Paris – Reiseführer für Oper und Klassik
- peter
- 15. Juli
- 16 Min. Lesezeit

Paris - Reiseführer für Oper und Klassik (MOSKAU, ST. PETERSBURG UND MEHR)
Besuchsziele mit Bezug zur klassischen Musik und Opernkunst. Lernen Sie spannende Ideen und Hintergrund-Informationen kennen.
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Eine Video-Doku über die Geschichte der klassischen Musik in Paris
OPERNHÄUSER UND KONZERTSÄLE
Palais Garnier
Ein Theater der Superlative
Weil auf Napoléon III. bei einem Opernbesuch auf der Strasse ein Attentat verübt wurde, wollte er ein Opernhaus bauen lassen mit einem geschützten Zugang. Der unbekannte Garnier gewann den Architekturwettbewerb und führte die Bauarbeiten durch. Allerdings wurden sie mühsam und langwierig. Besonders das Grundwasser bereitete grosse Probleme. Tatsächlich befindet sich noch heute ein See unter dem Opernhaus, den die Feuerwehr regelmässig kontrolliert. Aus diesem See und einem Unfall, der sich in der Oper ereignete entstand die Legende vom Phantom der Oper.
Das Opernhaus ist das quadratmetermässig das grösste Opernhaus der Welt.

Der Lüster im Zuschauersaal wiegt acht Tonnen und die Decke wurde 1964 von Marc Chagall neu gestaltet:

Grand Opéra
Rossinis Guillaume Tell an der Grand Opéra
Rossinis wichtigste Oper für Paris, sein «Guillaume Tell», wurde im Salle Pelletier der Grand Opéra aufgeführt. Diese gigantischen Pariser Institution war seinerzeit das professionellste Opernhaus der Welt. Leider kann dieses Opernhaus nicht mehr besichtigt werden, denn auch dieses ereilte 1873 das Schicksal eines verheerenden Brandes, das 27 Stunden tobte und es gänzlich zerstörte.
Auf Anordung von Napoléon III. wurde mit einem Kraftakt ein neues Theater geplant und das noch heute aktuelle Palais Garnier als Ersatz zwei Jahre später eingeweiht.

Opéra de la Bastille
Ein gigantisches Bauwerk mit 2.700 Plätzen und Opernkunst der Weltklasse. Sie wurde 1989 zum Bicentennaire des Sturms auf die Bastille eröffnet und seit 1990 ist es die neue Grand Opéra, und hat den Palais Garnier als “reguläre” Opernhaus abgelöst.

Opéra comique
Eine französische Institution: Die Opéra comique (auch bekannt unter dem Namen Salle Favart) ist ein wunderschönes historisches Theater, stammt aber erst aus dem Jahr 1898. Beide Vorgängerhäuser sind abgebrannt, darunter auch das Uraufführungstheater der «Carmen», der Brand ereignete sich 1887, dabei kamen gegen 100 Personen ums Leben.
Der Besuch der Oper ist sehr empfehlenswert, sie bietet ein hochstehendes Programm.

Salle Choisieul / Théâtre bouffes-parisiens
Das Theater, wo Offenbachs CanCan zum erstenmal ertönte: Weil der Salle Lacaze hinter der Champs-Elysées zu klein wurde und die Lizenz nur für kleinere Produktionen begann Offenbach mit seiner Compagnie ein neues Theater, die Salle Choisieul, zu bespielen, noch immer unter der Marke «bouffe-parisiens». Dort erzielte er den fabelhaften Erfolg mit «Orphée aux enfers». Das erste Werk, welches er dort spielen liess, hiess «Ba-ta-clan», welches mit seinem orientalisierenden Thema dem später entstandenen Theater Bataclan seinen Namen gab, welches aber an einer anderen Stelle steht.
Das Theater wurde zwar verändert, ist aber noch immer wunderschön.
Théâtre bouffes-parisiens:

Théâtre du Châtelet:
Wo Musikgeschichte geschrieben wurde I – Das erste Ballett der Moderne: 1909 ereignete sich in diesem Theater Musikgeschichte: das moderne Ballett wird geboren. Im Jahr 1862 eröffneten Theater präsentierte der russische Impresario Diaghilev zum ersten Mal in Paris seine «Ballets Russes». Die Stars des russischen Mariinski Theaters, Vaslav Nijinsky und Anna Pawlowa tanzten unter der Choreografie von Michel Fokine und anderen. Eigentlich war das Ballett zu dieser Zeit tot, erstarrt in ihren Figuren.

