top of page

Wolfgang Amadeus Mozart- Biografie: Seine Orte, seine Musik und sein Leben

  • peter
  • 25. Juni
  • 15 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 11. Juli

Biografie Johann Sebastian Bach

Mozart war ein Universal Genie.

Er ist der einzige Komponist, der in allen Genres der klassischen Musik eine führende Stellung einnimmt.

Früh wurde sein Genie offenbar. Doch als Erwachsener wurde er zum Getriebenen.

Ein rastloser Musiker, der wie eine Kerze an beiden Ende brannte, auf der Suche nach der Anerkennung, die er einst als Wunderkind genossen hatte.


Wer war Wolfgang Amadeus Mozart, welche Menschen und Orte haben ihn geprägt. Eine biographische Annäherung an den Jahrhundert Künstler aus Österreich.



Video Doku - Biografie von Mozart:


 




Video Doku - Die Opern von Mozart:


 







Die Biografie von Wolfgang Amadeus Mozart




Tabellarischer Lebenslauf von Mozart


Jahr

Ereignis

1756

Wolfgang Amadeus Mozart wird am 27. Januar in Salzburg geboren.

1761

Mit fünf Jahren komponiert er seine ersten kleinen Werke.

1762

Erste erfolgreiche Konzertreise nach München; Auftritt vor dem Kaiserhof in Wien (Schloss Schönbrunn).

1763–1766

Große Wunderkindreise durch Europa mit Konzerten u. a. in Paris, Versailles, London und den Niederlanden.

1764

In London entsteht seine erste Sinfonie; Begegnung mit Johann Christian Bach.

1765

Erkrankung an Typhus während der Reise in den Niederlanden; Rückkehr nach Salzburg.

1769–1773

Drei Italienreisen mit großen Erfolgen; Uraufführung der Oper Mitridate in Mailand.

1770

Aufnahme in die Philharmonische Akademie von Bologna; Besuch in Rom und Ehrung durch den Papst.

1771

Ernennung zum Konzertmeister des Salzburger Hofes.

1777–1778

Reise nach Mannheim und Paris auf Stellensuche; Tod seiner Mutter in Paris.

1779

Rückkehr nach Salzburg als Hoforganist; Komposition der Krönungsmesse.

1781

Bruch mit dem Salzburger Erzbischof; Übersiedlung nach Wien als freischaffender Musiker.

1781

Erfolg der Oper Idomeneo in München.

1782

Durchbruch mit Die Entführung aus dem Serail; Heirat mit Constanze Weber.

1784–1787

Erfolgreiche Wiener Jahre; Entstehung bedeutender Klavierkonzerte, des Figaro und der Kleinen Nachtmusik.

1787

Triumph der Oper Don Giovanni in Prag; Tod seines Vaters Leopold.

1788

Komposition der Jupiter-Sinfonie, trotz zunehmender finanzieller Schwierigkeiten.

1791

Entstehung von Die Zauberflöte, La clemenza di Tito und Beginn des Requiems.

1791

Verzweifelte Reise nach Frankfurt.

Mozart stirbt am 5. Dezember in Wien im Alter von 35 Jahren und wird auf dem Friedhof St. Marx beigesetzt.




Familie und Herkunft


Wolfgang kam im Jahr 1756 in Salzburg zur Welt.

Er war bereits das siebte Kind der Familie, aber er war nach seiner älteren Schwester Nannerl erst das zweite Kind, das die ersten Lebensmonate überstand.

Sein Geburtshaus liegt in der Getreidegasse in der Salzburger Altstadt.


Mozarts Geburtshaus in Salzburg
Mozarts Geburtshaus in Salzburg

In dieser Kirche wurden Mozarts Eltern getraut und Wolfgang Amadeus am 28. Januar 1756 getauft. Das Taufbecken aus Bronze ist noch immer aus dieser Zeit.


Salzburger Dom - Mozarts Taufkirche
Salzburger Dom - Mozarts Taufkirche

Er und seine Schwester bekamen Unterricht vom Vater Leopold, der als Hofkomponist ein Angestellter des Salzburger Fürstbischofs war. Der erfahrene Musiker erkannte rasch die Begabung der beiden und sie wurden musikalisch sehr gefördert.

