Die schönsten und bedeutendsten Konzertstätten und Opernhäuser Europas
- peter
- 10. Aug.
- 43 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 14. Aug.

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Die Konzertstätten und Opernhäuser Europas
BERGAMO
Teatro Gaetano Donizetti (Unterstadt)
Das Theater stammt aus dem Jahr 1800, nachdem es 4 Jahre zuvor, nach nur 6 Jahren Betrieb, abgebrannt war. Donizetti hatte hier 1840 einen großen persönlichen Triumph, als die Stadt ihn mit einer Opernaufführung feierte. Anlässlich seines 100. Geburtstages wurde das schöne Theater nach Donizetti benannt.

Teatro Sociale (Obere Stadt)
Das Teatro ist das historische Theater der Oberstadt von Bergamo und ist das kleinere der beiden Theater. Es gab 1929 den Betrieb auf. In einem Kraftakt ließ die Stadt das Theater wieder renovieren und seit 2009 wird es wieder bespielt (hauptsächlich Konzerte und Theateraufführungen).
Teatro sociale:

Seit 2016 findet jährlich im November ein Donizetti-Festival statt, das sich innert kurzer Zeit einen hervorragenden Ruf erworben hat.
BERLIN
Berlin: Staatsoper Unter den Linden (ehemals Königliche Hofoper)
Dieses traditionsreiche und schöne Opernhaus hat eine bewegte Geschichte und viele Namensänderungen hinter sich (Unter den Linden, Deutsche Staatsoper, Königliche Hofoper, etc.). Es wurde zweimal durch Feuer schwer beschädigt (im 18. Jahrhundert und im Zweiten Weltkrieg) und wurde 1942 sofort wieder aufgebaut, um die öffentliche Moral zu heben.
Nach dem Luftangriff:

“Wozzeck” von Alban Berg wurde hier uraufgeführt. Auch Otto Nicolai war hier als Operndirektor tätig und brachte hier sein Werk “Die lustigen Weiber von Windsor” zur Uraufführung.

Eine respektable Ahnengalerie von Intendanten: Die Staatsoper ist ein prächtiges Opernhaus und hat eine herausragende Geschichte. Die Galerie der Intendanten umfasst Namen wie Giacomo Meyerbeer, Otto Nicolai, Erich Kleiber, Wilhelm Furtwängler und Joseph Keilberth. Seit 1992 ist Daniel Barenboim der künstlerische Direktor dieser Berliner Institution.
Das Gebäude wurde 1843 nach einem Brand als kaiserlicher Prachtbau wiederaufgebaut und diente als Hofoper. Nach dem Untergang des Kaiserreichs änderte es seinen Namen in Staatsoper.

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Berlin: Komische Oper
Eine Glanzzeit zu DDR-Zeiten mit Felsenstein: Trotz des jungen Alters hat die dritte Oper im Bunde der Berliner Opern eine bewegte Vergangenheit. Sie entstand am Ende des 19. Jahrhundert und war bis zum zweiten Weltkrieg ein Operetten- und Revuetheater. Im Krieg wurde das Theater schwer beschädigt und danach mit modernerer Fassade wiederaufgebaut. Der gebürtige Wiener Walter Felsenstein wurde von den Russischen Besatzungsmächte 1847 als Intendant dieser Oper ernannt. Allerdings nahm er nicht den Operettenfaden auf, sondern er begründete mit seinen Produktionen in der Folge das Musiktheater.
Felsensteins Produktionen bekamen eine internationale Ausstrahlung mit dem Markenzeichen, dass sie dramaturgisch – dem Sprechtheater gleich – bis ins Detail inszeniert wurden. Dies war nur mit einem festen Ensemble möglich, so dass sich die komische Oper dem entstehenden Star-Gastspiel-Theater das sich nach dem zweiten Weltkrieg entwickelte, entzog.
Felsenstein beeinflusste so das Opernwirken entscheidend, denn es wurde nun auch in andern Häusern mehr über Interpretation und Inszenierung nachgedacht. So gilt Felsenstein als einer der Väter des modernen Regietheaters.
Die Nachfolger wie Harry Kupfer oder Andreas Homoki übernahmen als künstlerische Leiter die Idee des Musiktheaters. Seit 2012 hat sich das Theater mit einer neuen Intendanz gegenüber dem Jazz und der Operette geöffnet und knüpft wieder etwas an ihre Tradition als Revue und Operetten-Theater an.

Berlin: Theater am Schiffbauerdamm
Ort der Uraufführung der Dreigroschenoper: Die Entstehungsgeschichte der Dreigroschenoper war dramatisch. Jeder erwartete, dass sie scheitern würde. Doch die Uraufführung im Theater am Schiffbauerdamm am 31. August 1928 wurde zu einem nie erwarteten triumphalen Erfolg und machte Kurt Weill und Bertold Brecht schlagartig berühmt. Weills Melodien wurden zu populären Schlagern und das Werk wurde allein in den ersten 5 Jahren 10.000 Mal aufgeführt. Das Theater existiert noch heute und Bertold Brecht ist immer noch ein wichtiger Bestandteil des Repertoires.

Berlin: Maxim Gorki Theater / Sing Akademie
Am 11. März 1829 fand in diesem Gebäude eine der weitreichendsten musikalischen Aufführungen der Geschichte statt. Der zwanzigjährige Felix Mendelssohn führte mit der Sing-Akademie die seit fast 100 Jahren nicht mehr aufgeführte Matthäus-Passion des inzwischen fast vergessenen Bach auf. Dieses enthusiastisch aufgenommene Ereignis löste eine Bach-Euphorie aus, die bis heute, 200 Jahre später, anhält. Doch Zelter, der Direktor der Singakademie und Mendelssohns Lehrer, Freund und Förderer, hielt das Werk für unaufführbar und wollte die Aufführung verbieten. Mendelssohn und seinem Freund Devrient gelang es jedoch, das monumentale Werk mit 200 Mitwirkenden erfolgreich aufzuführen.
Das Gebäude der Singakademie war einige Jahre zuvor nach einem Entwurf von Schinkel entworfen worden. Er war von Zelter für die Singakademie in Auftrag gegeben worden, die sich historischen Chorwerken widmete. Mendelssohn selbst war 1819 als Sänger eingetreten. Das Gebäude verfügte über eine hervorragende Akustik und wurde in den 1930er Jahren zu einem beliebten Aufführungsort für Aufnahmen u.a. von Mengelberg und Furtwängler. Darüber hinaus konzertierte hier im 19. Jahrhundert alles, was Rang und Namen hatte, wie Niccolò Paganini, Franz Liszt, Clara und Robert Schumann, Anton Rubinstein oder Johannes Brahms.
Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Gebäude schwer beschädigt und später von den russischen Behörden als “Maxim Gorki”-Dramatheater wieder aufgebaut, was es auch heute noch ist.

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Historisches Gemälde (1843):
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Berlin: Philharmonie
Spielstätte der Berliner Philharmoniker: 1963 wurde mit der Philharmonie ein neues Flaggschiff Berlins in die Welt gesetzt. Der Architekt Hans Scharoun gestaltete einen Konzertsaal mit einem mehreckigen Grundriss, der aus mehreren ineinander versetzten Fünfecke besteht. Das Orchester ist beinahe mittig platziert, sodass Sicht und Hör- Erlebnis in der Philharmonie je nach Platz variieren.
Durch die ansteigenden Sitzplätze ist die Sicht von allen 2250 Sitzplätzen aus hervorragend und die Akustik besticht durch ihre ausgeklügelte Gestaltung. Unter anderem wurde die Decke mit 136 prismenförmigen Resonatoren ausgestattet, deren Öffnung reguliert werden kann und dadurch den Verhältnissen angepasst werden kann.

In einer zweiten Phase wurde die Beton Fassade mit einer goldenen Aluminium Verschalung veredelt, was dem Gebäude neben der markanten Form eine faszinierende Aura gibt.
Die Halle ist Stammsitz der renommierten Berliner Philharmoniker, die von Beginn an in die Philharmonie als neues Stammhaus übersiedelten.
In den achtziger Jahren wurde nebenan ein Schwesterhaus, der sogenannte Kammermusiksaal, erstellt.
Berlin: andere Aufführungsorte
Oper: Deutsche Oper, https://www.deutscheoperberlin.de/de_DE/home
Konzert: Konzerthaus bzw. Schauspielhaus, https://www.konzerthaus.de/de/
BIRMINGHAM
Rathaus von Birmingham (Town Hall)
Ort der Uraufführung von Mendelssohns Elias-Oratorium: Das Gebäude wurde im römischen Stil in Anlehnung an den antiken Kastor-Tempel auf dem Forum Romanum mit mehr als drei Dutzend korinthischen Säulen entworfen. Berühmt wurde der Saal durch seine Orgel, die mit ihren 6.000 Pfeifen (von William Hill & Sons) damals die größte und technologisch fortschrittlichste der Welt war. Mehr zu Mendelssohns Auftritt in Birmingham.



BRÜSSEL
Brüssel: Théâtre de la monnaie
Das heutige Opernhaus stammt aus dem Jahr 1855, der Vorgängerbau fiel einer Feuersbrunst zum Opfer. Der schöne Portikus stammt noch vom ursprünglichen Gebäude aus dem Jahr 1819.
Ausgangspunkt der belgischen Revolution: Hier ereignete sich die berühmte Erweckung nach der Aufführung von Aubers “La muette de Portici”, die die belgische Revolution auslöste. Diese Oper wurde in diesem Theater zuletzt 1930 zum 100-jährigen Jubiläum aufgeführt und seitdem nicht mehr gespielt. Eine konzertante Aufführung wurde 2015 aus politischen Gründen abgesagt, und die Oper scheint auch heute noch ein heißes Eisen zu sein. Freuen wir uns auf das Jahr 2030…?

Das Théâtre de la monnaie ist ein renommiertes Opernhaus, ein Besuch ist sehr zu empfehlen.
CATANIA
Catania: Teatro Bellini
1832 ehrten die Stadtbehörden den flüchtigen Bellini (der in Catania geboren wurde) mit einem triumphalen Empfang und einem glanzvollen Opernabend im Teatro Comunale (heute das Coppola-Theater, das 1943 durch einen Bombenangriff zerstört wurde). Das große Opernhaus wurde 1890 mit Bellinis “Norma” eröffnet, benannt nach seinem berühmten Sohn. Es werden Führungen durch das schöne Theater angeboten.

Bellini-Festspiele: Das Teatro Massimo Bellini ist auch einer der Austragungsorte des jährlichen Bellini-Festivals, das über mehrere Wochen läuft. Das 2009 gegründete Festival hat immer wieder mit Inszenierungen für Aufsehen gesorgt, wie zum Beispiel 2012 mit der “Norma”, die in Taormina aufgeführt wurde. Das Festival findet zwischen Ende September und Anfang November statt.
DÜSSELDORF
Opernhaus Düsseldorf
Ein wichtiger Aufführungsort war das alte Theater, das Immermann zu einem Mustertheater ausbaute. Hier fand auch die berühmte “Don Giovanni”-Aufführung unter der Regie von Felix Mendelssohn statt. Das Theater wich später einem größeren Theatergebäude, das nach einem Bombentreffer im Zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut wurde, aber in den 1950er Jahren einem Neubau weichen musste. Heute ist dieses Haus ein renommiertes 2-Sparten-Theater.


