später veröffentlichte. Dieses Werk opus 10 veränderte dieses Gattung für immer. Aus den langweiligen Übungen eines Cramer oder Czerny entwickelte er das Genre zu einer Sammlung von überragenden Kunstwerken, die die technische Aufgabe mit vollendeter Musik kombinierten.
Im Czapski Palais hatte Chopin sein eigenes Zimmer und komponierte seine zwei berühmten Klavierkonzerte.
Nach einem mehrmonatigen Wien-Aufenthalt durfte er er, 19-jährig, seine soeben komponierten beiden Klavierkonzerte e-moll und f-moll im alten Nationaltheater mit grossem Erfolg vorstellen.
Exil
Am 2. November 1830 verliess der 20-jährige zusammen mit seinem Freund Titus Woyciechowski Warschau. Der Vater hatte ihn zur Abreise gedrängt, er wollte seinen begabten Sohn vor der drohenden Revolte in Wien in Sicherheit wissen. Am letzten Abend überreichten ihm Freunde ein Gefäss mit polnischer Erde und sangen ihm ein Abschiedslied.
Chopin sollte nie wieder wieder nach Warschau zurückkehren.
Enttäuschung in Wien
Seine Hoffnungen auf eine erfolgreiche Karriere in Wien zerschlugen sich jedoch. Er hatte sich nach seinem ersten Kennenlern-Aufenthalt grosse Hoffnungen gemacht, doch er konnte seine Kompositionen nicht verkaufen und war in den sieben Monaten seines Aufenthaltes in Wien lediglich in der Lage ein Konzert geben, das zu alledem auch noch ein Benefiz Konzert war.
Mittlerweile war der Aufstand in Warschau ausgebrochen und Titus verliess ihn um mitzukämpfen. Der einsame Chopin beschloss nun Wien zu verlassen, um sein Glück in Paris zu suchen.
Pariser Salons
Chopin kam 1830 als 20-jähriger in Paris an. Sein Ruf war ihm vorausgeeilt und er konnte schon bald seinen Lebensunterhalt mit Klavierstunden bei vermögenden Klavierschüler bestreiten.
Das erste öffentliche Konzert in der Salle Pleyel wurde von der Elite der Pariser Kunstwelt enthusiastisch applaudiert.
Hier auf diesem Foto sieht man den ersten grossen Ausstellungsraum der Klavierbaufirma Pleyel mit einem angeschlossenen Konzertsaal. Es war der Ort, wo Chopin 1832 sein erstes öffentliche Konzert vor 100 Personen gegeben hatte. Anwesend war eine illustre Gästeschar, unter den Zuhörern waren beispielsweise Liszt, Mendelssohn und Clara Schumann. Im ersten Teil spielte er u.a. das erste Klavierkonzert von einem Streichquartett begleitet im zweiten Teil nahm er teil an einer Show, in dem ein fremdes Stück mit 6 Klavieren gespielt wurde, um die Qualität der Pleyel-Klaviere zu demonstrieren. Die Zuhörer spendeten dem polnischen Neuzuzüger enthusiastischen Applaus.
Chopin trat in der Folge in eine geschäftliche Beziehung zu Pleyel und spielte bevorzugt auf dessen Instrumenten, deren leichten Anschlag er sehr schätzte und der sein nuancenreiches Spielen förderte. Mit seinem delikaten Anschlag vermochte er in den Salon zu brillieren. Aufsehen erregned war seine Improvisationskunst. Seine Impromptues lassen heute noch seine Improvisationskunst erahnen.
Er freundete sich in den Salons mit vielen Persönlichkeiten der Pariser Kunstwelt an, besonders mit Franz Liszt.
Chopin war aber aus einem anderen Holz geschnitt als der gleichaltrige Listz und gab aber nur widerwill einige wenige öffentliche Konzerte, die in den beiden Salle Pleyel stattfanden.