Wolfgang komponierte sein erstes kleines Werk mit 5 Jahren und erregte früh Aufmerksamkeit beim Adel.



Wunderkind Jahre


Eine erste Konzertreise mit dem 6-jährigen Wunderkind Wolfgang und der 11-jährigen Nannerl nach München war sehr erfolgreich.


1863 führte Wolfgang das erste Mal der Weg in die Hauptstadt. Das Ziel: Schönbrunn, zum Kaiser und Kaiserin. Im Spiegelsaal des Schloss Schönbrunn spielte er dem Kaiserpaar und mehr als einem Dutzend Herzögen vor.

Auf Wunsch der Kaiserin Maria Theresia spielte er mit verdeckter Klaviatur und verblüffte mit virtuosem Spiel.


Mozart und Maria Theresia
Mozart und Maria Theresia


Stolz berichtete Vater Leopold in einem Brief:


«Der Wolferl ist der Kayserin auf den Schooß gesprungen, sie um den Halß bekommen, und rechtschaffen abgeküsst.»

Anschliessend tollte Wolfgang mit den Kaiserkindern herum und bekam bestickte Kleider, die zuvor den Kaiserkindern gehört hatten.


Mozart als Kind mit den Kleidern der Kaiser-Kinder
Mozart als Kind mit den Kleidern der Kaiser-Kinder

Aber am wichtigsten: Leopold bekam satte 100 Golddukaten ausgehändigt, was etwa dem Wert von 40 Pferden entsprach!




GROSSE WUNDERKIND-REISE: BESUCH AN KÖNIGSHÖFEN EUROPAS


Der volle Erfolg dieser Reise an den österreichischen Hof ermutigte Leopold und der geschäftstüchtige Vater ging nun ein grosses Wagnis ein


Er nahm die beiden Kinder auf eine Wunderkindtour durch die Fürstenhöfe Europas, die die Familie schlussendlich 3 Jahre in Bewegung hielt.



Privatkonzert für Louis XV und Küsse für Mme Pompadour


Der erste Aufenthalt der Mozarts in Paris war spektakulär. Auf ihrer grossen Westeuropareise besuchten die Mozarts im November 1763 die französische Hauptstadt, und bereits im Dezember wurden sie in Versailles eingelassen.

Wolfgang und Nannerl gaben der Familie des französischen Königs Ludwig XV ein Privatkonzert und wurden am 1. Januar sogar ins private, königliche Speisezimmer (das grand couvert) eingeladen.


Beim ersten Zusammentreffen wollte der 7-jährige Mozart die Pompadour noch stürmisch küssen, doch die wehrte die Avancen des galanten jungen Mannes ab. Mozart war darob irritiert, denn die Kaiserin Maria-Theresia hatte in Wien nichts dagegen gehabt…





8 MONATE IN LONDON

Als die Mozarts in London ankamen, war Wolfgang 8 Jahre alt. In Calais sahen sie zum ersten Mal das Meer und trotz Seekrankheit war die Überfahrt ruhig verlaufen.


Der Vater begann sogleich mit der Organisation der ersten Konzerte, deren Erlöse ihren Aufenthalt finanzieren sollten. Die Mozarts wohnten während vier Monaten in der Cecil Court beim Barbier John Couzin, in dessen Laden sie Tickets für ihre Konzerte verkauften.


Der Vater wurde nun schwerkrank. Da dadurch das Konzertieren stillstand, fand Mozart Zeit zum Komponieren und schrieb seine erste Sinfonie.


Nach der Genesung brachte der Vater mit vielen Anzeigen die öffentlichen Auftritte in Schwung, deren Einkünfte aber nicht den Erwartungen entsprachen.


Früh bekamen die Mozarts eine Audienz beim deutschstämmigen und musikverrückten Königspaar Georg (aus der Hannover Linie) und Sophie Charlotte (aus Mecklenburg), wo Mozart vom Monarchen ausgiebig und zu seiner Zufriedenheit mit musikalischen Aufgaben getestet wurde.