Fokine, Dhiaghilew, Strawinski und Nijinski erfinden das Ballett neu: Fokine befreit es von den leeren Pirouetten, Dhiagilev vereint es zum Gesamtkunstwerk von Tanz, Musik und Bühnenbild und Nijinski wird zum «Gott des Tanzes». Das Pariser Publikum ist verrückt nach den Balletten und kleidet sich extravagant für die Aufführungen wie die Tänzer auf der Bühne. Diaghilev entdeckt Strawinski und gibt ihm den Auftrag zum Feuervogel («L’oiseau du feu») für die Saison 1910 (für das Palais Garnier) und «Petruschka» 1911 (wieder im Châtelet). Strawinskis Musik schlägt ein und der 28-jährige wird zur Berühmtheit.

Théâtre des Champs-Élysées - Das erste Musikstück der Moderne
Sacré du Printemps: Strawinski erfindet die Musik der Moderne: Für die Saison 1913 wechselt Dhiagilev ins neu gebaute Théâtre des Champs-Élysées. Das Stück, welches präsentiert wird, ist Strawinskis «Sacré du Printemps». Schon das Thema des Balletts, ein ritueller Mord an einer jungen Frau, wirft seine Schatten voraus. Die Choreografie Fokins, der schockierende Tanz Nijinskis, die Kostüme und vor allem der noch nie gehörte Klang der Musik Strawinskis katapultiert das Werk in die Moderne. Die Frenesie des Publikums ist gigantisch, Gegner und Anhänger johlen, pfeifen und geraten sich während der Aufführung in die Haare, was sich zum größten «Theaterskandal der Geschichte» ausweitet. Einzig der Dirigent behält kaltes Blut und dirigiert das Werk zu Ende. Der Abend erhält den Spitznamen «Massacre du Printemps».

Philharmonie de Paris
Die von Jean Nouvel entworfene Philharmonie besticht durch die hervorragende Akkustik und Sicht – die Bühne ist mittendrin. Der Anreiseweg ist etwas länger, sie befindet sich in der nordöstlichen Ecke von Paris (Daneben befindet sich das Musée de la musique). Wie im Luzerner Theater (auch von Jean Nouvel) ist das Dach begehbar mit schöner Aussicht.

KIRCHEN
Notre Dame
Die Orgel der Kirche Notre Dame: Musikalisch bemerkenswert ist die große Orgel, die auf die 1868 eingesetzte Cavaillé-Orgel zurückgeht. Sie ist glücklicherweise beim Brand 2019 nicht beschädigt worden. Sie gehört mit ihren 8000 Pfeifen zu den schönsten Orgeln der Welt und hat, eine Besonderheit, einen Motor von … Rolls-Royce. Das kam so, dass der Generaldirektor von Rolls-Royce Zeuge war, als die Orgel bei einer Messe in Notre Dame ihren Geist aufgab. Darauf spendete der grosszügige Mann der Kirche einen Rolls-Royce Motor!
Schauen Sie Sonntags vorbei, ob um 16.30 ein Gratiskonzert gegeben wird (Website vorher konsultieren).
Kirche Notre Dame, Paris:

Saint-Sulpice
Eine der grossen Opernszenen spielt in dieser Kirche: Es handelt sich um den 3. Akt der Oper «Manon von Jules Massenet», wo zuerst der Priesterschüler des Grieux seine Traumarie «Ah, fuyez douce images» singt und nach dem Erscheinen Manons das grossartige Duett «N’est-ce plus les mains» folgt.
Vielleicht wurde Massenets Wahl der Kirche von Charles Gounod, seinem Lehrer am Conservatoire, inspiriert, dieser hatte hier die niederen Weihen empfangen.
Ein Besuch dieser imposanten Kirche auf den Spuren Massenets lohnt sich, schon die Fassade ist imposant und die Fresken von Delacroix auch. Heine und Hugo haben hier geheiratet und spätestens mit der Verfilmung von Dan Browns «Sakrileg» wurde die Kirche berühmt.
Sonntag nachmittags finden hier Konzerte statt (16.00 Uhr), bitte vorher Website konsultieren.