Künstlerleben in Paris, Patriot im Exil
Weil er nur wenig öffentlich konzertierte, verdiente er seinen Lebensunterhalt zu einem erheblichen Masse als Klavierlehrer der vermögenden Klasse. Baron de Rothschild öffnete ihm wichtige Kontakte und er wurde ein begehrter Lehrer und konnte hohe Gebühren verlangen, um seinen gehobenen Lebensstil zu finanzieren.
Chopin blieb in seinen folgenden Exil Jahren im Herzen Pole und nahm bewegt und intensiv am Schicksal seiner polnischen Mitbürger teil. Später wurden die Polonaisen neben den Mazurken Chopins „polnischste“ Werke.
Der November Aufstand wurde niedergeschlagen. Und Chopin lernte im Exil viele Polen kenne. In den Polonaisen verewigte Chopin den Widerstand der Polen in der verhassten Okkupation. Die Polonaisen wurden zu seinen heroischsten Musikstücken und das Finale der As-Dur Polonaise, die 10 Jahre später entstand gehört zu ikonischten was die klassische Klavierliteratur zu bieten hat.
Privatleben, Georges Sand
Chopin, der in einer aristokratischen Umfeld aufgewachsen war hatte nicht nur musikalisch einen gebildeten Geschmack. Er liebte teure Kleider, hatte Angestellte und eine eigene Kutsche.
Sein Privatleben blieb ruhig, 1837 hatte er Heiratspläne mit Maria Wodzińska, die aber am Widerstand ihrer Eltern scheiterten.
Darauf lernt er die Schrifstellerin George Sand kennen. Sie war 6 Jahre älter, geschieden und hatte 2 Kinder. Chopin lernte sie anlässlich eines Besuchs bei Franz Liszt kennen und begegnete der ungewöhnlichen Frau zuerst mit Ablehnung. Chopin, der von der verhinderten Heirat in eine Krise gezogen wurde, erfuhr Mitgefühl von der musikverstänigen Georges und Sand wurde für die kommenden 10 Jahre zu seiner Lebensgefährtin, was für die Pariser Gesellschaft einen kleinen Skandal bedeutet, aufgrund des nach den bürgerlichen Vorstellungen unziemlichen Lebenswandels der Schriftstellerin.
In seinen 18 Jahren in Paris bewohnte Chopin 10 verschiedene Wohnungen. Viele der Häuser stehen nicht mehr.
Zuerst bezog er eine kleine Wohnung in der Rue de la poissonnière. Das Haus steht nicht mehr. Ein Eindruck gibt ein Gemälde dieser Strasse, das 3 Jahre später entstand.
Die Einkünfte aus seiner Lehrtätigkeit erlaubten ihm 18333 den Bezug einer geräumigeren, möblierten Wohnung in der 4,Cité Bergère, einer schönen abgeschlossenen Gasse.
Von 1842-1849 lebte er im Square Orléans. An diesem Ort lebten viele Künstler wie Kalkbrenner, Delacroix und Franchehomme. Chopin bewohnte Nummer 5, in seiner Nähe, in der Nummer 9 lebte George Sand bis zu ihrer Trennung 1847.
Dieses Haus ist eine der raren Zeitzeugen der Welt der Pariser Salons. In diesem Haus empfing der Künstler Ary Scheffer die künstlerische und literarische Gesellschaft, wie Chopin, George Sand, Liszt, Rossini, Delacroix, Pauline Viardot und viele andere.
Das Haus beherbergt im unteren Stock eine Wohnung, die mit Möbeln aus dem Nachlass von George Sand eingerichtet ist, im oberen Stock befindet sich ein eingerichteter Salon, sowie eine Kunstausstellung des Malers und mit einem angrenzenden Konzertsaal.
1834 und 1835 weilte Chopin zwei mal in Deutschland. Zum einen erneuerte er seine künstlerische Freundschaft mit Mendelssohn am Niederrheinischen Musikfest. Er hatte den Deutschen in Paris kennengelernt und die beiden verbrachten einige Tage zu dritt mit Ferdinand Hiller.