Die beiden waren begeistert und Mozart besuchte die beiden mehrmals im sogenannten Buckingham House, dem Vorläufer des gleichnamigen Palace.



In London trafen die Mozarts auf die lokale musikalische Elite, unter anderem auch auf den Bach-Sohn Johann Christian, dem persönlichen Musiklehrer der Königin.



Wolfgang studiert dessen Werke eingehend und die beiden musizieren zusammen vor der Königin.


Als die Mozarts in Amsterdam ankamen, waren sie schon über 2 Jahre auf ihrer grossen Westeuropa Tour unterwegs und wollten nur noch nach Hause.


Da erhielten Sie eine Einladung von Prinzessin Caroline von Nassau und die Familie Mozart verbrachte in der Folge mehr als ein halbes Jahr in den Niederlanden.


Die Reise wurde sehr dramatisch, weil zuerst Nannerl und dann Mozart in Den Haag an Typhus erkrankten.

Nannerl hatte bereits die Sterbesakramente erhalten, konnte aber vom Hofarzt gerettet werden, der erst die richtige Diagnose stellte.


Maria Anna Mozart - "Nannerl"
Maria Anna Mozart - "Nannerl"

Zurück in Salzburg erlitt Mozart eine der vielen Krankheiten in seinem Leben, die wilden Blattern verursachten dem 9-jährigen tiefe Pockennarben in seinem Gesicht.





Italienreise


3 Jahre später nahm Leopold Italien ins Visier


Wolfgang Amadeus war dreizehn als er und sein Vater sich im Winter 1769 auf die erste Italienreise machten. Im Januar kamen die beiden in Mailand an.


Nach den Strapazen der Überquerung des Brenners bei Schnee und Kälte hofften die beiden auf einen lukrativen Auftrag der Noblen in Mailand.


Mozart durfte mehrmals öffentlich auftreten, öfters im Palazzo Clerici bei einem Seidenfabrikanten.


Oder in einer Kirche auf einer der ältesten Orgeln der Lombardei sein Können zeigen, wo Mozart zum ersten Mal vor grösserem Publikum aufspielte.


Bald traf der ersehnte Auftrag ein und die Mozarts erhielten ein Libretto für «Mitridate re di Ponte» zur Vertonung. Mozart hatte bereits Erfahrung in diesem Genre, denn Mitridate war bereits sein viertes Bühnen werk. Libretto erhielt Mozart allerdings erst vier Monate später, so dass er die Komposition innerhalb von fünf Monaten fertigstellen musste.


Zu diesem Zweck reisten die beiden zurück nach Salzburg und im Herbst kehrten Sie mit der fertigen Oper nach Mailand zurück.


Die Premiere am 26. Dezember 1770 war erfolgreich. Viva il Maestrino" ruften die begeisterten Mailänder deml 14-jährigen zu, der das 70-köpfige Ensemble in den ersten drei Aufführungen selbst führte, der Beweis dafür ist, dass es in Mailand insgesamt 23 ausverkaufte Aufführungen gab.



Noch zwei Mal kehrte Mozart in den nächsten Jahren mit Opern für Mailand zurück. Alle Aufführungen fanden im Palazzo Regio Ducale statt, der drei Jahre nach der Uraufführung von «Lucio Silla» abbrannte.


Doch dann unterband Mozarts Arbeitgeber Erzbischof Colloredo in Salzburg die Aufträge.


Erzbischof Colloredo
Erzbischof Colloredo


STUDIUM IN BOLOGNA


Im Alter von 14 Jahren besuchte Mozart zum ersten Mal Bologna.


Wolfgang studierte dort Kontrapunkt bei Padre Giovanni und legte das schwierige Examen an der berühmten philharmonischen Akademie ab. Eigentlich war dies nur Studenten über 20 Jahren erlaubt, aber für Mozart machte man eine Ausnahme.