Tonhalle Düsseldorf
Die ursprüngliche Tonhalle, in der Mendelssohn sein Paulus-Oratorium aufführte, steht nicht mehr; wie so viele andere Gebäude fiel sie dem Zweiten Weltkrieg zum Opfer.
Der ungewöhnliche Entwurf: Nach dem Krieg wurde an anderer Stelle ein neues Gebäude errichtet (“Neue Tonhalle”), dessen großer Saal zu Ehren des Komponisten “Mendelssohn-Saal” genannt wird. Das Gebäude hat eine runde Architektur, deren ungewöhnliche und spektakuläre Form auch den Mendelssohn-Saal charakterisiert.

Exzellente Akustik: Seit den Verbesserungsmaßnahmen der Akustik im Jahr 2005 gehört auch dieser Saal zu den akustisch besten Sälen in Deutschland. Eine Führung (mit integriertem Planetarium) oder der Besuch eines Konzerts ist empfehlenswert.
Düsseldorf: Maximilians-Kirche

Die Maximilians-Kirche ist bekannt für ihre hochwertige Kirchenmusik. Das Programm finden Sie auf der Website:
Düsseldorf: St. Lambertus Kirche
Die St. Lambertuskirche war eine der beiden Kirchen (neben der Maximiliankirche), für die Schumann musikalische Beiträge zu leisten hatte. St. Lambertus pflegt auch heute noch die Kirchenmusik, die von einem Kantor betreut und aufgeführt wird. Regelmäßig finden in der Kirche Konzerte statt.

DRESDEN
Dresden: Semperoper (Sächsische Staatsoper)
Verbunden mit dem Namen von Gottfried Semper: Die Semperoper, oder auch Sächsische Staatsoper, ist eines der schönsten Opernhäuser überhaupt. Der Rundbau ist nach seinem Architekten Gottfried Semper benannt. Die erste Semperoper wurde 1841 eingeweiht. Semper war ein Freund Richard Wagners und wie dieser ein Teilnehmer der Maiaufstände. Er musste acht Jahre nach der Eröffnung des Opernhauses aus Dresden fliehen und durfte (wie Wagner) keinen Fuß auf sächsischen Boden setzen.
1869 fiel das Gebäude den Flammen zum Opfer. Erneut entwarf Semper die Pläne, aber er durfte immer noch nicht nach Sachsen zurückkehren. Sein ältester Sohn übernahm für ihn die Bauleitung.
Richard Strauss und Richard Wagner: Ihre künstlerisch spannendsten Momente hatte die Semperoper mit Richard Strauss und Richard Wagner. Wagner war hier viele Jahre Kapellmeister und führte hier den “Holländer” und “Tannhäuser” erstmals auf. Strauss inszenierte hier ein halbes Dutzend seiner Opern zum ersten Mal, darunter die großen Werke der Vorkriegszeit Salome (1905), Elektra (1909) und Der Rosenkavalier
Nach dem Zweiten Weltkrieg bis zur Gegenwart: Während des Zweiten Weltkrieges wurde das Gebäude zerstört. In den siebziger Jahren begann ein Wiederaufbau nach Sempers Plänen und 1985 wurde das Haus mit dem Freischütz wiedereröffnet, der auch die letzte Oper war, die 1944 dort aufgeführt wurde. Weitere Schäden erlitt das Gebäude durch das Hochwasser 2002, das fast 30 Millionen Euro kostete.
Heute ist die Staatsoper ein Mehrspartenhaus mit Sinfoniekonzerten, Opern- und Ballettaufführungen.

Das Gebäude der Hofoper brannte 1869 vollständig ab. Ein Bild gibt einen Eindruck dieses traditionsreichen Opernhauses:

FERTÖD
Schloss Esterhazy Fertöd
Haydns Arbeitsplatz: Haydn war 29 Jahre alt, als ihm eine Stelle als Vizekapellmeister beim Fürsten Esterhazy in Eisenstadt, der bedeutendsten Adelsfamilie Ungarns, angeboten wurde. Als das Esterhazy-Schloss zu einem völlig überdimensionierten absolutistischen Prachtbau ausgebaut wurde, verfügte es über einen großen Theatersaal, der ein ganzes Orchester aufnehmen konnte. Also zogen die Haydns in das neue Esterhazy-Palais. In diesen Esterhazy-Jahren komponierte, inszenierte und dirigierte Haydn ein Werk nach dem anderen und wurde zur Unterhaltungsmaschine des Palastes. Dieser Zustand dauerte bis 1790, als mit dem Tod des Fürsten das Orchester aufgelöst wurde.
Repräsentative Größe: Das Schloss gehört zu den repräsentativen Bauten des Barocks und ist eines der größten Schlösser in Europa. Es werden Führungen durch das Gebäude angeboten und sind möglich.

Haydns Konzertsaal ist das Herzstück des Schlosses und beeindruckt noch heute die Besucher. Durch seine Pracht und die hervorragende Akustik hat ein Konzert in diesem Saal einen Erlebniswert, Konzerte werden das ganze Jahr über angeboten. Das Programm ist im Konzertkalender zu finden.

Konzertkalender Esterhazy:
HAMBURG
Hamburg: Elbphilharmonie
Das Gebäude: Im Jahr 2017 wurde die Elbphilharmonie eröffnet. Schon die Bauphase war spektakulär, unter anderem sorgte ein 18-monatiger Baustopp dafür, dass die Kosten für das Projekt um das 10-fache höher ausfielen als prognostiziert, oder in Zahlen: 866 Millionen Euro statt 77 Millionen Euro.

Die Philharmonie steht auf einem ehemaligen Speichergebäude und ragt an ihrem höchsten Punkt 110 m über die Elbe. Der tiefste Punkt der Fassade, die an ein Segelschiff erinnert, liegt 30 m tiefer. Aber auch der horizontale Grundriss ist nicht gerade, denn das Gebäude steht auf einem keilförmigen Sockel, der auf der einen Seite 85 Meter und auf der anderen 22 Meter breit ist.
Die Glasfront besticht durch ein kristallines Funkeln, das durch teilweise einzeln gebogene Glaselemente hervorgerufen wird.
Das von Herzog und; de Meuron entworfene Gebäude hat 24 Stockwerke, neben dem großen Konzertsaal und 2 kleineren Konzertsälen befinden sich an diesem Standort auch Wohnungen, ein Tagungshotel und Gastronomie. Abgerundet wird es durch eine Plaza in luftiger Höhe.

Der Konzertsaal: Der Konzertsaal ist -inspiriert von der Berliner Philharmonie- in der sogenannten Weinberg-Architektur gestaltet, mit steil ansteigenden Zuschauerreihen und der in der Mitte des Raumes angeordneten Bühne.

Akkustik: Bei einem Jonas-Kaufmann-Konzert 2019 wurde die Akustik plötzlich zum Thema. Das Architektenteam, das von einem erfahrenen japanischen Akustiker betreut wurde, hatte viel Energie in dieses Thema gesteckt. Unter anderem wurden 10.000 einzeln gefräste Gipsplatten mit Schallrillen eingebaut. Nach anfänglichen Unmutsäußerungen über Kaufmanns Konzert zeigte sich bei genauerer Analyse, dass die Akustik nicht schlecht, sondern tückisch ist, d.h. die Platzierung eines Sängers oder eines Instruments kann das Klangerlebnis massiv verändern, und dieses Erlebnis ist von Sitzreihe zu Sitzreihe immer noch unterschiedlich.

Das Hausorchester der Elbphilharmonie ist das NDR Orchester, aber natürlich sind auch zahlreiche Gastspiele geplant.
HOHENEMS
Schubert Museum und Dreimäderlhaus Hohenems
Zuhause der Schubertiaden seit 1976: Hier hatten Hermann Prey und Gerd Nachbauer 1976, inspiriert von den Schubertiaden, einen Schubert-Zyklus ins Leben gerufen, der immer weitere Kreise gezogen hat. Diese Schubert-Festivals sind inzwischen die renommiertesten der Welt und ziehen die besten Interpreten an. Auch während des Jahres gibt es Schubert-Festivals, mittlerweile erstreckt sich der Konzertkalender über das ganze Jahr. Die Hauptaufführungsorte sind die Markus-Sittikus-Halle in Hohenems und (in idyllischer Landschaft) die Angelika-Kauffmann-Halle in Schwarzenberg.


KARLSRUHE
Karlsruhe, Badisches Staatstheater
Karlsruhe wurde im 19. Jahrhundert von Brahms besucht, der lange Zeit im nahen Baden-Baden seine Sommerfrische verbrachte. Er hatte in Baden-Baden Kontakt zu Hermann Levi geknüpft, dessen Karlsruher Orchester oft im nahen Baden-Baden spielte. Im Karlsruher Hoftheater wurde 1876 Brahms’ erste Sinfonie uraufgeführt, die Brahms zuvor in Lichtental vollendet hatte und bewusst nicht in seiner Heimatstadt Wien präsentieren wollte.
Das ehemalige Hoftheater wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört, die Ruine wurde 1963 abgerissen und durch einen modernen Neubau ersetzt. Das Staatstheater ist ein renommiertes Mehrspartentheater, und zu Ehren von Hermann Levi wurde der Platz vor dem Theater nach ihm benannt.

LEIPZIG
Das dritte (neue) Gewandhaus:
Das vorherige Gebäude wurde durch einen Brand zerstört: Das zweite Gewandhaus wurde ein Opfer des Zweiten Weltkriegs. Aufgrund der schweren Schäden entschied man sich gegen einen Wiederaufbau und errichtete ein Gebäude für die Universität.
Akkustik: Das dritte (neue) Gewandhaus wurde zu DDR-Zeiten gebaut. “Der große Saal mit 1900 Plätzen hat eine hervorragende Akustik. Während der Bauzeit wurde der Saal mehrmals von Soldaten der NVA besetzt, um die Akustik bei voller Auslastung zu testen.
Gewandhausgespräche: Im Herbst 1989 gewann das Gewandhaus an politischer Bedeutung. Kurt Masur öffnete das Haus für die sogenannten “Gewandhausgespräche”, öffentliche Diskussionsrunden, in denen über die Reformen und die Zukunft der DDR debattiert wurde. So wurde das Gewandhaus zu einer Plattform für die politische Opposition der DDR.” (Quelle: Wikipedia, eigene Übersetzung).
Exzellentes Orchester: Seit Mendelssohn Bartholdy hat das Gewandhausorchester eine schillernde Galerie von künstlerischen Leitern gehabt und genießt in der Musikwelt nach wie vor einen hervorragenden Ruf. Das Programm finden Sie auf der Website.

Erstes Gewandhaus (historisch):
Die Vergangenheit: Das erste Gewandhaus, Mendelssohns Wirkungsstätte, entstand im 18. Jahrhundert aus einem Dachboden, der aus einem Tuchlager ausgebaut wurde. Hier fanden neben zwei Sinfonien von Schumann auch die Uraufführungen von Mendelssohns e-Moll-Violinkonzert (mit Ferdinand David al

Das Gebäude verlor Ende des 19. Jahrhunderts seine Funktion als Konzertsaal und wurde zu einem städtischen Kaufhauskomplex umgebaut. Während des Zweiten Weltkriegs wurde es schwer beschädigt und grundlegend rekonstruiert. Eine Gedenktafel im zweiten Stock des historischen Treppenhauses erinnert an den ehemaligen Eingang zum Gewandhauskonzertsaal.