CHÂTEAU VERSAILLES
Schloss Versailles, le grand couvert
Wolfgang bestürmt die Pompadour: Die Mozarts kamen in ihrer Wunderkind-Westeuropareise im November 1763 in Paris an, bereits im Dezember wurden sie in Versailles eingelassen Wolfgang und seine Schwester Nannerl gaben s der Familie des französischen Königs Louis XV ein Privatkonzert und wurden am 1. Januar sogar ins private, königliche Speisezimmer (das grand couvert) eingeladen.

Beim ersten Zusammentreffen wollte der 7-jährige Mozart die Pompadour noch stürmisch küssen, doch die wehrte die Avancen des galanten jungen Mannes ab. Mozart war darob irritiert, denn die Kaiserin Maria-Theresia hatte in Wien nichts dagegen gehabt…
Die Mozarts blieben 16 Tage in Versailles, diesen Besuch zählt das Schloss Versailles noch heute zu den grossen Momenten dieses historischen Gebäudes. Das grand couvert kann beim Schloss-Durchgang besucht werden.


La Sérénade Royales (Musik und Tanz im Schloss Versailles im Stil von Louis XIV): Juni – September


HÄUSER UND WOHNUNGEN DER KÜNSTLER
Sterbehaus von Vincenzo Bellini
Na ja, den Namen Reiseziel verdient dieser Ort, wo Bellini in der Villa Levy starb (siehe oben in der Biografie), nicht mehr, mittlerweile gehört dieser Abschnitt zu der Grossregion Paris und hat sich in einen gesichtslosen Banlieue verwandelt, der von Verkehr und hässlichen Hochhäusern dominiert wird. An der Wand eines solchen Hochhaus und inmitten von Abfallcontainern wurde dem Komponisten eine Gedenktafel Modell «sehr günstig» gewährt, an einer Strasse und in einem Quartier, welches seinen Namen trägt.

Sterbehaus von Georges Bizet
Bougival: Das Haus liegt direkt an der Seine und der Angina kranke Bizet schwamm dort, was seinen Tod in diesem Haus beschleunigte. Die Zukunft des Hauses ist unklar, die Gemeinde konnte bisher den Verkauf verhindern und versucht daraus ein Musikzentrum zu erstellen. Spenden sind willkommen.
An der Hauswand dieses malerischen Hauses befindet sich eine Gedenktafel.

Bizets Geburtshaus steht noch heute, es befindet in der Nummer 26, eine Tafel erinnert an den berühmten Bewohner. Diese Strasse im Quartier Montmartre wurde durch Murgers und Puccinis «La vie de Bohème» bekannt und war zu Bizets Zeiten noch immer ein Künstlerquartier. Bizets Vater war Coiffeur und Künstler. Eine Gedenktafel erinnert an Bizet.

Rue de Douhai: Bizets Frau Geneviève ist eine geborene Halévy. Ihr Vater war Bizets Klavierprofessor am Konservatorium und ihr Cousin Ludovic war Co-Librettist der «Carmen» und auch von vielen der Offenbachschen Erfolgsopern. Die Familie seiner Frau war vermögend und Bizet zog 1869 in die noble Rue de Douhai 22, wo er fast 6 Jahre wohnte. Das Haus blieb noch einige Jahre im Besitz der Familie, Geneviève wurde eine bekannte Salon-Löwin und wurde von Proust in seinem Epos «Auf der Suche nach der verlorenen Zeit» verewigt. Das Haus wurde später ein einfaches Restaurant, dann ein Bordell. Die heutige Nutzung ist ein diskreter Nachtclub, wenn man will kann man das Haus ab 18 Uhr besuchen…
Wohnort von Maria Callas
36, Avenue Georges Mandel: In dieser Wohnung lebte Callas ihre letzten 9 Lebensjahre. Einen Einblick gibt das Interview, das Lord Harewood 1968 für BBC gemachte hatte. Sie lebte dort zurückgezogen mit Bediensteten und den beiden Pudeln. Sie starb am 16. September allein in ihrer Wohnung an einem Herzinfarkt. Eine Gedenktafel am Gebäude erinnert an die berühmte Bewohnerin und eine Mittelstrasse der Avenue Georges Mandel wurde nach ihr benannt (Allée Maria Callas).