Die Prüfung dauerte normalerweise Stunden, aber Wolfgang schaffte die Aufgaben in nur 15 Minuten. Laut Leopold trafen die Mozarts auch den berühmtesten Kastraten Farinelli, der seinen Ruhestand auf einem Landsitz außerhalb Bolognas verbrachte.


Bald darauf machten sie sich auf den Weg weiter südlich nach Rom und Neapel.




BESUCH BEIM PAPST

Ihr Weg führte sie zuerst in die Ewige Stadt.


Dank Leopolds geschickter Reiseplanung und guten Verbindungen durften Sie den Vatikan besuchen und Mozart erhielt gar von Papst Clemens persönlich den Orden des goldenen Sporns überreicht, der zweithöchsten Auszeichnung der Kirche. Eine Ehre wie sie wenige Jahre zuvor Gluck zuteil worden war.


Beim Besuch des Vatikans in der Osterwoche kam es zum berühmten Miserere Vorfall in der sixtinischen Kapelle.


Und zwar hörte Mozart in dieser berühmten Kapelle das Miserere von Allegri. Dieser 9-stimmige Choral durfte nur in der Sixtinischen Kapelle, und zwar in der Karwoche ertönen. Es war den aufführenden Musikern unter Androhung der Exkommunikation verboten, eine Abschrift des Musikstücks zu erstellen.


Kaum ein Romreisender liess sich in der Karwoche dieses Erlebnis entgehen. Mozart hörte sehr konzentriert zu und kopierte zurück in seiner Unterkunft die Noten aus dem Gedächtnis praktisch fehlerfrei auf Papier. Nach einem zweiten Besuch werden kleinere Fehler noch behoben.



INSPIRATION IN NEAPEL

Vater und Sohn Mozart machten sich nach dem Besuch in Rom auf den Weg nach Neapel.


Leopold Mozart
Leopold Mozart

Leopold wollte, dass sein Sohn in Kontakt mit den musikalischen Persönlichkeiten wie Giovanni Paisiello kommt und so besuchten sie vom Mai bis Juni 1770 dessen Wohnort Neapel.


Mozart besuchte das Opernhaus San Carlo und bekam auch ein Angebot für eine Komposition, lehnte aber ab.


Die Mozarts besuchten Pompeij, wo Wolfgang bei der Besichtigung des Isis Tempels Inspiration für die spätere Zauberflöte fand. Dieses Bauwerk beeindruckte den 15-jährigen. Es war 10 Jahre zuvor freigelegt worden und zählte zu den besterhaltenen Bauwerken. Bei der Komposition der Zauberflöte kamen die Erinnerungen an die Bilder dieses Tempels zurück, und sie hatten massgeblichen Einfluss bei der optischen Gestaltung der heiligen Hallen Sarastros, die zum Ägyptenkult der Freimaurer perfekt passten.


Pompeii Isis Tempel
Pompeii Isis Tempel



SCHWIERIGE JAHRE ALS ORCHESTERMUSIKER


Zwischen den vielen Reisen blieb Salzburg der Lebensmittelpunkt der Familie Mozart.


Die Residenz am Makartplatz wurde nach der Getreidegasse das zweite Wohnhaus der Mozarts in Salzburg. Es war abseits der Innenstadt und bot der wachsenden Familie reichlich Platz. Leopold konnte sogar Schülern Kost und Logis anbieten. Zudem bot es Musikräume, wo die Mozarts konzertierten. Hier erfolgte die Erstaufführung von «Il re pastore» des 19-jährigen Wolfgang.

Das Gebäude wurde im zweiten Weltkrieg zerstört und später originalgetreu wiederaufgebaut. Heute ist im Haus ein Museum eingerichtet.


Mozart wurde als Fünfzehnjähriger zum Konzertmeister ernannt. Diese Position war zwar ehrenvoll, brachte aber wenig ein und langweilte ihn bald.

Wolfgang und Leopold versuchten nach zwei Jahren gezielt Standbeine ausserhalb von Salzburg aufzubauen, um dem lästigen und schlechtbezahlten Routinedienst des Hofs zu entkommen.