Künstlerfreundschaften in Deutschland
Im folgenden Jahr besuchte Chopin Mendelssohn in Leipzig. Zwar waren die beiden künstlerisch von zwei verschiedenen Planeten, doch beide anerkannten und freuten sich über das Genie des anderen. Mendelssohn schilderte aus diesem Zusammentreffen Chopins Klavierspiel als rosarot in rosarot, welches ihn bezauberte, auch wenn er sich gerne stellenweise einen stärkeren Zugriff gewünscht hätte.
Keine andere Gattung ist so mit dem Namen Chopins und diesem rosaroten Begriff Mendelssohns verbunden die die Nocturnes. Und keine andere Gattung kommt der menschlichen Stimme näher. Immer wieder betonte Chopin, dass sein Klavierspiel stets die menschlichen Stimme zur Vorbild hatte. Während die linke Hand regelmässig arpeggiert singt die rechte Hand sich frei entfaltende Rubati
Nocturne
Die Beziehung zu Schumann war andersartig gestaltet. Schumann schrieb öfters in seiner Funktion als Musikjournalist über Chopin und er schwärmte regelmässig in höchsten Tönen vom Polen. Sein Blick auf Chopin war stark romantisiert und basierte nur teilweise auf Tatsachen, was Chopin etwas irritierte. Sie kannten sich persönlich und haben sich zwei mal in Leipzig getroffen. Die gegenseitige künstlerische Wertschätzung war hoch und sie haben sich gegenseitig Werke gewidmet.
Chopin widmete Schumann seine erste Ballade und vielleicht ist Chopin seinem deutschen Kollegen musikalisch nie näher gekommen als in diesem Werk, besonders das erste Thema atmet die Musik Schumanns
F-Dur Ballade
Alptraum in Mallorca
Chopins und Georges Sands Winter-Aufenthalt auf der spanischen Insel Mallorca wurde zu einem der berühmtesten Episoden aus Chopins Leben.
Hier entstand beispielsweise das Regentropfen Prélude, welches Sinnbild wurde für den verkorksten Aufenthalt im vermeintlichen Paradies.
Chopin hatte soeben George Sand lieben gelernt, als die beiden beschlossen den Winter 1838/39 im vermeintlich milden Mallorca zu verbringen und dem feucht-kalten Pariser Winer zu entkommen. Grund waren die Gesundheitsprobleme von Sands Sohn und Chopins Hoffnung auf Genesung oder zumindest Linderung seiner Lungenkrankheit.
Am 7. November trafen sie in Palma de Mallorca ein und das ganze liess sich gut an.
Als sie in der Villa Son Vent in Establiments am 15. November eintrafen, genossen sie zu Beginn die milden Temperaturen.
Bald kehrte das Wetter und durch das ungeheizte Haus blies ein eisiger Wind. Möglicherweise vertrieb sie der Hausbesitzer aus Angst vor Tuberkulose und zwang das Paar die Möbel zu bezahlen, die er aus Angst vor Ansteckung verbrennen liess. Auf jeden Fall hatten sich der Sohn Maurice und Chopin erkältetet, und sie zogen in die Kartause von Valldemossa um, ca 30 Kilometer von Palma. Sie wohnten in einem leeren Gebäude, umgeben von Friedhöfen, was zwar ihre romantische Fantasie anregte, aber sie litten in diesem Steingebäude unter dem kalten und regnerischen Wetter, das nie nachließ.
Dazu kamen die feindlichen Reaktionen der Einheimischen, die argwöhnisch waren gegenüber den unverheirateten Bewohnern die in diesem heiligen Ort wohnten. Und noch schlimmer: sie fürchteten sich vor einer Ansteckung durch den hustenden Chopin und die Bevölkerung mied den Kontakt zu den Fremden.
Trotz widrigsten Bedingungen war Chopin produktiv und konnte iin Mallorca sein vielleicht berühmtestes Werk, die Préludes komponieren. Der 28-jährige komponierte am Rande eines körperlichen und Seelischen Zusammenbruchs. Sinnbild für seine Verfassung wurde der Mittelteil des Regenbogen Preludes, dessen düstere stimmung gemäß Chopin ein Trauerzuge beschrieb der auf dem Weg zum Friedhof ist.