Chopins Wohnungen
In seinen 18 Jahren in Paris bewohnte Chopin 10 verschiedene Wohnungen. Viele der Häuser stehen nicht mehr.
Zuerst bezog er eine kleine Wohnung in der Rue de la poissonnière. Das Haus steht nicht mehr. Ein Eindruck gibt ein Gemälde dieser Strasse, das 3 Jahre später entstand.

Bald schon hatte Chopin einige Klavierschüler/innen aus der besseren Gesellschaft und die Einkünfte erlaubten ihm 1832/33 den Bezug einer geräumigeren, möblierten Wohnung in der 4,Cité Bergère, einer schönen abgeschlossenen Gasse. Heute befindet in der Nummer 4 ein Hotel, Chopins Appartent lag in der ersten Étage (im Foto auf der rechten Seite, das Gebäude mit dem schönen Eisenportal).

Von 1842-1849 lebte er im Square Orléans. An diesem Ort lebten viele Künstler wie Kalkbrenner, Delacroix und Franchehomme. Chopin bewohnte Nummer 5, im ersten Zwischengeschoss. In seiner Nähe, in der Nummer 9 lebte George Sand bis zu ihrer Trennung 1847. An beiden Gebäuden finden sich Erinnerungstafeln für die jeweiligen Bewohner (Zugang über Rue de Taitbout 80).

12, Place de la Vendôme: Als Chopins Schwester nach Paris eilte, um ihrem Bruder zu helfen, bezogen sie im September 1849 gemeinsam eine Wohnung mit sieben Zimmern am Place Vendome 12. Er wurde finanziell unterstützt durch seine Freunde, vor allem durch Jane Stirling. Seine Agonie dauerte einen Monat. Als er am 17. Oktober starb, sassen sechs Freunde um das Bett. Chopin starb an einer Herzbeutel-Entzündung ausgelöst durch eine Tuberkulose (wie viele seiner Verwandten u.a. sein Vater).
Die Räume wurden luxuriös renoviert und werden heutzutage kommerziell genutzt.

Wohnhaus von Debussy
Hier lebte Debussy ab 1904 bis zu seinem Tod. Es war die Villa seiner zweiten Frau Emma Bardac. Das Haus liegt in einem vornehmen Wohnquartier und kann nicht besichtigt werden.

Sterbehaus von Lully
In diesem Haus starb Lully den vielleicht berühmtesten Komponisten-Tod der Opern-Geschichte (Beim Dirigieren rammte er sich den zwei Meter langen Tambourstab mit der Spitze in den grossen Zehen. Der entzündete sich und Lully verweigerte sich der Amputation und verstarb an einer Blutvergiftung). Lully hatte sich ein grosses Haus in ersten Arrondissement erstellen lassen, in dem er nach italienischer Gewohnheit mit der ganzen Verwandschaft lebte. Die Grösse des Gebäudes sollte seinen Wohlstand demonstratieren, Molière lieh ihm 11.000 Livres für den 44.000 Livres teren Bau. Zu seiner Zeit war das Haus freistehend, später wurden Häuser angebaut. Die Fassade ist original erhalten, der Innenausbau (teilweise öffentlich zugänglich) ist stark verändert worden.
Hôtel Lully:

Wohnhaus von Massenet
Hier befindet sich das Wohnhaus Massenets. Massenet war ein vielbeschäftigter Mann, sein Tag begann jeweils um 4 Uhr morgens, wo er sich an seinen Schreibtisch setzte, um zu komponieren damit er neben seinen Verpflichtungen Zeit fand, um sein reichhaltiges Werk zu schreiben. Eine Gedenktafel erinnert an Massenet.