1777 bat der 21-jährige Mozart beim Salzburger Hof um seine Entlassung und versuchte, begleitet von seiner Mutter, vergeblich sich in verschiedenen Städten um eine gute Stelle zu bemühen, unter anderem reiste er nach Mannheim, wo er schon 2 Jahre zuvor das ansässige Orchester des Residenztheaters des kunstsinnigen Kurfürsten Karl Theodor kennengelernt hatte.


Die berühmte Stamitzer «Mannheimer Schule» hatte das Orchester zu Weltgeltung geführt und Mozart tief beeindruckt.




Das riesige Barockschloss Mannheim zählt zu den größten Schlössern Europas. Mozart hat hier musiziert und der Kurfürst genoss seine Musik.


In der wunderschönen Barockkirche spielte Mozart mehrmals die Orgel.

Insgesamt besuchte Mozart Mannheim vier Mal und noch heute begegnet man Mozarts Spuren auf Schritt und Tritt.


Er lernte hier auch die begabte, als Sängerin im kurfürstlichen Theater angestellte Aloysia Weber lieben, deren Schwester Konstanze er später ehelichte.


Aloysia Weber
Aloysia Weber

Wie auch immer, aus der erhofften Anstellung wurde aber nichts. Immerhin bekam er ein paar Jahre später vom Kurfürsten den Auftrag für die Komposition der Oper «Idomeneo» als dieser später in München residierte.



VERLIEBT IN AUGSBURG

Wolfgang Amadeus’ Vater Leopold war gebürtiger Augsburger. Sein berühmter Sohn besuchte Augsburg vier Mal. Aufgrund dieser Herkunfts-Beziehung und der Reisen Wolfgang Amadeus’ dorthin ist Augsburg einer der drei Orte, die sich “Mozart-Stadt” nennt.


Bei einem Zwischenhalt auf seiner Reise nach Paris erlebte der 21-jährige in Augsburg amouröse Abenteuer mit seiner Cousine Maria Mozart, die er Bäsle nannte, an die er die berühmten Bäsle-Briefe schrieb.



Mozart war ein eifriger Briefschreiber und diese wurden eine wichtige Quelle für die Mozart-Rezeption. Die Briefe an seinen Vater waren stets ernsthaft und in gehobener Sprache geschrieben.



In seinen Briefen an Freunde und Verwandten war sein Stil verspielt und öfters sogar derb. Leck mich am Arsch war einer seiner Lieblingsbegriffe.


Möglicherweise hatte er diesen rustikalen Schreibstil von seiner Mutter geerbt, denn von ihr ist ein Brief mit folgendem Wortlaut erhalten: «Ich winsch ein guete nacht, scheiss ins beth das kracht»




KATASTROPHE IN PARIS

Der erste Aufenthalt in Paris als Wunderkind war triumphal. Der zweite längere Besuch in Paris 15 Jahre endete mit einer Katastrophe.




Vater Mozart wollte, dass sein Sohn in Paris im Schloss Versailles eine Anstellung findet. Weil Leopold keinen Urlaub bekam, machte Mozart sich mit seiner 57-jährigen Mutter im Winter auf den Weg nach Paris.


Mozart sah in Paris Glucks Opern, der in den siebziger Jahren in Paris grosse Erfolge feiern konnte und zum ersten Opernkomponisten Europas aufgestiegen war.


Wolfgang Amadeus, der kein Wort französisch sprach, versuchte in Paris eine Anstellung finden, holte sich dort aber eine Abfuhr nach der andern und wartete sich in den ungeheizten Vorzimmern die Füsse steif, während seine Mutter in der ungeheizten, billigen Absteige Hunger litt. Er konnte nicht verstehen, wieso sich niemand mehr für ihn in Paris interessierte. Ein paar Kompositionen und Klavierstunden hielten sie mehr schlecht als recht über Wasser.


Dann passierte die Katastrophe. Seine Mutter erkrankte im Juli und starb nach kurzer Krankheit in den Armen ihres Sohnes. Er begrub sie in Paris und musste ohne seine Mutter zum Vater nach Salzburg zurückkehren.