LONDON
Royal Opera House Convent Garden
Ursprünge: Das Gebäude stammt aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, davor waren zwei Vorgängerbauten abgebrannt. Es bietet Platz für 2.250 Zuschauer, das Theater trägt seit 1892 den Titel “Royal” und wird von der Royal Opera und dem Royal Ballet genutzt. Seit seiner Erbauung wurde das Theater zweimal stillgelegt, das erste Mal während des Ersten Weltkriegs, als es als Lager genutzt wurde, und das zweite Mal von 1996-1999, als es renoviert und erweitert wurde.

Royal Albert Hall
Königin Victorias gigantisches Gebäude: Königin Victoria beauftragte ihre Armee-Ingenieure mit dem Bau dieses gigantischen Bauwerks. Sechs Millionen Ziegelsteine wurden aufgetürmt. Als die 40 m hohe Kuppel aufgesetzt wurde, wurde das Gebäude evakuiert, sank aber nur 1 mm tief und gleichmäßig. Zum Gedenken an ihren geliebten verstorbenen Mann, nach dem das Gebäude benannt wurde, ließ die Königin überall seine Initialen einschreiben; es heißt, dass über 10.000 Initialen auf Geländern, Eingängen usw. eingraviert wurden.
Bei der Einweihung des Gebäudes war die Königin offenbar so gerührt, dass sie die Rede nicht halten wollte, sondern die Aufgabe ihrem Sohn anvertraute.

Die damals größte Orgel der Welt: Mit 10.000 Pfeifen wurde die damals größte Orgel der Welt installiert. Camille-Saint-Saens, der vielleicht größte Organist der Zeit (neben Anton Bruckner), spielte das Instrument zur Eröffnung. Auch Bruckner besuchte die Royal Albert Hall und bestaunte die Orgel, deren Blasebalg von Dampfmaschinen angetrieben wurde. Als er am nächsten Tag zurückkam, dauerte der Dampf länger als geplant, was Bruckner das Leben rettete, denn so konnte er nicht den geplanten Zug nehmen, in dem es zu einem Unfall kommen sollte. Als Bruckner am Bahnhof ankam, wurden die Schwerverletzten gerade herausgetragen.

Wagners Besuch1877: Im Jahr 1877 dirigierte Wagner eine Serie von 8 Konzerten in der RAH. Er war in sehr schlechtem Gesundheitszustand und er dirigierte nur die erste Hälfte jedes Konzerts (die zweite Hälfte wurde von Hans Richter dirigiert). Er machte die Reise nur, um die gigantischen Schulden der ersten Bayreuther Festspiele von 1876 abzutragen. Berühmt wurde die Londoner Reise, weil Wagner aufgrund seiner gesundheitlichen Probleme sehr schlecht dirigierte. Mehrmals ließ ihn sein Gedächtnis stark im Stich und sein Takt war sehr unruhig.
Das akustische Problem: Wagner bemerkte sofort, dass der Saal mit dem doppelten Echo ein großes akustisches Problem hatte. Dieses Problem wurde erst 1969 durch eine Konstruktion unter dem Dach einigermaßen gelöst.
Proms: Die berühmteste Veranstaltung in der Royal Albert Hall sind natürlich die Proms, besonders der letzte Abend mit seiner ausgelassenen Stimmung. Die Proms finden im August statt.
Kings Theatre Haymarket
Heimat von Händels berühmter Theaterkompagnie: Das Haymarket Theater war die Bühne für Händels drei glorreiche Theaterkompanien. Mehr als 25 seiner Opern wurden hier uraufgeführt. Das Gebäude hieß zunächst Queen’s Theater, mit dem Machtwechsel 1714 wurde es in King’s Theater oder einfach Theater am Haymarket umbenannt.
Das ursprüngliche Theater steht nicht mehr, weil 1789 ein Feuer von einem enttäuschten Künstler während einer Probe gelegt wurde. Nach einem weiteren Brand wurde das heutige Gebäude 1897 eröffnet. Es wurde lange Zeit als Schauspielhaus genutzt und beherbergt seit vielen Jahren auch Musical-Produktionen.

Westminster Abbey
In der Westminster Abbey werden regelmäßig große Chor- und Orgelwerke aufgeführt. Es ist der Ort wo wichtige zahlreiche Komponisten Werke aufgeführt haben oder sogar ihr künstlerisches Zentrum hatten (z.B. Purcell). Unter anderem befindet sich in der Kirche das Grab Händels.

St. Pauls Kathedrale
Sie ist nicht nur die Kirche, in der Charles seine Diana heiratete, sondern St. Pauls ist auch ein Ort für Konzerte.
Englische Nationaloper
Das zweite englische Opernhaus in London bietet qualitativ hochwertige klassische Oper, die in englischer Sprache gesungen wird.

Barbican Hall
London Symphony Orchestra: Seit 1982 ist die Barbican Hall der Konzertsaal für das LSO, das wohl renommierteste klassische Orchester Großbritanniens. Es besticht nicht nur durch die Qualität seiner Musik, sondern auch durch den unglaublich illustren Stammbaum seiner Chefdirigenten (darunter Richter, Elgar, Beecham, Mengelberg, Monteux, Previn, Abbado, Davis, Rattle).
Royal Festival Hall (South Bank Centre)
Sie ist die Heimat des London Philharmonic und anderer Orchester mit einem dichten und hochwertigen Konzertprogramm.
Sheldonian Theatre (Oxford)
Dieses Theater liegt zwar nicht in London, ist aber wegen seiner Nähe trotzdem eine Reise wert.

Joseph Haydns Ehrendoktorwürde: Die Feierlichkeiten zur Verleihung der Ehrendoktorwürde dauerten drei Tage.Beim Festkonzert erklang Haydns Symphonie Nr. 92, die seither den Ehrentitel “Oxford-Symphonie” trägt. Haydn hatte dieses Auftragswerk für London komponiert und es zweimal kalt verkauft. Als Haydn nach der Verleihung der Ehrendoktorwürde gebeten wurde, etwas vorzutragen, trat er an die Orgel, fummelte etwas nervös an seiner Kleidung herum und sagte: “Ich danke Ihnen.” Worauf der Würdenträger erwiderte: “You speak very good English!”.
Das außergewöhnliche, prächtige Sheldonian Theater, in dem die Feierlichkeiten stattfanden, steht noch heute und ist ein Muss, wenn man Oxford besucht. Besuchen Sie die Website für Touren und/oder Konzerte in diesem wunderbaren Gebäude.
Milano / Mailand
Teatro alla Scala I
Erbaut in Rekordzeit: Die Scala wurde 1778 unter österreichischer Herrschaft in einer Rekordzeit von 2 Jahren erbaut, da der Vorgängerbau abgebrannt war. Ihren Namen erhielt sie von einer Kirche mit Kloster auf dem Gelände, die diesen Namen trug. Der Zuschauerraum besteht aus mit Samt überzogenem Holz und hat somit eine hervorragende Akustik.

In den folgenden 150 Jahren wurde die Scala zum Ort vieler wichtiger Uraufführungen von Komponisten wie Gioachino Rossini, Vincenzo Bellini, Gaetano Donizetti, Giuseppe Verdi und Giacomo Puccini.
Im Jahr 1943 wurde es durch Bomben schwer beschädigt und mit einem glorreichen Konzert unter der Leitung von Toscanini eröffnet. Ein Sopransolo der noch unbekannten Renata Tebaldi wurde zur Sensation.

Ursprünglich hatte das Theater 3000 Plätze, viele davon in den 600 Logen. Heute gibt es noch 150 Logen und 2300 Plätze. Über den Logen befinden sich die Plätze der Logionisti, der berüchtigten, kompromisslosen Besucher, die schon so manchen etablierten Star mit Buhrufen zur Weißglut gebracht haben.

Rossinis Statue in der Scala: Rossini wurde schon früh zu einem der wichtigsten Komponisten für die Scala, sein Name reichte aus, um die Theater zu füllen. La Scala ehrte Rossini mit einer großen Statue in ihren Räumlichkeiten.

Donizettis Statue in der Scala: 5 von Donizettis 71 Opern wurden an der Scala uraufgeführt. Darunter war auch seine “Lucrezia Borgia”. Dieses Stück hatte im 19. Jahrhundert mit der Zensur zu kämpfen und wurde in den ersten 10 Jahren unter 6 verschiedenen Titeln aufgeführt; 1845 wurden in Paris sogar Italiener zu Türken (“La rinnegata”). La Scala ehrte Donizetti mit einer Statue im Foyer des Theaters.

Toscaninis Statue in der Scala: Toscanini hatte eine ereignisreiche Zeit an der Scala. Er erlebte La Scala als Cellist und lernte Verdi kennen. Er hatte eine künstlerische Partnerschaft mit Puccini. Mit dem Aufkommen des Faschismus weigerte er sich, an der Scala dessen Hymne, die Giovinezza, zu spielen, und verließ Italien und die Scala. Er war es, der 20 Jahre später als der Unbefleckte die Ehre hatte, die nach dem Krieg wiedereröffnete und renovierte Scala glorreich zu eröffnen.

Puccinis schwere Stunden an der Scala: Zwei Opern wurden zu Puccinis Lebzeiten an der Scala uraufgeführt, beide scheiterten dort. Die Uraufführung von Butterfly wurde sogar zum bittersten Moment in Puccinis Karriere, lesen Sie mehr dazu im Exkurs unten. Nur die Uraufführung von Turandot wurde ein Triumph, den Puccini aber nicht mehr erlebte. Viele von Puccinis Werken gehören noch heute zu den meistgespielten an der Scala.
Der berühmte “punto Callas”: La Scala war das künstlerische Zentrum der bedeutendsten Opernsängerin des 20. Jahrhunderts. Die stark kurzsichtige Callas kannte die Scala akustisch wie ihre Westentasche und hatte einen Punkt auf der Bühne, an dem ihre Stimme die beste akustische Wirkung entfalten konnte, den sogenannten “punto Callas”. Wo sich dieser Punkt befand, ist umstritten.