Sterbehaus von Mozarts Mutter
Eine Gedenktafel erinnert an das Sterbehaus der Mutter Mozarts in der Rue Sentier, welches aber nicht mehr steht.

Jacques Offenbachs Mansarde
Jacques kam allein nach Paris und fand in einer Künstlerstrasse eine Mansarde und Anschluss an deutsche Emigranten. Er wohnte dort von 1833 bis zu seiner Heirat 1845. In der Nummer 23 wohnte auch Heinrich Heine im Jahr 1838 für 18 Monate, auch er ein Rheinländer. Ob die beiden sich über den Weg liefen ist nicht bekannt. Das Haus steht noch immer, eine Gedenktafel erinnert an den berühmten Bewohner.

Rossinis Salon und Wohnhaus
An diesem Ort fanden die berühmten «Samedi Soires» statt, Rossinis musikalischer Salon, wo sich die ganze Musik-Prominenz zum Musizieren, zuhören und diskutieren traf.
zur Biografie von Rossini (Video-Doku und Textbeitrag)
Das Gebäude steht immer noch und man kann eine Erinnerungstafel zwischen zwei Balkonen im zweiten Stock erspähen.

Die von Rossinis zweiter Frau Olympia organisierten Anlässe sahen regelmässige Gäste wie beispielsweise Saint-Saens, Auber, Meyerbeer, Gounod, Bizet, Liszt usw. Rossini komponierte dafür auch kleine Gelegenheitswerke (seine sogenannten «Péchés de vieillesse», Alterssünden) mit denen er auch gelegentlich seine Gäste hochnahm.
Wagner besucht Rossini: Im März 1860 ereignete sich an dieser Adresse ein besonderes Schauspiel. Der 47-jährige Richard Wagner besuchte den 68-jährigen Rossini. Michotte, Rossinis Adlatus, notierte den Inhalt des Gesprächs sorgfältig.
Er berichtete, dass sich das Gespräch die meiste Zeit um die Reform der europäischen Oper drehte. Daraus eine kleine Anekdote: «Richard Wagner (der kein Rossini Anhänger war) lobte Rossinis Apfelschuss-Szene aus dem ,Guillaume Tell’ aufs höchste, dabei sprach sich Wagner für Deklamatorik als die Musik der Zukunft aus, während Rossini sich für die Melodie stark machte. Geschickt führte Wagner Rossinis ,Sois immobile’ aus seinem “Tell’ als Beispiel an. Darauf meinte Rossini schmunzelnd: ,So habe ich also Zukunftsmusik geschrieben, ohne es zu wissen?’»
Passy: Rossini bewohnte ab 1857 in den Sommermonaten eine Villa am Rande des Parks von Passy im 16. Arrondissement. Sie steht mittlerweile nicht mehr, der genaue Standort war 2, Avenue Ingrès.
Historisches Foto des Maison Rossini :

FRIEDHÖFE
Auf den Pariser Friedhöfen befinden sich unter anderem die Gräber von Auber, Bellini Bizet, Callas, Chopin und Rossini (Père Lachaise) sowie von Berlioz, Offenbach (Montparnasse) und Passy (Debussy).
Père Lachaise:
Père Lachaise: Daniel Auber
Auber starb in den Wirren der Pariser Kommune, sein Grab befindet sich im Friedhof Père Lachaise.

Père Lachaise: Vincenzo Bellini
1835 wurde Bellini unter grosser Anteilnahme im Umfange eines Staatsbegräbnisses im Invalidendom geehrt und im Père Lachaise zu Grabe getragen. Giulia Grisi, die noch 8 Monate zuvor im triumphalen «I Puritani» gesungen hatte, sang das Lacrimosa nach der Melodie von «Credeasi misera» aus «I Puritani» und 350 Chorsänger sangen Stücke von Bellini. Er wurde in der Sektion 11 begraben, wo 14 Jahre später und nur wenige Meter entfernt, der ebenfalls jung verstorbene Frédéric Chopin bestattet werden sollte. 1876 wurde Bellinis Leiche nach Catania überführt, das Grab wurde aber belassen.
Bellinis Grab:

Père Lachaise: Georges Bizet
Bizet wurde auf diesem berühmten Friedhof bei Division 68, Nr. 101 beigesetzt. Das Grab wurde gestaltet von Charles Garnier, dem Architekten der Pariser Oper Garnier. 2006 wurde die schöne Büste gestohlen. Sie ist mittlerweile wieder aufgefunden worden und befindet sich im Besitz des Friedhofs.
Historisches Foto:

Père Lachaise: Maria Callas
Nach der Beerdigung in der griechisch-orthodoxen Kathedrale Agios Stephanos in der Rue Georges-Bizet wurde die Asche auf dem Friedhof Père Lachaise im Osten von Paris beigesetzt. Die Urne wurde zuerst gestohlen und wiedergefunden und ihrem Wunsch entsprechen über der Küste der Ägäis verstreut. Im Friedhof Père Lachaise befindet sich noch ihr Urnengrab.

Père Lachaise: Frederic Chopin
Auf Chopins Grab wacht Euterpe, die Muse der Musik und weint in Anbetracht eines zerbrochenen Instrumentes. Das Denkmal stammt von Auguste Schlésinger, dem Ehemann von George Sands Tochter Solange.

Seinem Leichnam wurde vor der Bestattung das Herz entnommen, welches seine Schwester nach Polen schmuggelte.
Père Lachaise: Gioachino Rossini
Rossinis Leiche wurde nach einem feierlichen Begräbnis auf dem Friedhof Père Lachaise in Paris beigesetzt. Im Mai 1887 wurden seine sterblichen Überreste nach Florenz überführt.
Sein Ehrengrab befindet sich in Division 4.
Rossinis Grab:

Friedhof Montparnasse
Montparnasse: Hector Berlioz
Das ursprünglich schlichtere Grab von Berlioz wurde später durch eine monumentalere Version ersetzt.

Montparnasse: Jacques Offenbach
1880 wurde hier Offenbach beerdigt, unter anderem war Hortense Schneider bei der Beerdigung zugegen.

Passy: Claude Debussy
Das Grab Debussys befindet sich auf diesem Prominenten-Friedhof in der Nähe des Trocadéro, mit schöner Sicht auf die Seine. Debussy starb 1918 an einer Darmkrebserkrankung die 1909 diagnostiziert wurde und ihm zunehmend das Leben schwer machte.
Als Debussy am 26. März verstarb, lag Paris unter Beschuss und nur ein kleiner Trauerzug konnte ihn zum Friedhof begleiten.

MUSEEN
Salon Leben: Ary Scheffers Salon
Dieses Haus ist eine der raren Zeitzeugen der Welt der Pariser Salons. In diesem Haus empfing der Künstler Ary Scheffer die künstlerische und literarische Gesellschaft, wie Chopin, George Sand, Liszt, Rossini, Delacroix, Pauline Viardot und viele andere. Das Haus beherbergt im unteren Stock eine Wohnung, die mit Möbeln aus dem Nachlass von George Sand eingerichtet ist, im oberen Stock befindet sich ein eingerichteter Salon, sowie eine Kunstausstellung des Malers.

Ein Blick ins Museum:

Museé de la vie romantique, Paris, France
Louvre
Delacroix’ Portrait von Chopin
Dieses Gemälde Chopins wurde von dem berühmten Maler Eugène Delacroix gemalt, den Chopin durch George Sand kennengelernt hatte. Dieses Portrait entstammt einem grösseren Portrait. Ursprünglich hatte Delacroix eine Szene mit Chopin am Klavier und George Sand daneben gemalt, er schnitt aber das Gemälde auseinander, in der Erwartung einen höheren Preis zu erzielen, wenn er zwei Bilder verkaufen könnte. Der grosse Rest des Bildes war nicht mehr auffindbar. Das Portrait von Sand hängt in einem Kopenhagener Museum.

Musée d-Orsay
Baschets Portrait von Debussy
Marcel Baschet porträtierte Debussy 1884 während Debussys Aufenthalt in Rom. Er zeigt einen leicht mürrischen und melancholisch-ernsthaften jungen Mann (Debussy war 22-jährig), dessen Persönlichkeit Zeit seines Lebens «schwierig und undurchdringlich» blieb. Das Gemälde hängt im Musée d’Orsay.