DIE LETZTEN SALZBURGER JAHRE ALS HOFORGANIST

Zurück in Salzburg nahm Mozart widerwillig die Funktion eines Hoforganisten auf und schrieb für die Ostern eine Messe, die später unter dem Namen “Krönungsmesse” Berühmtheit erlangte.

Nach unerlaubten Abwesenheiten kam es zum Krach mit den Vorgesetzten und Wolfgang wurde mit dem berühmten Tritt in den Hintern von einem Angestellten des Bischofs entlassen. Mit diesem Paukenschlag verabschiedete sich Mozart (bis auf wenige Besuche) für immer von Salzburg.



IDOMENEO IN MÜNCHEN

Von Salzburg aus, war München, die am nächsten gelegene Grossstadt. Mozart war insgesamt acht Mal in München.

Besonders bedeutsam war sein mehrmonatiger Aufenthalt bei der Einstudierung des «Idomeneo».

Mozarts Vater und seine Schwester Nannerl saßen am 29. Januar 1781 stolz im Münchener Cuvilliés-Theater bei der Uraufführung dieser großartigen Opera seria. Mozarts ersten Meisterwerks in diesem Genre.


Leopold, Nannerl und Wolfgang
Leopold, Nannerl und Wolfgang

Doch der Erfolg war reichte nicht aus, um Mozarts Karriere in Schwung zu bringen. Zwar war der Fürst zufrieden, doch Mozart verpasste sein Ziel, Kapellmeister in München zu werden und vom Salzburger Hof Unabhängigkeit zu erlangen.


Mozart verbrachte die Monaten der Fertigstellung der Komposition in München und verbrachte viel Zeit mit dem damals berühmten Tenor der Uraufführung, Raaf. Mozart komponierte ihm viele «geschnittene Nudeln», wie er die Koloraturen nannte. Er komponierte für Raaf die revolutionäre Arie «Fuor del mar», die vielleicht so etwas wie die Geburt des romantischen Heldentenors wurde.


Mozart schrieb in einem Brief zu der Zusammenarbeit mit Raaf seinen berühmten Satz: «Ich liebe, dass die aria einem Sänger so accurat angemessen sey, wie ein gutgemachtes Kleid».


Wolfgang Amadeus Mozart
Wolfgang Amadeus Mozart


War Mozart reich oder arm?


Seine wichtigste Einnahmequelle waren die Auftritte. Mozart war ein begnadeter Interpret seiner Werke und er organisierte oft sogenannte Akademien, wo er auf eigene Rechnung Konzertabende organisierte. Eine erfolgreiche Akademie 1783 beispielsweise brachte ihm 1600 Gulden ein, also fast 80 tausend Franken, von denen er aber noch die Kosten für Saal und Orchester begleichen musste. An diesem lukrativen Abend war sogar der Kaiser anwesend, und der allein hatte über 100 Gulden Eintritt bezahlt, also gute 5000 Euro.


Man schätzt, dass Mozart in seinen 10 Wiener Jahre durchschnittlich etwa 5.000 Gulden eigenommen hat. Das heißt, er verdiente sehr, sehr gut, sein Lohn war doppelt so hoch wie der eines hohen Beamten.


Noch besser als im Geld verdienen war Mozart jedoch im Geld ausgeben. Besonders Kartenspiele, aber auch teure Kleider, üppiger Champagnerkonsum und teure Kutschen brachten seine Finanzen aus dem Lot. Er war ständig in Geldnot und pumpte unablässig Freunde an. Trotz seiner vielen Einnahmen bis zum Lebensende, hinterließ er seiner Frau Schulden von 3.000 Gulden. Sein Begräbnis dritter Klasse hat übrigens 8 Gulden und 56 Kreuzer gekostet.



Mehr dazu im folgenden Video: Waren Mozart, Beethoven und Haydn arm oder reich?


Waren Mozart, Beethoven und Haydn arm oder reich?




ERFOLGREICHE WIENER JAHRE UND FAMILIENGLÜCK

25-jährig löste sich Mozart von seinem Vater und der Enge des Fürstentums und zog nach Wien mit dem Ziel, als unabhängiger Musiker mit Kompositionen und Konzerten seinen Unterhalt zu verdienen.