Regenbogen Prelude
Das Kloster wurde später zu einem museumähnlichen Ort umgebaut und noch immer steht in Chopins Zelle sein Pleyel Klavier, auf dem er dieses Werk komponierte.
Er hatte es aufwändig von Paris herkommen lassen, weil sich in Mallorca kein vernünftiges Instrument finden liess und es musste mühselig von Eseln zum Kloster hinaufgeschleppt werden.
Am 13. Februar verließ die Reisegesellschaft erschöpft die Insel und sie begaben sich, zuerst nach Marseille, später nach Paris. Chopin war seit langem heftig erkrankt und George Sand war zu ihrem Leidwesen nicht nur Mutter und Schriftstellerin, sondern auch Krankenschwester. Sie beschrieb später diesen Aufenthalt in dem berühmten und lesenswerten Essai «Ein Winter in Mallorca».
Produktive Sommer Aufenthalte in Nohant
Im Juni 1839 begann Chopin seinen ersten Sommer in Nohant, dem Landsitz der Familie von Georges Sand, der sich weit von Paris abgelegen fand.
Von nun an sollte er die nächsten 7 Sommer zusammen mit seiner Gefährtin auf dem Anwesen der Familie Sand verbringen.
Hier auf dem Land fand er Inspiration und die Ruhe zum Komponieren und erschuf etwa 40 Werke unter anderem die Berceuse. Sie zeigt als exemplarsches Beispiel, welche Klangschönheit Chopins Kompositionen auf dem Klavier entfalten können.
Abwechslung brachten Besucher wie Liszt, Viardot, Balzac, Flaubert oder Delacroix. Letzerer war der Schöpfer des berühmten Bildes von Chopin und Sand. Georges richtete dem regelmässigen Gast sogar ein Atelier im Dachstock ein.
Ursprünglich hatte Delacroix eine Szene mit Chopin am Klavier und George Sand daneben gemalt, er schnitt aber das Gemälde auseinander, in der Erwartung einen höheren Preis zu erzielen, wenn er zwei Bilder verkaufen könnte.
Das Portrait von Sand hängt in einem Kopenhagener Museum und das von Chopin im Louvre.
Der grosse Rest des Bildes ist nicht mehr auffindbar.
Chopin hatte produktive Sommer, doch die sich kontinuierlich verschlechternde Gesundheit führte bereits im Alter von 36 Jahren zum beinahe völligen Erliegen der kompositorischen Aktivität.
Zu seinen späteren Werken gehört die Barcarolle. Nocheinmal schwingt Chopin in einaliger Weise den Bogen von melancholischer Kontemplation zur glutvollen Leidenschaft.
Bruch mit Georges Sand
Chopin war ein verschlossener Mensch, Listz meinte „In das Allerheiligste seines Herzen drangen selbst seine nächsten Bekannten nicht ein“. Chopin blieb ein scheuer Mensch ein Perfektionist und Zweifler, der – Beethoven gleich – seine Werke akribisch verfasste.
Neben seinem in sich gekehrten Charakter belasteten auch Chopins gesundheitliche Probleme sein Verhältnis zu George und die beiden führten zeitweise eine angespannte und turbulente Beziehung.
In ihren Tagebüchern berichtete Sand, dass sie während ihrer neunjährigen Freundschaft mit Chopin ein klosterähnliches Leben in Enthaltsamkeit geführt hatte, und in einem Brief bezeichnete sie sich selbst als „Chopins zweite Mutter“. Als George Sands ihrer Tochter Solange die Ehe mit einem Künstler verbieten wollte, schlug sich Frédéric sich in diesem bedeutsamen Konflikt auf Solanges Seite. Und George beschloss sich von Frederic zu trennen. Diese schwierige Phase aktivierte noch einmal Frederics schöpferische Kraft und er komponierte letzte Meisterwerke.
Chopins gesundheitliche Situation belastete sein Verhältnis zu Sand und mit der Zeit lebten sich die beiden auseinander und trennten sich.