Musée d-Orsay
Renoirs Portrait von Wagner
Renoir war ein glühender Wagner Anhänger und sein Wunsch war den Meister zu porträtieren. 1882 gelingt ihm das Vorhaben in Palermo, kurz nachdem Wagner sein letztes Werk, den «Parsifal» vollendet hat und wenige Monate vor seinem Tod. Renoir bekam eine halbe Sitzungszeit. Wagner gab sich aufgekratzt aber das Bild zeigt unerbittlich das Antlitz eines müden, von Krankheit gezeichneten Mannes.

HOTELS UND RESTAURANTS
Künstler Restaurant
Dieses tradititionsreiche, gehobene Restaurant aus dem Jahr 1862 befindet sich gegenüber der Opéra Garnier und wurde dadurch zu einem frequentierten Restaurant der Künstler wie Berlioz, Tchaikowsky, Massenet oder Dhiaghilev. Ausstattung und Dekor des Restaurants entspricht dem repräsentativen Second Empire Stil.

Eines der ältesten Café-Restaurants: Das Procope ist eine Institution aus dem 17. Jahrhundert mit einer reichen Tradition. Es war eines der ersten Kaffehäuser überhaupt. Es wurde im 18. Jahrhundert zum Literaten- und Politcafé (Voltaire und Rousseau) und im 18. Jahrhundert verkehrten viele Schriftsteller und Künstler dort. George Sand besuchte das Procope etliche Male in Begleitung von Frederic Chopin.
Es ist heute ein vornehmes, aber gemütliches Restaurant, dessen Interieur an die alten Zeiten erinnert und französische Spezialitäten, wie bspw. Kalbskopf anbietet.
Hotel Ritz
Callas im Ritz: Callas wohnte während Engagements in Paris mehrmals in Ritz. Das Hotel hat nach seiner Neueröffnung eine Mansardensuite, in der sie nächtigte, zur Maria-Callas-Luxusuite renoviert, die gebucht werden kann.


Poire belle Hélène - Kreiert für die berühmte «Snèder»
Die berühmte Eisspezialität «Poire belle Hélène» wurde vom ebenso berühmten Koch Auguste Escoffier in seinen Jugendjahren erfunden (zumindest behauptete er das). Escoffier war ein Opern fan (er kreierte später die Pêche Melba für Nelle Melba) und arbeitete zu der Zeit in Montmartre (und später im Ritz) und liess sich von Hortense Schneider zu diesem Gericht inspirieren, das dann Eingang in seinen renommierten guide culinaire fand.

Halten Sie Ausschau nach einem Restaurant, welche diese köstliche Nachspeise anbietet.

Tournedos Rossini und das Restaurant Dorée
Dieses Restaurant war ein berühmtes und teures Restaurant am Boulevard des Italiens. Rossini war ein häufiger Gast und der Küchenchef Casimir Moisson kreierte hier das Gericht «Tournedos Rossini» für den Feinschmecker Rossini auf dessen Anregung. Escoffier verewigte es später in seinem berühmten «guide culinaire».
Das Restaurant gibt es seit 1906 nicht mehr, das Gebäude steht noch immer, beherbergt aber mittlerweile die französische Post.
Das historische Maison Dorée:


MONUMENTE UND DENKMÄLER
La Madeleine
Chopins Begräbnis-Feierlichkeiten: Nach seinem Tod wurde Chopin in der Madeleine aufgebahrt. 3’000 Trauernde kamen, um von ihm Abschied zu nehmen. Auf Chopins Wunsch wurden u.a. die Préludes in e-Moll und h-Moll sowie zum Abschluss Mozarts Requiem gespielt.