Teatro alla Scala und das hohe C: Das Opernhaus ist immer noch ein zentraler kultureller Ort Mailands und lässt die Herzen und den Blutdruck der Italiener immer noch höher schlagen, wie die folgende Geschichte über Verdi und das hohe C beweist:
Die berühmte Arie “Di quella pira” aus “Il Trovatore” wird üblicherweise mit einem hohen C abgeschlossen. Interessanterweise hat Verdi an dieser Stelle kein hohes C komponiert. Enrico Tamberlinck, einer der ersten Manrico, hatte Verdi ausdrücklich um Erlaubnis gebeten. Der Maestro hatte es ausdrücklich erlaubt, unter der Bedingung, dass das C auch schön gesungen werden würde. So hat sich diese Konvention durchgesetzt, und die meisten Hörer kennen die Arie nur auf diese Weise; dem ursprünglichen tiefen Ton der Partitur zu folgen, würde beim Publikum Irritation, wenn nicht gar Enttäuschung hervorrufen.
Die Kontroverse: Selbst Toscanini, der den Sängern im 19. Jahrhundert jegliche Freiheiten untersagte, akzeptierte die Konvention. Im Jahr 2000, zur Feier des 100. Todestages von Verdi an der Mailänder Scala, ordnete Riccardo Muti, der Dirigent und künstlerische Leiter der Scala, an, dass diese Arie in der Originalversion, also ohne das hohe C, gesungen werden sollte. Nach der Arie hagelte es Buhrufe, und das Ergebnis war ein echter Theaterskandal, der tagelang die Presse und die Gemüter bewegte.
Teatro alla Canobbiana (heute Teatro lirico)
Ort der Uraufführung von “Elisir d’amore”: Dieses Theater war der Ort der Uraufführung seines “Elisir d’amore“. Donizetti schrieb die Oper in unglaublichen 13 Tagen. Der Zeitdruck rührte daher, dass ein Komponist am Mailänder Teatro alla Canobbiana (dem beliebten zweiten Theater der Stadt neben der Scala) sein Auftragswerk nicht rechtzeitig fertigstellen konnte und das Theater daher kurzfristig eine Alternative brauchte.
Es ist interessant, Donizettis Autographe des “Elisir” zu sehen, denn Donizetti schrieb nur die Gesangslinien aus, zusätzlich notierte er die Basslinien, um die harmonische Progression anzugeben. Dazu fügte er Bemerkungen zur Orchestrierung hinzu. Der Kopist schrieb dann die Stimmen aus und vervollständigte die Partitur unter Donizettis Aufsicht. Hector Berlioz besuchte eine der ersten Aufführungen der Oper, und er war nicht sehr lobend über das damalige Theaterwesen. Er musste sich anstrengen, um die Musik über den Lärm des Publikums zu hören. Die Leute unterhielten sich miteinander, spielten um Geld, speisten und übertönten erfolgreich das Orchester.

Die Canobbiana wurde 1894 in “Teatro lirico” umbenannt und hat seitdem eine unruhige Geschichte hinter sich, einschließlich eines Brandes im Jahr 1937. Eine Renovierung ist seit einigen Jahren im Gange. Die Eröffnung ist für 2021 oder 2022 geplant.

Nach dem verheerenden Brand im Jahr 1937:
MOSKAU
Bolschoi Theater Moskau ("Grosses Theater")

Berühmt für Ballett: Das Bolschoi-Theater ist berühmt für seine Ballettaufführungen. Tschaikowskis “Schwanensee” wurde hier uraufgeführt. Die legendäre Balletttruppe des Bolschoi mit ihren 200 Tänzern tourt oft ins Ausland, und die Aufführungen in Moskau sind fast immer ausverkauft. Auch die Opernaufführungen sind von höchster Qualität, oft auf Russisch, aber zunehmend auch in Originalsprachen gesungen.
Der Besuch von Stalin: Hier fand auch der berüchtigte Besuch Stalins statt, der sich in Begleitung von Molotow hinter einem Logenvorhang eine Oper von Schoschtakowitsch anhörte. Wenige Tage später erschien in der Prawda ein Artikel, wahrscheinlich von Stalin verfasst, der das Werk anprangerte, so dass Schoschtakowitsch ständig in Gefahr war, inhaftiert zu werden. Diese Angst begleitete ihn in den nächsten Jahren seines Lebens und führte ihn zu Depressionen und Selbstmordgedanken.
Großer Saal des Moskauer Konservatoriums
Wo Horowitz die Welt verzauberte: Dieser Saal aus dem Jahr 1901 mit seiner exzellenten Akustik, die auf in das Deckengewölbe eingelassene Keramikhohlkörper zurückzuführen sein soll. Er bietet 1800 Besuchern Platz und hat eine ungewöhnlich große Bühne.
Es war der Ort, an dem Vladimir Horowitz bei seiner Rückkehr 1986 nach mehr als 50 Jahren Exil das bewegende Konzert spielte. Alles musste perfekt sein, 50 Toningenieure und Techniker der Deutschen Grammophon reisten an, um dieses Jahrhundertereignis einzufangen. Es war klar, dass Horowitz auf seinem Flügel spielen wollte, und dieses Konzert wurde zum größten pianistischen Pop-Ereignis des 20. Jahrhunderts, mit der Besonderheit, dass der Popstar bereits 82 Jahre alt war!

Natalya Sats Musical Theater
Ein einzigartiges Kindertheater mit einer bewegten Vergangenheit: 1936 bat Natalja Sats Sergej Prokofjew, ein Werk zu schreiben, das Kinder an Orchesterinstrumente heranführen und sie ansprechen würde.
Natalya Sats leitete ein Kindertheater als staatliche Einrichtung und wandte sich an Prokofjew, der das Theater mit seinen Söhnen besucht hatte. Prokofjew war von der Idee eines Werkes für Kinder begeistert und vertonte das Libretto von “Peter und der Wolf” innerhalb einer Woche mit einer ersten Klavierskizze. Die erste Aufführung am Moskauer Konservatorium war jedoch nicht erfolgreich, weil Natalja erkrankte und der Ersatzsprecher unerfahren war. Eine zweite Aufführung mit Natalya wurde ein großer Erfolg.
Im Gulag: Als Prokofjew ein Jahr später von seiner US-Tournee zurückkehrte, war Sats bereits im Gulag, weil ihr Mann, ein Minister, einer Säuberung zum Opfer gefallen war. Sats saß 5 Jahre lang in Sibirien, wurde aber nach Stalins Tod vollständig rehabilitiert. Sie baute das Kindertheater wieder auf und schuf 1965 ein neues Gebäude, das bis heute als Institution ihren Namen trägt.

MÜNCHEN UND BAYERN
Bayrische Staatsoper
Ballett und Oper: Die Staatsoper wurde im Jahr 1817 als Hofoper eröffnet. Sie wurde dreimal schwer beschädigt, nach zwei Großbränden und den Schäden des Zweiten Weltkriegs. Heute beherbergt das Münchner Nationaltheater die Bayerische Staatsoper, das Bayerische Staatsorchester und das Bayerische Staatsballett. Es bietet 2100 Zuschauern Platz.

Wagner und Strauss: Es war Uraufführungsort von “Tristan und Isolde“, “Meistersinger von Nürnberg“, “Die Walküre” und “Rheingold“. Letztere beiden wurden gegen den Willen und in Abwesenheit Wagners durchgeführt.
Nur Strauss’ zwölfte Oper wurde in seiner Heimatstadt uraufgeführt. Strauss war beleidigt, dass er 1886 für den Posten des Generalmusikdirektors übergangen wurde. Mit seiner Oper “Feuersnot” schrieb er sogar eine Abrechnung mit seiner Heimatstadt. Strauss war beleidigt, dass er 1886 für den Posten des Generalmusikdirektors übergangen wurde. Mit seiner Oper “Feuersnot” schrieb er sogar eine Abrechnung mit seiner Heimatstadt. Erst als sein Freund Clemenss Krauss (vermutlich durch Hitlers Vermittlung) die Leitung der Münchner Oper übernahm, fanden dort zwei Uraufführungen statt (Friedenstag 1938 und Capriccio 1942).
Gasteig München
Eine besondere Beziehung zu Bruckner: Mit der 7. Symphonie begründete München eine wichtige Bruckner-Tradition. Erst war es Hermann Levi, dann Ferdinand Löwe, die das Werk Bruckners zur Blüte führten. Die Tradition wurde mit den legendären Celibidache-Konzerten im Gasteig fortgesetzt. Unter anderem wurde der Gasteig 1985 mit Bruckners 5. eröffnet. Ghergiev pflegt die Bruckner-Tradition auch in unseren Tagen.
Problem der Akustik: Ein ständiger Diskussionspunkt ist die Akustik, die mit der von Berlin oder Düsseldorf nicht mithalten kann.

Cuviliés Theater München
Premierenort von Mozarts Idomeneo: Das Cuvilliés-Theater, Ort der Uraufführung von “Idomeneo“, wurde während des Zweiten Weltkriegs zerstört und von Grund auf wieder aufgebaut. Glücklicherweise konnte ein beträchtlicher Teil der Inneneinrichtung in einer waghalsigen Aktion demontiert werden, bevor die Fliegerbomben ihr schreckliches Werk taten. Mit den geretteten Innenteilen wurde an anderer Stelle ein neues Cuvilliés-Theater geschaffen, das besichtigt werden kann und als das schönste Rokokotheater Deutschlands gilt.

Festspielhaus Bayreuth
Das Theater für Wagners Gesamtkunstwerk: Für Wagner war von Anfang an klar, dass die Aufführung eines solchen Werkes wie “Der Ring des Nibelungen” in bestehenden Theatern kaum möglich war. Früh wurde die Idee eines eigenen Festspielhauses geboren. Doch bis zu seiner Fertigstellung sollte es noch 25 Jahre dauern.
Die Sicherstellung der Finanzierung dieses gewaltigen Vorhabens kostete Wagner viel Arbeit. 1872 zieht Wagner mit seiner Frau Cosima nach Bayreuth, und die Bauarbeiten beginnen. Gemeinsam mit vielen Mäzenen gelingt es ihm, Geld für die Grundsteinlegung des Festspielhauses und für den Kauf der Villa Wahnfried aufzubringen. Vier Jahre später wird das Festspielhaus mit “Rheingold” eröffnet. Das erste Festspiel findet 1876 im Beisein von Kaiser Wilhelm und der gesamten europäischen Kulturprominenz statt und wird zu Wagners größtem Triumph seines Lebens.
Mit dem Ring und dem Bau des Festspielhauses vollendet Wagner seine Vision vom Gesamtkunstwerk: die Vereinigung der Künste Musik, Dichtung, Architektur und Bühnenbild. Das Festspielhaus beeindruckt noch heute durch seine hervorragende Akustik und den Blick auf die Bühne und den überdachten Orchestergraben.
Festival-Tickets müssen langfristig im Voraus erworben werden. Geführte Touren werden punktuell angeboten.

Weitere Opernspielstätten in Bayern:
Prinzregententheater München
Theater Augsburg
Staatstheater am Gärtnerplatz München
Stadttheater Bühnen Nürnberg
Theater Regensburg
NEAPEL / NAPOLI
Teatro San Carlo (Opernhaus):
Die Ursprünge: Nach den Napoleonischen Kriegen brachten die blutigen Restaurationskämpfe die Bourbonen an die Macht in Neapel. Der opernbegeisterte Ferdinand II. hob das Verbot des Glücksspiels auf und der clevere Impresario Barbaja nutzte die Gelegenheit, das Teatro San Carlo zum größten Spielhaus Neapels zu machen.
Er holte Rossini aus Venedig und machte ihn zum Hauptkomponisten und künstlerischen Leiter des Teatro San Carlo und des kleineren Teatro Fondo (ist heute ein Sprechtheater unter dem Namen “Mercadante”).
Früher ein Glücksspielhaus mit einer Oper: Während Rossini und die Stars mit ihren horrenden Gagen für volle Häuser sorgten und viele reiche Besucher anlockten, verdiente sich Barbaja eine goldene Nase bei den Gästen an den Spieltischen, besonders das aus Paris neu importierte Roulette begeisterte tout Neapel. So muss man sich das Teatro San Carlo des Jahres 1815 als Spielhölle und Restaurant mit angeschlossenem Theater mit 2.000 Plätzen vorstellen. Für das Publikum war die Oper kein Tempel der musikalischen Andacht, sondern ein geschäftiger, gesellschaftlicher Ort.
Ein prächtiges Haus: 1816, ein Jahr nach Rossinis Ankunft, brannte das San Carlo ab und der geniale Barbaja schaffte es, das Theater innerhalb von 12 Monaten in seiner schönsten Pracht wieder aufzubauen. Besuchen Sie das schöne San Carlo bei einer Opernaufführung oder bei einer der regelmäßigen Führungen, es lohnt sich immer noch.
Blick auf den Zuschauerraum des Teatro San Carlo mit Königsloge: Bei einer Reise nach Neapel lohnt es sich, das Teatro San Carlo zu besuchen, es ist eines der schönsten Theater Italiens, wenn nicht sogar der Welt, vor allem die königliche Loge ist beeindruckend. Sie können an einer geführten Besichtigung teilnehmen und in der Königsloge sitzen und sich für einen kurzen Moment wie ein König fühlen.