Fatale Reise nach Grossbritannien
Chopins Grossbritanienreise von 1848 war eine Verlegenheitslösung. In Paris war die Juli Revolution ausgebrochen, der König wurde gestürzt und die königliche Familie floh nach England. Die reichen Familien verliessen ebenfalls Paris und Chopin stand plötzlich ohne Klavierschüler da, ohne Erspartes und in schlechter gesundheitlicher Verfassung.
Da kam es ihm recht, dass Jane Stirling, eine ehemalige Klavierschülern anbot, in London Klavierschüler und Auftritte zu organisieren.
Er kam im Februar 1848 in London an, wo es ihm zu Beginn recht gut ging, er gab halböffentliche Konzerte und erteilte Stunden, allerdings litt er unter dem ständigen Nebel Londons. Als der Sommer sich näherte, verliessen die reichen Leute die Stadt und Chopin stand ohne Erwerbsmöglichkeit da. Jane Stirling sprang wieder ein und organisierte eine Tour durch Schottland,
Diese Konzertreise nahm Chopin körperlich sehr stark mit. Als er nach London zurückkam blieb ihm noch sein letztes Konzert in der Guildhall zu geben. Es war sein letztes Konzert überhaupt, sein Auftritt war Teil einer Benefizveranstaltung für polnische Flüchtlinge. Chopin war sehr geschwächt und soll nur noch 50 kg gewogen haben und musste die Treppe hochgetragen werden.
Insgesamt bestritt Chopin in London drei halböffentliche Konzerte. Das glanzvollste war das Konzert vom 15. Mai im Lancaster House, wo er für die Königin spielte. Glanzpunkt dieses Gebäudes ist die grosse Treppe der Halle, von der er beeindruckt an seine Familie berichtete.
Tod in Paris, das Herz in Warschau
Chopin trat 23. November in sehr schlechter Gesundheit den Rückweg nach Paris an.
Als Chopins Schwester nach Paris eilte, um ihrem Bruder zu helfen, bezogen sie im September 1849 gemeinsam eine Wohnung mit sieben Zimmern am Place Vendome 12. Er wurde finanziell unterstützt durch seine Freunde, vor allem durch Jane Stirling. Seine Agonie dauerte einen Monat. Als er am 17. Oktober starb, sassen sechs Freunde um das Bett. Chopin starb an einer Herzbeutel-Entzündung ausgelöst durch eine Tuberkulose.
Nach seinem Tod wurde Chopin in der Madeleine aufgebahrt. 3’000 Trauernde kamen, um von ihm Abschied zu nehmen.
Auf Chopins Wunsch wurde Mozarts Requiem gespielt und es ertönte sein ergreifendes e-moll Prelude.
Seine sterblichen Überreste wurden im Friedhof Père Lachaise beerdigt.
Seinem Leichnam war zuvor das Herz entnommen worden, welches seine Schwester dann nach Polen schmuggelte.
In den Säulen der Warschauer Heiligkreuzkirche liegt das Herz von Chopin nun eingemauert. Aufgrund der politischen Situation musste es in Cognac eingelegt nach Warschau geschmuggelt werden, wo es dann zuerst in der Wohnung der Schwester lagerte. Ihre Taufkirche nahm dann das Herz auf, aber lagerte es im Keller der Kirche, da die Kirchenvertreter nicht an einen frommen Lebenswandel des unverheirateten Chopins in Paris glaubten. Erst 40 Jahre später fand es den Weg in die Kirche, an einem Ehrenplatz.
Das Herz sollte noch zwei Mal herausgenommen werden, das erste Mal als es mit Hilfe eines deutschen Priesters während des zweiten Weltkriegs vor der Sprengung der Kirche in Sicherheit gebracht wurde und das zweite Mal 2014 nach dem Wiederaufbau der Kirche als man es medizinisch untersuchen liess und die Todesursache Herzbeutel-Entzündung festhielt, die ihren Grund in seiner Tuberkulose hatte.
Frédéric Chopin - Biografie




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