Chopin Denkmal im Parc Monceau
Die geheimnisvolle Frau zu seinen Füssen: Im Parc Monceau befindet sich ein interessantes Denkmal aus dem Jahr 1906. Sie zeigt den Komponisten mit (vermutlich) der berühmten Jenny Lind zu seinen Füssen. Jenny Lind wurde in den vierziger Jahren zur vielleicht berühmtesten Sängerinnen der Welt und traf ihn auf seiner Londoner Reise. Sie scheint sich in ihn verliebt zu haben und hoffte auf eine Heirat (Wahrscheinlich hatte sie wenig später auch eine Affäre mit Felix Mendelssohn …)

Strawinski Brunnen
Gestaltet von Jean Tinguely und Niki de Saint Phalle: Der Strawinski Brunnen ist ein auffälliges und beliebtes Photosujet auf dem Igor-Strawinski-Platz am Centre Georges Pompidou. Er wurde von Jean Tinguely und Niki de Saint Phalle gestaltet und 1983 dort installiert. Er besteht aus mehr als einem Dutzend Figuren, die vom Wasser animiert werden und die alle einen Bezug zu Strawinski und seinem Werk haben, wie zum Beispiel einen Feuervogel.

Massenet Denkmal in Jardin du Luxembourg
Der Jardin du Luxembourg beherbergt insgesamt 106 Statuen, eine davon ist Massenet gewidmet, am Südwest Teil des Gartens.

PUCCINIS PARIS
Basierend auf einem Roman eines echten Bohèmes:
Der Stoff der «Bohème» basierte auf einem Fortsetzungsroman der 1843 in einer Pariser Zeitschrift erschien. Henri Murger beschrieb Leben der Künstler in den Künstlerquartieren auf Montmartre und im Quartier latin. Die Personen, die er im Roman schilderte, waren zum großen Teil echt, auch wenn die Librettisten Illica und Giacosa Anpassungen für die Oper vornahmen, wie zum Beispiel die Ergänzung um die Person der Mimi, die so in der Vorlage nicht vorkommt. Auch hießen die Protagonisten in der Vorlage Murger anders, wahrscheinlich, weil Namen wie beispielsweise «Jacques» schlicht ungeeignet für die Vertonung waren.

Inspiriert vom Leben Puccinis als Student: Puccini wurde durch den Roman Murgers an seine eigenen kärglichen Studentenzeiten in Mailand erinnert und fühlte sich inspiriert.

Er war ein Bewunderer von Bizets Carmen und hat für die Pariser Straßenszene des zweiten Aktes, die Stierkampfarenaszene in Sevilla aus Carmens vierten Akt als Vorbild genommen.
Beide hatten so den beiden Städten ein musikalisches Denkmal gesetzt und genauso, wie Bizet Spanien nie bereist hatte, kannte Puccini Paris auch nur von den Postkarten (erst mit einer Inszenierung der Bohème lernte er Paris kennen). Dank Murger können wir Puccinis Bohème trotzdem nachspüren.
Mansarde von Rodolfo: Murger zeichnete in seinem Roman seine eigene Mansarde aus der 1, rue de la Tour d’Auvergne im Quartier Montmartre nach. Die Strasse war zu seinen Zeiten belebt von Künstlern und man kann heute noch die Stimmung mit etwas Fantasie nachträumen.


Barrière d-enfer: Im Dritten Akt passiert Mimi die Zollschranken von Paris, wo sich das Zollhäuschen und die Schenke befindet. Diese zwei Zollhäuschen waren eine der 57 Tore, die Ende des 18. Jahrhunderts errichtet worden waren. Die beiden Zollhäuschen stehen noch heute, das eine ist ein Postamt.

Porte d’enfer (Bild aus dem Jahr 1901):

Café Momus: Das Café Momus hat es gegeben, der Schöpfer des Romans hatte es ausgiebig besucht. Es befand sich gleich neben der Kirche Saint-Germain-l’Auxerrois. Es wurde aus finanziellen Gründen schon Mitte des 19. Jahrhunderts geschlossen und ein Farbenhändler öffnete dort seine Tore, sie sehen unten ein historisches Bild, das Momus war auf der rechten Seite, links sehen Sie den hinteren Teil der Kirche Saint-Germain-l’Auxerrois. Heute befindet sich ein Hotel in diesem Gebäude. Puccini verlegte in der Oper dann das Momus ins Quartier Latin zum Carrefour de Buci.

Paris – Reiseführer für Oper und Klassik




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