PARIS
Palais Garnier
Ein Theater der Superlative
Weil Napoleon III. während eines Opernbesuchs auf der Straße ermordet wurde, wollte er ein Opernhaus mit einem geschützten Eingang bauen lassen. Der unbekannte Garnier gewann den Architekturwettbewerb für eine neue große Oper und führte die Bauarbeiten durch. Die Arbeiten waren jedoch mühsam und langwierig. Vor allem das Grundwasser bereitete große Probleme. Tatsächlich befindet sich noch heute ein See unter dem Opernhaus, der regelmäßig von der Feuerwehr kontrolliert wird. Aus diesem See und einem Unfall, der sich im Opernhaus ereignete, entstand die Legende vom Phantom der Oper.
Das Opernhaus ist das größte Opernhaus der Welt, gemessen an der Quadratmeterzahl.


Opéra de la Bastille
Ein gigantisches Bauwerk mit 2.700 Plätzen und Opernkunst der Weltklasse. Sie wurde 1989 zum Bicentennaire des Sturms auf die Bastille eröffnet und seit 1990 ist es die neue Grand Opéra, und hat den Palais Garnier als “reguläre” Opernhaus abgelöst.

Opéra comique
Eine französische Institution: Die Opéra comique (auch bekannt unter dem Namen Salle Favart) ist ein wunderschönes historisches Theater, stammt aber erst aus dem Jahr 1898. Beide Vorgängerhäuser sind abgebrannt, darunter auch das Uraufführungstheater der «Carmen», der Brand ereignete sich 1887, dabei kamen gegen 100 Personen ums Leben.
Der Besuch der Oper ist sehr empfehlenswert, sie bietet ein hochstehendes Programm.

Salle Choisieul / Théâtre bouffes-parisiens
Das Theater, wo Offenbachs CanCan zum erstenmal ertönte: Weil der Salle Lacaze hinter der Champs-Elysées zu klein wurde und die Lizenz nur für kleinere Produktionen begann Offenbach mit seiner Compagnie ein neues Theater, die Salle Choisieul, zu bespielen, noch immer unter der Marke «bouffe-parisiens». Dort erzielte er den fabelhaften Erfolg mit «Orphée aux enfers». Das erste Werk, welches er dort spielen liess, hiess «Ba-ta-clan», welches mit seinem orientalisierenden Thema dem später entstandenen Theater Bataclan seinen Namen gab, welches aber an einer anderen Stelle steht.
Das Theater wurde zwar verändert, ist aber noch immer wunderschön.
Théâtre bouffes-parisiens:

Théâtre du Châtelet:
Wo Musikgeschichte geschrieben wurde I – Das erste Ballett der Moderne: 1909 ereignete sich in diesem Theater Musikgeschichte: das moderne Ballett wird geboren. Im Jahr 1862 eröffneten Theater präsentierte der russische Impresario Diaghilev zum ersten Mal in Paris seine «Ballets Russes». Die Stars des russischen Mariinski Theaters, Vaslav Nijinsky und Anna Pawlowa tanzten unter der Choreografie von Michel Fokine und anderen. Eigentlich war das Ballett zu dieser Zeit tot, erstarrt in ihren Figuren.

Fokine, Dhiaghilew, Strawinski und Nijinski erfinden das Ballett neu: Fokine befreit es von den leeren Pirouetten, Dhiagilev vereint es zum Gesamtkunstwerk von Tanz, Musik und Bühnenbild und Nijinski wird zum «Gott des Tanzes». Das Pariser Publikum ist verrückt nach den Balletten und kleidet sich extravagant für die Aufführungen wie die Tänzer auf der Bühne. Diaghilev entdeckt Strawinski und gibt ihm den Auftrag zum Feuervogel («L’oiseau du feu») für die Saison 1910 (für das Palais Garnier) und «Petruschka» 1911 (wieder im Châtelet). Strawinskis Musik schlägt ein und der 28-jährige wird zur Berühmtheit.

Théâtre des Champs-Élysées - Das erste Musikstück der Moderne
Sacré du Printemps: Strawinski erfindet die Musik der Moderne: Für die Saison 1913 wechselt Dhiagilev ins neu gebaute Théâtre des Champs-Élysées. Das Stück, welches präsentiert wird, ist Strawinskis «Sacré du Printemps». Schon das Thema des Balletts, ein ritueller Mord an einer jungen Frau, wirft seine Schatten voraus. Die Choreografie Fokins, der schockierende Tanz Nijinskis, die Kostüme und vor allem der noch nie gehörte Klang der Musik Strawinskis katapultiert das Werk in die Moderne. Die Frenesie des Publikums ist gigantisch, Gegner und Anhänger johlen, pfeifen und geraten sich während der Aufführung in die Haare, was sich zum größten «Theaterskandal der Geschichte» ausweitet. Einzig der Dirigent behält kaltes Blut und dirigiert das Werk zu Ende. Der Abend erhält den Spitznamen «Massacre du Printemps».

Philharmonie de Paris
Die von Jean Nouvel entworfene Philharmonie besticht durch die hervorragende Akkustik und Sicht – die Bühne ist mittendrin. Der Anreiseweg ist etwas länger, sie befindet sich in der nordöstlichen Ecke von Paris (Daneben befindet sich das Musée de la musique). Wie im Luzerner Theater (auch von Jean Nouvel) ist das Dach begehbar mit schöner Aussicht.

Notre Dame
Die Orgel der Kirche Notre Dame: Musikalisch bemerkenswert ist die große Orgel, die auf die 1868 eingesetzte Cavaillé-Orgel zurückgeht. Sie ist glücklicherweise beim Brand 2019 nicht beschädigt worden. Sie gehört mit ihren 8000 Pfeifen zu den schönsten Orgeln der Welt und hat, eine Besonderheit, einen Motor von … Rolls-Royce. Das kam so, dass der Generaldirektor von Rolls-Royce Zeuge war, als die Orgel bei einer Messe in Notre Dame ihren Geist aufgab. Darauf spendete der grosszügige Mann der Kirche einen Rolls-Royce Motor!
Schauen Sie Sonntags vorbei, ob um 16.30 ein Gratiskonzert gegeben wird (Website vorher konsultieren).
Kirche Notre Dame, Paris:

Saint-Sulpice
Eine der grossen Opernszenen spielt in dieser Kirche: Es handelt sich um den 3. Akt der Oper «Manon von Jules Massenet», wo zuerst der Priesterschüler des Grieux seine Traumarie «Ah, fuyez douce images» singt und nach dem Erscheinen Manons das grossartige Duett «N’est-ce plus les mains» folgt.
Vielleicht wurde Massenets Wahl der Kirche von Charles Gounod, seinem Lehrer am Conservatoire, inspiriert, dieser hatte hier die niederen Weihen empfangen.
Ein Besuch dieser imposanten Kirche auf den Spuren Massenets lohnt sich, schon die Fassade ist imposant und die Fresken von Delacroix auch. Heine und Hugo haben hier geheiratet und spätestens mit der Verfilmung von Dan Browns «Sakrileg» wurde die Kirche berühmt.
Sonntag nachmittags finden hier Konzerte statt (16.00 Uhr), bitte vorher Website konsultieren.

PO EBENE, EMILIA ROMAGNA, TOSCANA
Teatro Regio di Parma
Das Theater geht auf das Jahr 1821 zurück, als es von Marie Louise, Herzogin von Parma, besser bekannt als zweite Ehefrau von Napoleon Bonaparte, erbaut wurde, der als Habsburger das Herzogtum nach dem Wiener Kongress als Herrscher übernahm.

Heute führt das Unternehmen von Mitte Januar bis April etwa vier Opern pro Saison auf
Das Theater ist bekannt für Aufführungen der Werke von Giuseppe Verdi, seit Verdi selbst 1843 seinen Nabucco inszenierte. Seit 2004 findet jährlich das Verdi-Festival statt.
Die bemerkenswerten Loggionisti: Der Zuschauerraum mit 1.400 Plätzen und vier Logenrängen wird von einer Galerie für die Loggionisti gekrönt. Die Loggionisti haben einen berüchtigten Ruf und haben in der Geschichte schon öfters für Unmut bei Kritikern gesorgt. In den sechziger Jahren musste dies der berühmte Tenor Carlo Bergonzi am eigenen Leib erfahren, als er sich am Ende der Arie “Celeste Aida”, wie von Verdi vorgeschrieben, ein B im Piano singen ließ, was nicht nach dem Geschmack des Publikums war. So musste er erleben, dass das Publikum protestierte. Er hat dieses Opernhaus nie wieder betreten.
Teatro Comunale di Bologna
Ein schönes Theater: Das schöne Theater stammt aus dem Jahr 1763 und wurde mit einer Oper von Gluck eröffnet, der sie für diesen Anlass geschrieben hatte. Der hufeisenförmige Saal bietet Platz für 1084 Zuschauer.

Richard Wagner: Bologna mit seinem Konservatorium war schon immer eine stolze Musikstadt und galt lange als Rivalin der Mailänder Oper. Während letztere mit Verdi-Aufführungen glänzte, war Bologna die Oper, die als erste in Italien Wagner-Werke aufführte. Bologna erhielt sogar den Beinamen “Wagners Stadt” und er wurde sogar zum Ehrenbürger ernannt, was ihm anlässlich eines Besuches persönlich überreicht wurde. 1871 saß sogar Verdi anonym in einer Loge bei einer Aufführung des Lohengrin.
Arturo Toscanini: Im Jahr 1931 gab es eine schicksalhafte Aufführung eines Konzerts unter der Leitung von Arturo Toscanini. Weil der hochgestellte Minister Ciano anwesend war, sollte das Orchester die faschistische Hymne “Giovinezza” und die “Marcia Reale” spielen. Toscanini weigerte sich und wurde später am Künstlereingang von einem schwarzgekleideten Mann geohrfeigt und zu Boden gestoßen. Das war zu viel für Toscanini und er beschloss, Italien für immer zu verlassen und in die Vereinigten Staaten zu gehen.
Teatro Giglio Lucca
Das Lucca-Haus ist ein Mehrszenen-Theater im Zentrum von Lucca. Der Name Giglio (Lilie) stammt von der Fleur-de-Lys der einst regierenden Bourbonen. Der Luccheser Giacomo Puccini hatte hier wiederholt die Bearbeitungen seiner Opernwerke betreut.