Dort lebte mittlerweile auch seine alte Flamme Aloysia Weber aus Augsburg mit ihrer Familie. Sie nahmen Mozart auf und er lernte ihre Schwester und seine spätere Frau Constanze kennen. Wie ihre Schwester Aloysia war sie Sängerin und Mozart schrieb für sie einige Werke, unter anderem sang sie an der Uraufführung der c-moll Messe.


Konstanze Mozart geborene Weber
Konstanze Mozart geborene Weber

Schon bald gelang dem freischaffenden Künstler in Wien der Durchbruch mit der «Entführung aus dem Serail»: Kaiser Joseph II. hatte ihm den Auftrag erteilt ein Singspiel zu schreiben, um der Dominanz der italienischen Oper entgegenzuwirken.


Die Entführung wurde im Burgtheater uraufgeführt und glänzend aufgenommen.


In Prag waren die Reaktionen des Publikums sogar triumphal. Mit dem Entgelt für die Oper konnte er eine Wohnung beziehen und damit die Grundlage für die Ehe mit seiner Frau Konstanze legen.


Drei Wochen nach der Uraufführung heirateten die beiden trotz des Widerstands seines Vaters, was einen Graben zwischen den beiden erzeugte.


Im Folgejahr kam das erste von sechs Kinder zur Welt, von denen nur zwei (Franz Xaver und Carl Thomas) das Erwachsenen Alter erreichten (beide ohne Nachkommen). Von den vier anderen Kindern wurde keines älter als 6 Monate.


Mozart traf mit seinen Klavierkonzerten den Geschmack des Publikums und trat den Freimaurern bei.


Das Thema des Standesunterschiedes wurde zu einem wichtigen Thema seiner Opern. In „Le nozze di Figaro“ widersetzt sich ein Diener seinem Grafen, in «Don Giovanni» zeigt er einen Adligen als ruchlosen Verführer und Mörder und in der "Zauberflöte" demonstriert er mehr oder weniger offen Freimaurer-Symbole.


Wie schon Beethoven pflegte Mozart in Wien häufiger umzuziehen. In der Domgasse befindet sich die einzige erhaltene Wohnung. Dort wohnte er von 1784-1787.


Die Wohnung ist mit sieben Räumen recht herrschaftlich. Es ist heute ein Museum auf sechs Etagen, in der ersten Etage befindet sich die Wohnung mit zum Teil Original Einrichtung. Er komponierte hier seinen «Figaro» und schrieb die «kleine Nachtmusik».


Doch seine grössten Erfolge wurden ihm nicht in Wien teil, sondern im 300 Kilometer entfernten Prag,



TRIUMPH MIT DON GIOVANNI IN PRAG


wo Mozart 1887 mit der Uraufführung des Don Giovanni einer der grössten Triumphe seiner Karriere feiern durfte.



Der Jubel kannte keine Grenzen als bei der Uraufführung der Vorhang fiel. Er konnte den Erfolg, den er mit „Le nozze di Figaro“ im Vorjahr an gleicher Stätte erzielt hatte, so glänzend bestätigen.


Er war der umjubelte Star in Prag, was ihm so in Wien nie vergönnt war. Er besuchte Prag fünfmal, zuletzt im seinen Todesjahr, für die Uraufführung des «Clemenza di Tito.»


Die Aufführungen aller Mozart Opern fanden im Ständetheater statt, welches beinahe im ursprünglichen Zustand erhalten geblieben ist. Es ist mittlerweile ein Teil des Komplexes des Nationaltheaters.


Der Don Giovanni krönte die Zusammenarbeit mit Da Ponte: Der Italiener war der kongeniale Librettist der Opern „Don Giovanni“, „Le nozze di Figaro“ und „Cosi fan tutte“ und wurde so zum wichtigen künstlerischen Partner Mozarts.


Mozarts musikalisches Herz schlug stets für die Oper und für deren weiblichen Rollen. Da Ponte grösste Leistung war es, dass er für Mozart Rollen aus Herz und Blut wie die Gräfin, Susanna, Zerlina, Cherubino oder Donna Anna erschuf, für die Mozart seine schönste Musik schrieb.