Die berühmte Aufführung von 1831: Am Abend des 17. September 1831 kam es im Teatro del Giglio in Lucca zu einem Erdbeben der Opernkunst. Der französische Tenor Gilbert Duprez sang das erste C in Rossinis Wilhelm Tell aus der Brust, das sogenannte “Ut en poitrine”. Bisher war es die Norm, diese Spitzentöne aus dem Falsett zu singen. Als Rossini diesen Ton zum ersten Mal hörte, soll er abgestoßen gewesen sein und gesagt haben: “Es klingt wie der Schrei eines Kapauns, dem die Kehle durchgeschnitten wurde.”
Duprez’ Ruhm wuchs in den nächsten Jahren, und er verdrängte später seinen berühmten Rivalen Adolphe Nourrit als ersten Tenor in Paris. Dieser, unfähig, das C aus der Brust zu singen, floh nach Neapel, wo er anschließend Selbstmord beging.[/sc_fs_faq]
In der Karikatur sieht man Duprez’ aufgeblähten Brustkorb und die geweiteten Augen beim Singen des hohen C.

Teatro Rossini Pesaro und Rossini Festival
Das schöne Opernhaus der Stadt Pesaro stammt aus dem Jahr 1818 und wurde mit der damals schon berühmten “Gazza ladra” seines Sohnes eröffnet. Das Theater hatte eine bewegte Vergangenheit und wurde u.a. zweimal durch Erdbeben beschädigt. Im Jahr 1966 wurde es sogar unbenutzbar und 1980 wurde es renoviert, was den Beginn des Rossini Opera Festivals markierte.
Das Festival erlangte schnell einen hervorragenden Ruf und ist heute eines der renommiertesten Opernfestivals. Die Aufführungen finden in den Sommermonaten im stimmungsvollen Teatro Rossini und in anderen Einrichtungen statt.

Teatro Verdi Busseto
Das schmucke kleine Theater (mit 300 Plätzen) wurde noch zu Verdis Lebzeiten gebaut. Verdi spendete aus Höflichkeit 10.000 Lire, betrat das Theater aber aus Groll gegen die Bewohner von Busseto nie (siehe Exkurs unten zu Traviata). Aufführungen sind eher selten, Toscanini dirigierte hier sogar zu Ehren von Verdi.
Buchen Sie eine Führung im Voraus, um das schöne Theater zu sehen.
Teatro Verdi:

Teatro comunale Luciano Pavarotti Modena
Dieses schöne Theater, das 1841 erbaut wurde, sah viele wichtige Persönlichkeiten, darunter Verdi, der hier 1846 seinen Nabucco inszenierte. Pavarotti gab hier im Alter von 25 Jahren sein Debüt als Rodolfo. Im Jahr 2007, 3 Monate nach seinem Tod, wurde es nach ihm umbenannt.

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PRAG UND TSCHECHISCHE REPUBLIK
Nationaltheater (narodni-divadlo) Prag
Der Bau des tschechischen Nationaltheaters war ein nationaler Akt, welcher mit Spendengeldern aus dem ganzen Land finanziert wurde. An der Grundsteinlegung nahmen 100’000 Personen teil, doch es dauerte quälende 13 Jahre, bis es eröffnet wurde, kurz vor der Fertigstellung wütete noch ein Brand. Es ist das bedeutendste Musiktheater der Tschechoslowakei.

Die Uraufführung der Oper «Rusalka» (neben der «verkauften Braut» die bekannteste tschechische Oper) war vielleicht der glanzvollste Moment dieses Hauses, die 1901 umjubelt in diesem Theater das Licht der Welt erblickte.
In diesem Theater war 11 Jahre zuvor die Uraufführung seiner 8. Sinfonie erfolgt.
Rudolfinum Prag
In diesem Konzerthaus dirigierte Dvořák die erste Aufführung der neu gegründeten Tschechischen Philharmonie, das ursprünglich aus den Musikern des Nationaltheaters bestand. Das Gebäude diente ein paar Jahre als Parlamentsgebäude und beherbergt auch ein Kunstmuseum. Der grosse Saal ist nach Dvořák benannt. Im Rudolfinum wird hochstehende Klassische Musik gezeigt.
Dvořák Saal:

Prager Staatsoper
Das Theater wurde 1888 als «Neues Deutsches Theater» eröffnet, finanziert durch deutsche Industrielle (nicht zu verwechseln mit dem Ständetheater). Künstlerisch wurde es von Angelo Neumann betrieben, ein grosser Wagner Anhänger, die Eröffnung erfolgte mit den «Meistersingern». Heute gehört sie als Staatsoper zu den öffentlichen Theatern. Das Gebäude wurde saniert und 2020 glanzvoll wiedereröffnet. Touren sind möglich.

Prager Ständetheater (Stavovské divadlo)
Wo Mozart seine Triumphe feierte: Im Ständetheater feierte Mozart 1887 mit der Uraufführung des Don Giovannis einer der grössten Triumphe seiner Karriere. Der Jubel kannte keine Grenzen als der Vorhang fiel. Wie schon bei den Nozze di figaro liebte ihn das Prager Publikum. Auch die im Ständetheater uraufgeführte «Clemenza di Tito» fand Anklang, die Kaiserin soll das Werk aber als «deutsche Schweinerei» abgetan haben.
Das Theater ist beinahe im ursprünglichen Zustand erhalten geblieben und kann mit Aufführungen und Besichtigungen erlebt werden. Es ist mittlerweile ein Teil des Komplexes des Nationaltheaters.


Mahen Theater (früher Nationaltheater)
Der Uraufführungsort von Janaceks Opern: Dieses wunderschöne, 1878 eröffnete Theater war Schauplatz der Uraufführungen von Janaceks Opern und hiess damals Nationaltheater. Besonders schön ist die Inneneinrichtung des Theaters und die Marmortreppe.

Das Theater wurde das erste voll elektrisch beleuchtete Theater auf dem europäischen Kontinent. Eine Edison-Glühbirne aus dem Jahr 1882 wurde daher in ein dekoratives Kupfergehäuse gelegt, das in den letzten Stein eingelegt war. (Heute wird es in einer Vitrine neben der Haupttreppe ausgestellt.) Edison selbst besuchte Brünn 1911. (Quelle: Theater Website).
Das Theater bietet ein hochstehendes Opernprogramm an.
ROM
Teatro all-opera di Roma
Das römische Opernhaus ist ein renommiertes Haus, das auf das Jahr 1880 zurückgeht. Es war Schauplatz einiger Weltpremieren wie Cavalleria rusticana, Tosca, l’amico Fritz oder Iris (mit Caruso). Es bietet 1700 Sitzplätze und ist Aufführungsort für Oper und Ballett.


Erstaufführung von Cavalleria rusticana: Im Jahr 1890 ereignete sich im Teatro Costanzi die vielleicht größte Sensation in der Geschichte der Oper. In Anwesenheit der musikbegeisterten Königin Margerita, aber vor einem halbleeren Saal, fand die Uraufführung des Stücks des völlig unbekannten Komponisten Mascagni im Rahmen des Sonzogno-Wettbewerbs statt. Als das Stück zu Ende war, musste Mascagni sechzig Mal vor den Vorhang treten und die Dauer der Ovationen entsprach in etwa der Aufführungsdauer des Einakters. Am nächsten Tag war Mascagni eine Berühmtheit und schnell begann das Werk seinen Siegeszug um die Welt, den es bis heute beibehalten hat.
Terme di Caracalla
Wo die drei Tenöre sangen: Spätestens seit dem Auftritt der “drei Tenöre” (Pavarotti, Domingo, Carreras) 1992 in den römischen Thermen kennen die Menschen diese Freilichtbühne. In diesen historischen Thermen werden im Sommer Open-Air-Konzerte und Opern aufgeführt. Die Bühne und die Sitzplatzkapazität sind sehr groß.

Teatro Argentina
Premiere von “Barbiere di Siviglia”: Das Argentinien hatte die Ehre, Schauplatz einer der berühmtesten Premieren der Operngeschichte gewesen zu sein, der Tumult der Premiere des “Barbiere” am 20. Februar wurde zur Legende.

Dieses Theater befindet sich an der Stelle, an der sich einst das riesige Theater des Pompejus befand, in dem Julius Cäsar 44 v. Chr. getötet wurde. Das Teatro Argentina wurde im 18. Jahrhundert erbaut und steht immer noch in der Pracht des 19. Jahrhunderts, und in der Neuzeit ist es die Stätte von Musik- und Sprechtheater und gehört zu den Teatri di Roma.
Teatro Argentina Roma Rossini opera Travel reisen culture Tourism (1)
SALZBURG
Großes Festspielhaus
Einst waren dort Pferdeboxen: Das Festspielhaus ist eine Opern- und Konzertbühne und die Hauptspielstätte der Salzburger Festspiele. Es wurde aus dem Marstall (dem ehemaligen erzbischöflichen Pferdestall) erbaut, dessen Fassade weitgehend unverändert belassen wurde. Um das notwendige Volumen für die 2200 Sitzplätze, die Bühne und die Technik zu erreichen, wurde es tief in den Mönchsberg hineingebaut. Das Festspielhaus wurde von der österreichischen Regierung finanziert und gehört dem österreichischen Staat.
Die Hauptspielstätte der Festspiele: Eröffnet wurde es 1960 mit einer Opernaufführung von Richard Strauss’ Rosenkavalier und ehrte damit die drei wichtigen Gründerpersönlichkeiten der Festspiele Richard Strauss (Komponist), Hugo von Hoffmannsthal (Librettist) und Max Reinhart (inoffizieller Leiter der Uraufführung). Dirigent war Herbert von Karajan, die treibende Kraft der Salzburger Festspiele nach dem Krieg, der als Direktor der Wiener Staatsoper u.a. die Wiener Philharmoniker als Hausorchester etablierte.
Es werden Führungen angeboten.

Felsenreitschule
Ein spektakulärer Veranstaltungsort: Die spektakuläre Spielstätte stammt aus dem späten 17. Jahrhundert und war ursprünglich eine Reitschule. Die auffälligen Arkaden mit 96 Öffnungen wurden in den ehemaligen Steinbruch geschnitten und dienten als Zuschauertribüne für regelmäßige Tierjagden und sind drei Stockwerke hoch.

Ein mobiles Dach: Die Felsenreitschule ist eine Freilichtbühne; im Rahmen der Festspiele wurden hier erstmals Theaterstücke aufgeführt, und Karajan nutzte sie 1948 für Glucks Orfeo erstmals als Opernspielstätte. Mit dem Umbau Ende der sechziger Jahre kam ein versenkbares Regendach hinzu, das bei Regen die Bühne im Cabrio-Stil verschließen konnte, dessen prasselndes Geräusch jedoch störend wirkte.
Im Jahr 2011 wurde das neue Dach eingeweiht, das das Problem des prasselnden Lärms löste. Allerdings bleibt es im Winter offen, weil es die Schneelasten nicht tragen kann.
Das Theater hat eine 40 Meter breite Bühne und 1430 Sitzplätze. Es werden Führungen angeboten.
ST. PETERSBURG
Mariinsky Theater St. Petersburg
Das Mariinsky hieß während der Sowjetzeit Kirov und ist zu seinem alten Namen zurückgekehrt. Noch immer glänzt dieses Theater mit Ballett- und Opernaufführungen auf höchstem Niveau.
Hier wurden viele von Tschaikowskys Balletten uraufgeführt: Das Mariinsky-Theater war ein wichtiges Theater für Tschaikowsky; er brachte dort bedeutende Werke zur Uraufführung, wie z.B. Der Nussknacker, Dornröschen und Pique Dame.
Wo Mussorgsky seinen größten Triumph feierte: Das Mariinsky-Theater wurde 1860 erbaut und ist neben dem Bolschoi-Theater in Moskau einer der beiden musikalischen Leuchttürme Russlands für Ballett, klassische Musik und Oper. Im Theater fand 1874 die Uraufführung von Mussorgskys wichtigstem Werk statt. Die konservative Leitung des Mariinsky-Theaters lehnte die Premiere von “Boris Godunow” zweimal ab. Beim dritten Versuch klappte es, und es wurde zum größten Triumph seines Lebens, mit 20 ausverkauften und umjubelten Aufführungen.
Es lohnt sich, einen Rundgang durch das schöne Mariinsky-Theater zu machen.

Philharmonie St. Petersburg
Wo Schoschakowitschs Leningrader Sinfonie 1942 aufgeführt wurde: In diesem Saal wurde am 9. August 1942 die sogenannte Leningrader Sinfonie aufgeführt. In diesem Theater beginnt die Konzertsaison traditionell mit einer Aufführung der 7.

Glinka-Kapellen-Chor
Glinka war eine Zeit lang Leiter der kaiserlichen Hofkapelle, einem Chor an der Solde des Zaren und dem ältesten professionellen Chor Russlands. Im Jahr 1838 reiste er in die Ukraine und rekrutierte 20 Sänger für den Chor. Rimsky-Korsakoff war einer seiner Nachfolger und noch heute genießt dieser Chor ein hohes Ansehen. Die Akademische Kapelle ist einer der ältesten Konzertsäle in St. Petersburg und ist berühmt für ihre Akustik.

SCHWEIZ
Opernhaus Zürich
Das Opernhaus Zürich ist ein Theater mit den Schwerpunkten Oper und Ballett. Es hat ein festes Ensemble und ein Repertoiretheater mit etwa einem Dutzend Neuproduktionen pro Jahr.

Renommiertes Opernhaus: Im Vorgängerbau des heutigen Theaters, dem sogenannten Aktientheater, hatte Richard Wagner während seines Aufenthalts in Zürich mehrfach dirigiert. Höhepunkte waren seine mustergültige Inszenierung des “Fliegenden Holländers” im Jahr 1852 und die kleinen Wagner-Festspiele im Jahr 1853.
Neubau eines Theaters: Nach dem Brand des Aktientheaters wurde ein neues großes Theater gebaut, dessen Baupläne von einem Wiener Büro stammten. Da die gleichen Baupläne auch für den Bau der Opernhäuser in Zagreb und Wiesbaden verwendet wurden, existiert dieses Opernhaus in 3 identischen Ausführungen.
Wichtige Erstaufführungen: In diesem Theater fand 1937 die Uraufführung von “Lulu” des bereits verstorbenen Alban Berg statt. Hitler hatte die Erstaufführung in Deutschland verboten. Ein Jahr später wurde auch die Oper “Mathis der Maler” des in die Schweiz emigrierten Paul Hindemith aufgeführt. Schließlich fand auch die posthume Uraufführung von Schönbergs “Moses und Aaron” statt.

Die Wiederentdeckung eines Komponisten am Opernhaus Zürich: 1954 wurde in Wien L’incoronazione di Poppea von Monteverdi unter der Leitung von Paul Hindemith mit teilweise rekonstruierten Instrumenten inszeniert. Im Orchester saß Nicolaus Harnoncourt. Letzterer nahm in den 1970er Jahren zusammen mit Jean-Pierre Ponnelle am Opernhaus Zürich einen sensationellen Monteverdi-Zyklus auf historischen Instrumenten und mit barockem Ausstattungsreichtum auf. Dieser Zürcher Zyklus leitete eine regelrechte Monteverdi-Renaissance ein und wurde zur Legende.
Luzern KKL
Luzern-Festival: Das KKL ist Austragungsort des renommierten Lucerne Festivals.
Architektur: Das KKL ist direkt am Ufer des Vierwaldstättersees gebaut und besticht durch seine von Jean Nouvel entworfene Architektur. Eine attraktive Terrasse auf dem Dach des Gebäudes gibt den Blick auf den See und die Altstadt frei.

Exzellente Akustik: Der Hauptkonzertsaal, der in Form eines Schiffsrumpfes gestaltet ist, verfügt über elektrisch verstellbare Schallkammern.

Architektur: Die Abmessungen der Halle wurden nach dem sogenannten Schuhkarton-Prinzip festgelegt, bei dem die Höhe der Halle durch die Summe von Höhe und Breite bestimmt wird (22m:22m:46m).

Andere Konzertsäle und Opernhäuser in der Schweiz
Weitere Opernhäuser in der Schweiz
Opernhaus Basel: Das Opernhaus hat im deutschsprachigen Raum wiederholt renommierte Auszeichnungen für Inszenierungen und die Gesamtleistung der Oper erhalten
Opernhaus Bern: Hier wurden Konzert und Oper zusammengeführt.
Grand Théâtre Genève: Ein weiteres Opernhaus mit überregionaler Ausstrahlung.
Opéra de Lausanne
Stadttheater St. Gallen
Weitere Konzerthallen in der Schweiz
LAC Lugano
Tonhalle Zürich
Casino Basel
Victoria Halle Genève
THÜRINGEN
Hoftheater (heute: Nationaltheater) Weimar
Liszts wichtigste Wirkungsstätte in Weimar: Goethe hatte 1791 die Leitung des Hoftheaters übernommen und es zusammen mit Schiller zur Blüte geführt. Später baute Maria Pawlowna, Gemahlin des Großherzogs Carl Friedrich von Sachsen-Weimar-Eisenach, es zu einem Musiktheater aus und engagierte 1842 Franz Liszt als Hofkapellmeister. In der Folgezeit entwickelte sich das Theater zu einem bedeutenden kulturellen Zentrum. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde an gleicher Stelle ein neues Theatergebäude errichtet.

Das alte Hoftheater: 1893 wurde hier Humperdincks “Hänsel und Gretel” uraufgeführt, von keinem Geringeren als Richard Strauss, der zeitweise Kapellmeister in Weimar war und hier auch einige sinfonische Dichtungen erstmals präsentierte.
Meininger Hoftheater (heute: Staatstheater)
Das Orchester hatte im späten 19. Jahrhundert den Ruf, das vielleicht beste Orchester in Deutschland zu sein. Eine illustre Reihe von Musikdirektoren (von Bülow, Strauss, Max Reger) leitete die Hofkapelle. Auch Johannes Brahms wirkte hier oft.
Seit 2006 trägt die Meininger Hofkapelle wieder ihren ursprünglichen Namen; das ursprüngliche Theater war 1908 abgebrannt und wurde durch einen Neubau ersetzt, bei dessen Renovierung 2011 die ursprüngliche Fassade wiederhergestellt wurde. Die Uraufführung von Brahms 4. Sinfonie fand hier statt.
Das hochkarätige Theater bietet sowohl Konzerte als auch Musiktheater.

Andere Theaterstandorte in Thüringen
Volkshaus Jena (Konzert)
Theater Erfurt: (Opernhaus, Konzerte)
Alte Oper Erfurt (Konzert)
TURIN / TORINO
Teatro regio
Puccini-Tradition: Zwei von Puccinis herausragenden Opern hatten am Teatro Region ihre Weltpremiere. Manon Lescaut wurde ein großer Erfolg (dirigiert von Toscanini) und Puccini wurde vom Publikum und den Kritikern einstimmig in die erste Garde der zeitgenössischen Komponisten aufgenommen. Die “Bohème” wurde zum Zankapfel, vom Publikum heftig beklatscht, aber von der wagnerianischen Presse angefeindet.
Der Brand und das schöne neue Theater: Das Opernhaus, das noch aus der Barockzeit stammte, brannte 1936 ab; Kurzschlüsse entzündeten die Kabel, die die Holzbalken schnell in Brand setzten. Es dauerte bis 1973, bis ein modernes, schönes Theater gebaut werden konnte. Vom ursprünglichen Gebäude ist nur noch die historische Fassade aus dem 18. Jahrhundert mit einem Säulengang erhalten. Es ist Teil der Savoyer Residenzen, die seit 1997 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören.

Das neue Teatro Regio wurde am 10. April 1973 vom damaligen Präsidenten Giovanni Leone mit Giuseppe Verdis Oper I vespri siciliani unter der Regie von Maria Callas und Giuseppe Di Stefano eingeweiht. Heute werden jedes Jahr etwas mehr als ein Dutzend Produktionen aufgeführt. Das Theater ist hauptsächlich ein Opern- und Ballettspielort.
VENEDIG / VENEZIA
Teatro la Fenice
Das Fenice hat eine glanzvolle Vergangenheit. Premieren von Bellini, Donizetti, Verdi (darunter Rigoletto, La traviata und Simon Boccanegra), Rossini und Meyerbeer zeugen von der Bedeutung des venezianischen Theaters.
Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte das Theater mit der Biennale eine glanzvolle Wiederauferstehung. Auftragswerke führten zu Uraufführungen von Strawinsky, Berio, Prokoffiev und Britten machten das Fenice zu einem wichtigen künstlerischen Zentrum.

Der Brand: Das Theater wurde 1997 durch ein von Handwerkern vorsätzlich gelegtes Feuer zerstört. Eigentlich sollte das Feuer nur lokal begrenzt sein, aber da die Kanäle für die Renovierung abgelassen wurden, konnte die Feuerwehr nicht schnell genug eintreffen. Es wurde originalgetreu wiederaufgebaut und 2004 mit der Traviata feierlich wiedereröffnet.

Phoenix: Die Fassade ist das einzige Element, das die beiden großen Brände von 1836 und 1997 überstanden hat. Der Feuervogel, Phoenix, der das Theater nach der Zerstörung durch den Brand 1837 wieder aus der Asche auferstehen ließ, ist auf den Insignien des Theaters verewigt und gab dem Theater seinen Namen. Die Leistung war gigantisch, das Theater wurde nur ein Jahr nach dem Brand am 13. Dezember wiedereröffnet!

Die Decke: Das Opernhaus ist prächtig ausgestattet, besonders interessant ist die Gestaltung der Decke, die zwar gerade ist, aber durch die Arbeit des Malers den Eindruck eines gewölbten Raumes erweckt. Der Orchestergraben ist einziehbar, so dass bei Konzerten ein paar Sitzreihen mehr zur Verfügung stehen.

Basilika San Marco / Markusdom - Venezianische Mehrchörigkeit
Nach der Plünderung Roms 1527 wurde Venedig zum musikalischen Zentrum Europas. Der Markusdom wurde zum Anziehungspunkt der musikalischen Elite.

Aufgrund seiner einzigartigen Architektur, insbesondere der räumlichken Verteilung von Chorpodesten, den sogenannten "Cori spezzati", erlaubte der Dom den Komponisten mit Stereo-Effekten und Echo zu spielen.
Der erste der diesen Effekt zu nutze machte war Adrian Willaert, der 35 Jahre lang der Kapellmeister des Doms war.
Dieser moderne Surround Effekt seiner Psalmen „Salmi Spezzati“ machte die Venezianische Mehrchörigkeit in ganz Europa berühmt und inspirierte die Entwicklung zur Klangpracht der Kirchenmusik.
Ein berühmter Schüler Willaerts war Gabrieli:
Der prominenteste Kapellmeister des Markusdoms war Claudio Monteverdi. In seiner Funktion als Kapellmeister kümmerte sich Monteverdi besonders um die Chöre und komponierte beispielsweise die berühmte Marienvesper.
Sehen Sie einen Ausschnitt aus einer Aufführung im Markusdom:
Wenn Sie die Gelegenheit haben, im Markusdom Musik zu hören, nehmen Sie sie wahr.
VERONA
Arena di Verona
Dimensionen: Das Amphitheater von Verona ist nach dem Kolosseum in Rom und der Arena in Capus das drittgrößte gut erhaltene Amphitheater überhaupt. Ursprünglich bot es über 30.000 Zuschauern Platz, doch aus Redimensionierungs- und Sicherheitsgründen sind heute nur noch 15.000 Zuschauer erlaubt. Es hat 45 Stufen und ist 24 Meter hoch.