Während des Aufenthaltes in Prag war sein Vater in Salzburg gestorben. Schon seit einiger Zeit hatte sich Mozart vom Vater und der Schwester entfremdet.




Glücklos


Dies war nicht die einzige Sorge Mozarts. Trotz des Erfolges in Prag wendete sich das Blatt in Wien nach und nach zum Schlechten. Unfassbarerweise ging seine Popularität zurück und die Konzerteinahmen konnten seine horrend teure Lebensführung nicht mehr finanzieren.


Zwar konnte er mit seinen Klavierkonzerten noch immer gutes Geld verdienen, doch seine Verschwendungssucht und der andauernd schlechte Gesundheitszustand seiner Frau Konstanze verschlangen viel Geld. Schulden begann sich aufzutürmen.


Zudem verschlechterte der Tod des kunstsinnigen Kaisers Joseph II die Aussichten Mozart, denn der Nachfolger interessierte sich nicht für die Kunst.


Joseph ii von Habsburg
Joseph ii von Habsburg

In dieser Situation entschloss sich Mozart zu einer Verzweiflungstat und reiste zu den Krönungsfeierlichkeiten nach Frankfurt um mit neuen Klavier-Konzerten zu Geld zu kommen.


Verzweifelt und mittellos kam er in die Main-Stadt. Seine Frau hatte in Wien wieder eine Fehlgeburt erlitten und die Kur verschlang viel Geld. Doch das Pech klebte ihm in Frankfurt an seinen Händen und Füssen und er vermeldete nach Hause: «Von Seiten der Ehre sei das Konzert herrlich, aber in betreff des Geldes mager gewesen». Mit leeren Händen musste Mozart nach Wien zurückkehren.



Hektische Produktion letzter Werke und Tod


Sein letztes Lebensjahr war von hektischer Produktion von Meisterwerken geprägt. Er versuchte so Geld in seine leere Kasse zu bekommen. Neben viel Kammermusik schrieb er das letzte Klavierkonzert, das unvollendete Requiem,

und die drei Opern, Cosi fan tutte die Zauberflöte und La Clemenza di Tito.


Mozart blieb aber vom Pech verfolgt, denn nach der fünften Vorstellung von Cosi fan tutte starb der Kaiser und aufgrund der verordneten Staatstrauer war Schluss mit den Aufführungen.


So stürzte er sich in die Arbeiten zur Zauberflöte im Frühjahr 1791.



Er unterbrach sie im Juli, schrieb in kurzer Zeit «La clemenza di Tito» inszenierte sie persönlich in Prag und beendete dann im September die Zauberflöte.



Noch während den Proben wurden die letzten Takte dieser Oper komponiert und die Orchestermusiker mussten die Ouvertüre gar vom Blatt spielen.

Als letzter Lichtblick seines Lebens durfte Mozart vermerken, dass die Wiener seine und Schikaneders Zauberflöte sehr positiv aufnahmen.


Er hatte die ersten Aufführungen im Theater an der Wien selbst dirigiert, doch er konnte den Erfolg nur noch eingeschränkt geniessen, denn sein Gesundheitszustand hatte sich rapid verschlechtert.


Am 5. Dezember 1791 verstarb Mozart 35-jährig in seiner Wohnung und wurde im Friedhof St. Marx in einem Massengrab beigesetzt. Die Todesursache wurde nicht festgehalten und konnte später nicht eruiert werden, da die Leiche Mozarts nicht mehr auffindbar war.

Das Grabdenkmal wurde an Mozarts 100. Geburtstag dort errichtet, wo man das Grab vermutet.


Daneben hat die Stadt Wien zu Ehren Mozarts ein Ehrengrab im Zentralfriedhof errichtet.


Mozarts Grab im Zentralfriedhof
Mozarts Grab im Zentralfriedhof


Wolfgang Amadeus Mozart - Biografie






Weitere Komponisten- und Künstlerbiografien:



Kommentare


bottom of page