Historische Nutzung: Ursprünglich diente sie als Gladiatorenarena und für Wettkämpfe. Mit der Zeit nahm seine Bedeutung ab und sie wurde zum Steinbruch für die wachsende Stadt. Vom äußeren Ring sind nur noch 4 der ursprünglich 72 Bögen erhalten. Napoleon Bonaparte besuchte die Arena im frühen 19. Jahrhundert zweimal für Stierkämpfe
Oper: Mitte des 19. Jahrhunderts wurde sie erstmals für Opern genutzt, aber erst 1913 begann sich mit der Aufführung von Aida zu Verdis 100. Geburtstag eine Tradition als Opernspielstätte zu entwickeln. Vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Arena mit Aufführungen von Callas, Corelli, Nilsson usw. populär und zu einem großen Festspielort.

Akkustik: Die Akustik ist exzellent und auf Mikrofone für Sänger und Orchester wird meist noch verzichtet. Die Inszenierungen sind eher konservativ und überwältigen mit Massenszenen, Dekoration und oft dem Einsatz von lebenden Tieren. Die Opernaufführungen finden in den Sommermonaten statt.
WIEN
Wiener Staatsoper
Der tragische Anfang: Der Bau der Staatsoper (damals “Hofoper” genannt) geht auf das Jahr 1869 zurück. Die Geschichte dieses Traditionshauses begann tragisch, denn die beiden Architekten erlebten die erste Aufführung nicht mehr. Einer von ihnen, von der Nüll, erhängte sich (obwohl er bereits schwer erkrankt war) nach Kritik an dem Entwurf durch die Öffentlichkeit und den Kaiser (der den Bau finanzierte). August von Sicardsburg starb 10 Wochen später an einem Herzinfarkt.

Abbruch und Renovierung: Am 12. März 1945 wurde das Haus durch einen Bombentreffer zerstört. Nur die Veranda und Teile des Eingangsflügels blieben erhalten. Die Renovierung und die Mittelbeschaffung nahmen viel Zeit in Anspruch. Die Renovierung wurde als Chance genutzt und es wurde viel Holz verbaut, um die Akustik zu perfektionieren. Die Eröffnung 1955 wurde zur ersten österreichischen Live-Fernsehübertragung, obwohl es damals weniger als 1000 Empfangsgeräte gab.
Statistik: Das Opernhaus verfügt über 2.300 Sitzplätze (davon 500 Stehplätze) und beschäftigt fast 1.000 Mitarbeiter. Es betreibt einen Repertoirebetrieb mit jährlich 50 Produktionen, die während 10 Monaten fast täglich gegeben werden (inklusive Konzerte und Ballett).
Gustav Mahlers Reformen: Eine der glorreichsten Epochen der Staatsoper war die von Gustav Mahler, dessen Wiener Reformen drastische Veränderungen in der Opernwelt brachten. Statt Rampensingen war nun Theater angesagt, und Mahler ernannte sich gleich selbst zum Regisseur. Zum anderen wurden opulente gemalte Bühnenbilder durch Dekors ersetzt. Alfred Roller wurde der kongeniale Bühnenbildner. Allerdings sah sich Mahler, der 1897 die Leitung übernahm, immer wieder großer Kritik von Seiten der Traditionalisten ausgesetzt, was wohl auf den grassierenden Antisemitismus zurückzuführen war.

Mit Mahler begann die Ära der Musikerpersönlichkeiten mit Leitungsfunktionen, die beispielsweise nach dem Ersten Weltkrieg mit dem Namen Richard Strauss und nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem Namen Herbert von Karajan verbunden sind. Letzterer veränderte die künstlerische Arbeit grundlegend, indem er vom Ensemblebetrieb zum Starbetrieb überging (d. h., dass Hauptrollen häufiger von Gästen gesungen wurden).
Die Mahler-Zeit gehörte zu den absoluten Glanzzeiten der Staatsoper, und die Wiener ehrten ihn mit einer Büste von Rodin, die heute im sogenannten Schwind-Foyer steht (es handelt sich um eine Replik, das Original wurde im Zweiten Weltkrieg eingeschmolzen).
Volksoper
Neben dem Theater an der Wien und der Staatsoper ist die Volksoper ein drittes Opernhaus mit hoher musikalischer Qualität. Das Gebäude stammt aus dem Ende des 19. Jahrhunderts und war als Gegenstück zur Staatsoper geplant, mit erschwinglichen Eintrittspreisen, deutschsprachigen Aufführungen und der Inszenierung von Operetten, die in der Staatsoper nicht gezeigt werden (die einzige Ausnahme ist Die Fledermaus).
Das Theater ist heute eine staatliche Institution und zeigt Oper, Musical, Operette und Ballett.

Theater an der Wien
Mozart die Anfänge mit der Zauberflöte: Das Theater an der Wien, am linken Ufer der Wienzeile, wurde 1787 von Schikaneder als provisorische Spielstätte eröffnet und war der Ort der ersten Aufführung der Zauberflöte. Mozart begann die Arbeit an der Zauberflöte im Frühjahr 1791, unterbrach sie im Juli, um in kurzer Zeit La clemenza di Tito zu schreiben, und vollendete die Zauberflöte dann innerhalb weniger Wochen im September 1791. Die Premiere fand am 30. September in Schikaneders Theater auf der Wieden statt. Seine Schwägerin Josepha Hofer sang die Königin, Mozart dirigierte und Schikaneder spielte den Papageno. “Die Zauberflöte” war ein großer Erfolg und wurde noch in der gleichen Spielzeit zwanzigmal gegeben. Mozart besuchte im Oktober viele Aufführungen und freute sich, dass er nach langer Zeit wieder einen Publikumserfolg mit einem Werk feiern konnte. Im November lag er bereits krank im Bett und starb am 5. Dezember.
Das Papageno-Tor: 1801 wurde das moderne, im Empire-Stil gestaltete Theater nach nur 13 Monaten Bauzeit eröffnet. Auf der Seite der Millöckergasse schuf Schikaneder als Librettist, Mäzen und Papageno der Uraufführung mit dem Papageno-Tor ein Denkmal für diese Oper. Es zeigt Steinfiguren einer Szene mit Papageno, Tamino und den drei Knaben und steht über dem alten Eingang.
Informieren Sie sich über das hochkarätige Programm!

Beethoven: Die Uraufführung von “Fidelio” und die berühmte Akademie mit der Premiere seiner Fünften
Das Theater an der Wien spielte in der Zeit Beethovens eine ungeheuer wichtige Rolle und war neben dem Kärtnertormuseum (in der Zwischenzeit abgerissen) das wichtigste Musiktheater Wiens. Hier wurde sein Fidelio uraufgeführt (eine Gedenktafel erinnert daran) und andererseits und in diesem Theater fand seine berühmte Akademie (Konzert) von 1808 statt. Auf diese Akademie hatte Beethoven lange hingearbeitet, erwartete er doch, dass sie seine wichtigste Einkommensquelle während Jahren sein sollte.
Er präsentierte an diesem Abend ein vier-stündiges Monsterprogramm (damals üblich) unter anderem mit den Uraufführungen seines vierten Klavierkonzert sowie seiner fünften und sechsten Sinfonie! Das Pech klebte ihm aber an diesem 22. Dezember an den Schuhen, einerseits war der Saal ungeheizt und das Orchester bestand weitgehend aus Amateuren, da das Original-Orchester anderseits engagiert war. Die Ticketpreise entsprachen einem Wochenlohn eines Arbeiters und der Saal war deshalb nicht ausverkauft.

Lehar: Die Uraufführung von “Die lustige Witwe”: 1901 pachtete der gebürtige Ungar Wilhelm Karzcag das Theater an der Wien, um es zum Zentrum einer neuen Wiener Operette zu machen. Lehàr konnte dort 1902 mit dem “Wiener Fraun” seinen ersten Erfolg feiern. Für die Spielzeit 1905/06 schrieben Victor Léon und Leo Stein das Libretto zu “Die lustige Witwe”, waren aber mit der Musik des Auftragskomponisten nicht zufrieden und boten Lehàr die Arbeit an. Lehàr nahm an und machte sich an die Arbeit. Weil eine Operette gefloppt war, war Karzcag entschlossen, die Lustige Witwe voranzubringen. Er ließ sich die Musik in Lehàrs Wohnung vorspielen.
Der berühmte Satz: Angewidert von Lehárs Produkt, soll er den berühmten Satz ausgerufen haben: “Des is koa Musik!” Stein und Léon konnten ihn jedoch vom Gegenteil überzeugen, und das Werk wurde Hals über Kopf inszeniert. Das gesamte Bühnenmaterial wurde aus bestehenden Produktionen zusammengeschustert und den Musikern konnten nur wenige Bühnenproben zugestanden werden. Trotz viel Improvisation war die Premiere schon zufriedenstellend und zu Karzcags Überraschung kam das Publikum von Anfang an gut an und die Operette wurde schnell ein Kassenschlager.
Im Jahr 2006 wurde das Theater renoviert und dient nun als drittes Opernhaus der Stadt Wien.
Wiener Konzerthaus
Dieses Konzerthaus besteht seit 1913 und ist die Heimat der Wiener Symphoniker. Es zeichnet sich durch die Aufnahme von Jazz und moderner Musik in das Repertoire aus.

Hofmusikkapelle
Die Wiener Sängerknaben singen noch jeden Sonntag (außer Juli/August) in der Hofmusikkapelle. Karten können erworben werden.

WROCLAW / BRESLAU
Breslauer Opernhaus
Karrieresprung für Carl Maria von Weber: Die Oper in Breslau wurde einst von dem jungen Carl Maria von Weber künstlerisch geleitet. Er kam im Jahr 1804 nach Breslau. Die Stadt hatte sich an Abbé Vogler, Webers Lehrer, gewandt, um die Stelle des Kapellmeisters zu besetzen, und dieser hatte seinen 17-jährigen Schüler empfohlen. Als Weber zum ersten Mal vor dem großen Orchester stand, war die Feindseligkeit mit Händen zu greifen.
Als der junge Schnösel mit Vergnügen ältere Musiker hinauswarf, um das Niveau zu heben, das Programm von allzu leichten Stücken säuberte und die Sitzordnung des Orchesters veränderte, war Feuer unterm Dach. Webers Arbeit war künstlerisch hoch angesehen, aber die Parteien konnten die Kleinkriege nie ablegen. So war es nach 2 Jahren vorbei und die Theaterleitung stellte fest: “Wir verlieren mit dem ersteren ein Genie, das viel für unsere Oper getan hat.”
Das Theatergebäude aus der Zeit Carl Maria von Webers steht nicht mehr, es wurde 1854 durch ein Opernhaus ersetzt, das zuletzt nach dem Hochwasser 1997 renoviert wurde und sich in einem hervorragenden Zustand befindet. Es hat eine hervorragende Akustik.



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